Was war das für ein episches Wochenende. Die Trans Hermann war ein würdiger Stoneman Arduenna Ersatz und konnte auch im Vergleich zur Night on Bikes einiges bieten. Die 156km Strecke war eine schöne Herausforderung, die mich im ersten Drittel mehr an meine Grenzen gebracht hat als am Ende. Aber es war mega, auch wegen meiner perfekten Begleitung. Die Woche meines Trainingstagebuchs startet mit einem Rückblick.

PMP Coaching power2max

Dabei begann der Tag alles andere als perfekt, denn um 5:30 Uhr haben wir festgestellt, dass die Regionalbahnen in Ostbeveren den ganzen Morgen über nicht halten werden und alle Züge entfallen. Kurzfristig also 9km in die andere Richtung fahren, um über Osnabrück anstatt Münster nach Rheine zu fahren. Ein Vorteil, wer mit dem Daniel-Monk fährt, der die Zugverbindung eben auch ein drittes Mal checkt…

In Rheine begann dann die Odyssee des Tages. Die ersten zwei Stunden waren auch schnell vorbei und mit dem einsetzenden Landregen kam ich auch direkt an meine Grenzen. Während Reinhard und Thomas jeden Anstieg auf den folgenden Kilometern kannten (es ist ihr Heimrevier), musste ich mit dem zu großen Kettenblatt, mangelnder Hinterrad Traktion und schwindenden Selbstvertrauen ordentliche mentale Arbeit leisten.

Mit der Mittagspause nach 5:30h kam dann der Mindset Change und fortan war ich quasi im Flow. Es war weiterhin hart aber die Schmerzen, die Anstiege, das dicke 34er Blatt und die geringe HR Traktion im Regen waren keine Killer mehr, sondern zusätzliche Herausforderungen. Der Spaß war zurück, die Leidenschaft, Körperspannung und die Freude nach 10:57h endlich auf dem Velmerstot zu stehen und zu wissen, dass ich neben einer mega physischen Leistung vor allem mental überzeugt habe.

Echte Freude nach einem harten Tag

Mindset Change

Ein Turn Down ist leicht erklärt und kennt bestimmt jedeR, der/die mal eine längere Tour gefahren ist und es irgendwann nicht mehr rund läuft. Bei mir war es aber anders, denn die Voraussetzungen für 12+ Stunden radfahren waren nach 2,5h sehr bescheiden und meine Unzufriedenheit auf einem Höhepunkt.

Ich habe meine negative Gedankenspirale frühzeitig erkannt und reflektiert. Aufgeben war keine Option, also musste ich eine Lösung finden. Anspruch erhöhen, Vertrauen finden. positive Glaubenssätze und ein Rückgriff auf meinen Erfahrungsschatz. bedeutet konkret: 1. ich wusste, dass ich ab Stunde 6 bis zum Ende eher besser als schlechter werde im Verhältnis zu Reinhard und Thomas. Mein Anspruch war nicht mehr nur hinterher zu fahren und mit dem Wetter zu hadern, sondern mitzufahren und mehr zu investieren. Ich kann es nämlich, hatte es ja nur vergessen :D Zu guter letzt half natürlich auch ein positiver Glaubenssatz: “Ich werde die Externsteine sehen und den Velmerstot bezwingen, dafür habe ich schließlich trainiert.”

Meine normalisierte Leistung kletterte von 202 Watt nach 5:30h auf 208 Watt nach 11:57. Eine für die Distanz in der zweiten Hälfte sehr gute Steigerung, zumal weitere Schiebepassagen vorhanden waren. Der Mindset Change hatte auch ein Einfluss auf meine Downhill Qualitäten, denn mit steigenden Selbstvertrauen kann ich deutlich besser abfahren.

Gestern gab es dann einen Ruhetag und Reinhard, Thomas und ich ließen den tag nett ausklingen. Heute gab es Bike2Work als Regenerationsfahrt, davor bereits Bike2Kindergarten. Der Körper hat die Strapazen gut verkraftet.

Coffee & Chainrings Bericht: Trans Hermann(sweg).

Erkenntnis des Tages

ich saß heute ziemlich mies auf dem Bike. Dehnen und Stabi wäre gestern eine sinnvolle Maßnahme gewesen, das Nichtstun habe ich heute bitter bereut. Ansonsten ging das Radfahren bereits wieder gut.

Frage des Tages

Welches Kettenblatt ist wann Trumpf?