Es hat bekanntlich nicht sein sollen. In meiner Instagram Story habe ich bereits berichtet, hier im Trainingstagebuch habe ich mich bisher zurück gehalten. Ein Verkehrsunfall am vergangenen Montag beendete mit meine 1000km Challenge noch bevor sie quasi angefangen hat. Shit happens.

PMP Coaching power2max

Von der Straße abgeräumt, nachdem ein Wohnwagen Gespann zuerst mich anhupte und schließlich beim Einscheren mir keinen Platz ließ. Absicht? In Anbetracht einer fehlenden Entschuldigungen und Beleidigungen schließe ich das zumindest nicht aus. Mit Prellungen von Kopf bis Fuß bis ich glimpflich davon gekommen, ich darf mir nicht ausmalen, was alles hätte passieren können.

Meinem Rad geht es dafür weniger gut. Wusstest du, dass die Dekra Fahrräder begutachtet? Dank Dominik, der mich am Montag netterweise von den Unfallstelle abholte und das Rad nach Hause brachte, habe ich das Gutachten dort in Auftrag gegeben. Mein Anwalt wird sich um den Rest kümmern. Die Polizei hat Anzeige auf gefährliche Körperverletzung gestellt, die als Offizialdelikt von Amt wegen verfolgt wird. Aufgrund der Situation und des Verhalten des Fahrzeugführers werde ich alle meine rechtlichen Mittel ausschöpfen.

Sportlich gesehen werte ich den Unfall, die Ausfallzeit und die entfallene 1000km Woche nicht als Rückschlag. Im Gegenteil, der CP20 und RCP Test bestätigte meine Form und ich bin mega gut drauf (bei sinkenden Gewicht). Während mich der Ausfall vor einem halben Jahr bestimmt noch mental runtergezogen hätte, bleibe ich positiv und optimistisch.

In Rücksprache mit Natascha (B.Active) und Torsten (PMP Coaching) haben wir die Trainingswoche verschoben, wenn mein Heilungsprozess weiter voranschreitet, werde ich ab Juni wieder ins Training einsteigen und mein Projekt planmäßig weiter fortsetzen.

Mit der Höhenmeter Challenge 1 ist der Wiedereinstieg kurz aber schmerzhaft: 3 Tage Training und jeweils geht es um darum möglichst schnell 1000hm, 2000hm und wieder 1000hm zu fahren. Ausgeruht werde ich sein. Derzeit hoffe ich, dass die Schwellungen im Nacken abheilen, ich gehe aber stark davon aus. Entscheidend wird morgen der Eindruck von Physiotherapeut Jarmo sein.

Handlungsplan das A und O

Vier Tage nach dem Unfall frage ich mich natürlich immer noch, was anders gelaufen ist und wieso ich weder in Loch gefallen bin oder meinen Optimismus verloren habe. Ich hatte einen Handlungsplan. Ich bin planmäßig vorgegangen und habe im Prinzip alle Schritte meiner mentalen Trainingsplanung auf die neue Situation angewendet. Bereits Montag Abend hatte ich Termine zur Erstellung eines Gutachten für den Schaden, hatte einen Termin beim Anwalt und ein ärztliches Gutachten über meine Verletzungen in Auftrag gegeben. Ich hatte einen Plan, worauf es Dienstag und Mittwoch ankommt UND bin nicht mit mir ins Gericht gegangen, als ich Montag Abend den Tag des Schreckens mit einer größeren Portion Medjoul Datteln zumindest geschmacklich versüßte.

Stattdessen akzeptierte ich das und machte einen Plan wie ich in den folgenden Tagen mit der Ernährung umgehe. Ich esse gerne und viel. Der Kühlschrank war Rand voll. Ich hatte mit einem Tagesbedarf von 3000-5000kcal in dieser Woche gerechnet. Und was ist die Belohnung für 6-8 Stunden Training am Tag…. Darauf war ich mental auch eingestellt. Also verbat ich mir die Belohnungen nicht, sondern reduzierte sie auf ein angemessenes Niveau. Heute habe ich das gleiche Gewicht wie Montag morgen vor dem Start in die Woche. Stabil!

Erkenntnis der Woche

Es bleibt der einzige Beitrag in dieser Woche. Ab Montag werde ich mit Tag 152 wieder das tägliche Trainingstagebuch fortsetzen. Dann gibt es auch sportlich etwas zu berichten. Deswegen auch keine Erkenntnis für heute, sondern für die ganze Woche.

Sich auf mögliche Hindernisse vorbereiten ist das A und O für eine gute Leistungsentwicklung. In der Psychologie des Gelingens nennt es Gabrielle Oettingen die WOOP Methode. Wish Outcome Obstacle Plan, also Wunsch, Ergebnis, Hindernis und Plan. Die Technik dahinter greift sowohl auf mentales Kontrastrieren als auch auf Durchführungsintentionen zurück. Heißt Selbstreflexionen und Abgleich mit der Realität sowie die Erstellung eines passenden Plans, wo natürlich auch eventuelle Hindernisse in betracht gezogen werden müssen.

Nichts anderes habe ich nach dem Unfall gemacht. Mein Wunsch ist möglichst schnell wieder ins Training kommen, Hindernisse sind das Defekte Rad und meine Verletzungen. Ich habe alle notwendigen Schritte eingeleitet, um meine eigene Gesundheit zu mobilisieren und den Schaden meines Rads ersetzt zu bekommen.

Frage des Tages

Kann ich die 1000km Woche dieses Jahr noch einmal nachholen?