Heute vor 2 Wochen wurde der Stoneman Arudenna in Belgien endlich eröffnet, einen Tag später starteten Daniel, Reinhard und Thomas mit dem Ziel den goldenen Stein einzufahren. 178km und knapp 4000hm sind die harten Fakten einer erlebnisreichen Tortour, die es technisch wie landschaftlich auch mit den Brüdern in den Alpen (Stoneman Glaciara, Stoneman Taurista, Stoneman Dolimiti) aufnehmen kann.

Daniel schwärmt seit Jahren von den Ardennen auf dem Mountainbike, Tim folgte dem Ruf 2018 und war nicht nur von der Resonanz der belgischen Mountainbike Marathon Meisterschaft beim Raid Hautes Fagnes in Malmdedy begeistert, sondern auch von der anspruchsvollen Strecke. Weitere Teammitglieder weigerten sich strickt die Reise nach Belgien anzutreten.

Eigentlich war der Stoneman Arudenna bereits für die ursprüngliche Eröffnung am 6.6.2020 geplant, die damals aufgrund der geschlossenen Grenze abgesagt wurde. Stattdessen fuhr das Trio Daniel, Reinhard und Thomas den Trans Hermannsweg. Nicht weniger episch als das Original in Belgien.

Zurück nach Belgien. Aufgrund der Nähe zum Dreiländereck 🇧🇪🇩🇪🇳🇱 starteten unsere drei Langdistanz Experten ohne Übernachtung am Morgen in Malmedy. Günstiger wäre der Einstieg direkt am Signal de Botrange gewesen aber niemand wollte nochmal im Dunkeln die letzten Meter im Wald fahren wie bei der Trans Hermann vor einem Monat.

Stoneman Spirit

Stoneman ist eine Event von absolutGPS einer geoSports-Tec Marke mit Sitz in Leipzig. Von hier werden gemeinsam mit den örtlichen Tourismus Verbänden attraktive Mountainbike Strecken entworfen. Am bekanntesten dürfte das Original Stoneman Dolimiti sein, gefolgt vom deutsch-tschechischen Stoneman Miriquidi. Stoneman Glaciara in den Schweizer Alpen und Stoneman Taurista im Salzburger Land rundeten bis zum Juli das Angebot ab. Die Streckenlänge von um 130km mit über 4500hm ist nur ambitionierten Mountainbikern in einem Tag vorbehalten, weniger Trainierte fahren den Stoneman in Silber (2-Tage) oder in Bronze (an drei Tagen), was das Erlebnis aber nicht mindert. Drei Tage Schweizer Alpen haben natürlich auch ihren Reiz und die Impressionen brennen sich noch stärker ins Hirn. Als Belohnung winkt die Eintragung in der Finisherliste eines jeden Stonemans und natürlich die Trophäe.

Der Stoneman Arduenna ist das neuste Projekt von absoluteGPS und führt uns in die belgischen Ardennen, denen die absolute Weite der Alpen fehlt aber durch geile Trails, schöne Dörfer und ruppige Anstiege im Sägezahnprofil ein ebenfalls attraktives Reiseziel darstellen.

Auf der 178km langen Runden, die an verschiedensten Punkten begonnen werden darf und im Uhrzeigersinn zu fahren ist, warten offiziell 3200hm auf uns Mountainbiker. Realistisch sind aber 4000hm, die bisher +/- alle Gold Finisher auf der Uhr hatten. Insbesondere der Teil zwischen Grüfflingen über Born nach Malmedy hat deutlich mehr Höhenmeter als angegeben und gehört mit zu den schwersten Abschnitten.

Stempeln, innehalten und weiter

Möchte man den Stoneman Arduenna in Gold fahren kann, muss man zwischen 10-13 Stunden Zeit einplanen. Die Strecke ist hier und da sehr Wind anfällig und erfordert neben einer guten Grundkondition auch eine gute Bike Beherrschung. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht ganz so hoch wie beim Raid des Hautes Fagnes aber wir haben viele tolle Trails entdecken dürfen.

Auf der Strecke gibt es acht Stempelstationen, an denen man entweder virtuell über eine Applikation am Smartphone einchecken kann oder seine Stempelkarte in den Automaten drückt. Eine kleine Belohnung auf dem Weg zum goldenen Stein. Mit jedem Stempel rückt das Ziel ein bißchen näher, die dazugehörigen Tafeln liefern direkte informationen, wo man sich befindet und was einem auf dem nächsten Streckenabschnitt erwartet.

