Merci Benjamin, merci Staps

Gestern endete eine Kooperation, die nicht still und leise zu Ende gehen darf. Dafür war sie zu erfolgreich, dafür habe ich zu viel gelernt, dafür steht hinter dem STAPS Institut zu viel Know How und Engagement. Danke an meinen Trainer Benjamin und dem STAPS Institut für drei mega Jahre und das Erreichen meines nächsten Levels.

Die Entscheidung das STAPS Institut zu verlassen habe ich bereits Mitte des Jahres getroffen, es war keine einfache Entscheidung und ob sie richtig ist, wird sich auch erst zeigen. Gemeinsam mit Trainer Lukas habe ich 2017 als Age Grouper den dritten Platz bei der wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft erreicht, nach dem Trainerwechsel Anfang 2018 konnte ich mit Benjamin u.a. den dritten Platz als Age Grouper bei der Night on Bike erreichen. 2019 wurde ich 5. und bei der wembo 24h MTB Europameisterschaft legte ich mit Platz 6 nach.

Aber nicht nur die Ergebnisse zeugen von einer erfolgreichen Zeit. Auch meine Leistungstest, Trainingsergebnisse und meine Einstellung zu Trainings wurde in der Zeit stark verbessert. Auch wenn wir nicht alle meine Ziele zu 100% erfüllt haben, habe ich mit Benjamin im vergangenen Jahr die nächste Stufe erreicht.

Mit dem gestrigen Tag ist mein Vertrag mit einem weinenden Auge zu Ende gegangen.

Individuelle Trainingsplanung, Leistungsdiagnostik auf dem Niveau der deutschen Olympiastützpunkte und geballtes wissenschaftliches Know How durch studierte Sportwissenschaftler, die ihr Fach aber nicht nur theoretisch sondern auch praktisch beherrschen. Sowohl Lukas (Running) als auch Benjamin (Mountainbike) bringen Jahr für Jahr richtig gute Leistungen.

Durch die gut ausgebildeten Mitarbeiter können die jeweiligen Trainer sich auch immer wieder Zweitmeinungen und Ratschläge einholen und damit die Athleten noch besser fördern.

Neben meiner sportlichen Entwicklung hat mir vor allem das abwechslungsreiche Training gefallen, insbesondere im vergangenen Jahr kamen viele neue Inhalte hinzu. Durch die Wiederkehr von Schlüsseleinheiten wurde auch eine Entwicklung über normale Tests hinaus sichtbar.

Meine absoluten Trainingshighlights waren die 5000kj Challenge, die einfach beschrieben ist aber trotzdem extrem schwer umzusetzen: Stelle bei deinem Garmin ein Datenfeld auf KiloJoule und fahre so lange bis dort 5000 steht. Chaka, mit solchen Challenges hat man mich direkt.

Aber auch strukturierte Intervalleinheiten wie 2×20 Minuten im Entwicklungsbereich mit anschließenden 3×5 Minuten Spitzenbereich haben mir Spaß gemacht. Mit der Zeit waren lang und längere Tempoeinheiten keine angsteinflössende Horroraufgaben mehr, sondern Herausforderungen, die ich mit viel Freude gemeistert habe. Was hatte ich am Anfang für eine Panik vor Einheiten wie 3×20 Minuten G2 mit nur fünf Minuten Erholungszeit. Zuletzt habe ich 90-120min Intervalle im G2 Bereich weggefrühstückt.

Warum ich bei all diesen Erfolgen das Institut verlasse und die Kooperation mit meinem lieb gewonnenen Trainer Benjamin beende? Die Gründe sind vielfältig. Zum einen möchte ich die monatlichen Kosten für das Training nicht in Frage stellen, sie sind aber auch nicht wegzudiskutieren. Zum anderen glaube ich, dass ich für meine Entwicklung im 24h MTB Bereich auch einen neuen Trainingsinput benötige, um mich weiter zu verbessern.

Die Nische Ultracycling wird von STAPS natürlich auch bedient, zum Beispiel mit einem Ultra Radsporttag aber es bleibt eine Nische. Und ich glaube, dass für die Vorbereitung auf 24h Rennen Erfahrung und Nachahmung wichtige Bestandteile sind, die sportwissenschaftliche Trainingslehre aber in diesem Feld nicht alles ist. Auch wenn natürlich eine bessere FTP Leistung und ein niedrigerer VLaMax Wert sich positiv auf die Rennleistung auswirken wird, bleiben die Werte eben theoretische Werte.

Denn 60min Vollgas (FTP) wird in einem 24h Rennen nicht abverlangt und theoretisch kann ein Fahrer mit einer schwächeren FTP oder maximalen Sauerstoffaufnahme mit der richtigen Vorbereitung einen stärkeren Fahrer stehen lassen.

Auch wenn ich mich tierisch auf meine neue Trainer Kooperation freue, habe ich das STAPS Institut gestern mit einem weinenden Auge verlassen. Wäre mein Jahr finanziell besser verlaufen und weder Auto abgebrannt noch Portmonee geklaut, wer weiß wie meine Entscheidung dan ausgefallen wäre.

Danke Benjamin für deine Betreuung in den vergangenen zwei Jahren. Der Start verlief holprig aber wir sind zusammen gerückt und im letzten Jahr haben wir mich gemeinsam auf die nächste Stufe gebracht. Danke für all deine Tipps für ein besseres Training, über Ernährung, Rennvorbereitung, Taktik und Reifenwahl. Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, ich sage nur Schwalbe Tyres, so hatten wir neben der gemeinsamen professionellen Arbeit viel Spaß und oft genug gelacht. Machs gut, wir sehen uns auf der Rennstrecke :D

Daniel

2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

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