Egal ob Signal de Botrange (höchster Punkt Belgiens) oder EU-Denkmal in Ouren, die kurze Überfahrt nach Luxemburg oder die immer wieder kreuzende Vennbahn. Streckenhighlights gibt bei über 170km Streckenlänge genug. Die Verpflegung darf trotzdem etwas voraus geplant werden, wir haben uns da etwas verzockt und standen in Ouren vor verschlossenen Türen und mussten einen Restaurant Stopp einlegen.

Impressionen Stoneman Arduenna

Von Malmedy aus kletterten wir zuerst zum höchsten Punkt Belgiens und nach nicht einmal 20km und 600hm waren Reinhard und Thomas bereits von Belgien angefixt und bereit in der kommenden Saison an der BAMS Serie teilzunehmen. Die ersten steilen Rampen aus Malmedy raus, waren ein guter Opener. Wir waren zügig wach und wer glaubt, dass die fiese Rampe beim RDFH Marathon alles ist, dem sei die Stoneman Streckenführung ans Herz gelegt.

Anders als beim Trans Hermann vor einem Monat haben wir als Trio von Anfang an etwas mehr Zug auf die Kette gelegt und ein moderates statt langsames Tempo eingeschlagen, ehrfürchtig vor dem Teil der Strecke, der uns ab Born erwarten würde. Der einzige traurige Moment war die Umfahrung der bekannten Trails am Lac de Robertville, die Klassikertrails bei der belgischen BAMS Serie und beim Stoneman ein sehr asphaltlastiger Abschnitt. Dafür wurden wir mit umso schöneren Flowtrails auf dem Weg nach Büttgenbach belohnt.

Auch im weiteren Verlauf nach Maspelt wurden wir immer wieder von teils überraschend steilen Anstiegen oder super Trails überrascht. Auch die wechselnden Wegbeschaffenheiten sorgten für eine Menge Fahrspaß. In Ouren gab es für alle Kaffee, Cola, Kuchen und Eis. Das typische Essen beim Einkehren auf langen Touren.

Danach wurde es für das Trio zäh. Die nächsten beiden Abschnitte nach Grüfflingen und weiter nach Born sollten auf 40km knapp 900hm aufweisen und Daniels Hinterrad zickte an den teils sehr steilen Rampen und die Steckachse schoss mehrfach aus dem Rahmen. Was die Drei vor Ort nicht lösen konnten, das lockere Nabengewinde auf der Nichtantriebsseite hätte einfach nur nachgezogen werden müssen. Daniel kämpfte noch 2-3 Anstiege weiter aber kurz vor Grüffelingen trennte sich das Trio. Daniel fuhr auf dem steigungsarmen Vennbahnradweg über Waimes zurück nach Malmedy und Reinhard und Thomas kämpften sich in einem furiosen Finale durch die anbrechende Nacht. Der einsetzende Landregen sorgte insbesondere auf dem letzten Stück vor Malmedy für extremen Fahrspaß und Reinhard war in jedem Fall froh keine Kontaktlinsen zu tragen, um das Unheil nicht in völliger Pracht zu erkennen. Im Blindflug ging es für das Duo zum goldenen Stein zurück nach Malmedy mit der ungeklärten Frage: Wo ist in Malmedy die Stempelstation?

Fazit

Reinhard und Thomas haben Sorge, dass Daniel eine Stonemanphobie entwickelt. Gemeinsam soll Daniels Gold nachgeholt werden und auch weitere Stonemans eingefahren werden. Reicht als Fazit oder? Wir sind angefixt und der Stoneman Arduenna ist einerseits ganz anders als der Stoneman Glaciara mit seiner traumhaften Gletscherwelt. Aber doch vereint beide (und wahrscheinlich auch die anderen Stonemans) dieses geniale Erlebnis inmitten unberührter Natur mit der Extra Portion Mountainbike Feeling. Danke dafür!

PS: Auch Ansgar startete heimlich und alleine beim Stoneman Arduenna und holte nach zwei tollen Tagen die silberne Trophäe nach Hause.