Heute habe ich im Training den Sweet Spot gesucht und einen ICE-Zug gefunden. Es frühlingt immer weiter, es blüht alles so schön außer meine Beine.

Es gibt Trainings die liebt man, Trainings die hasst man und Trainings, zu denen findet man keinen Zugang. Aus dieser Erkenntnis ist die heutige Frage des Tages entstanden.

Unterfangen viel hilft viel mit einem weiteren vier Stunden Abenteuer. Heute keine 1000hm, dafür 100km. Und immer schön die Trittfrequenz hoch. Es hat Spaß gemacht, bis das Training eigentlich anfangen sollte.

Während ich die ersten 2,5h mit wenigen Kohlenhydraten im G1 Bereich locker dahin pedalierte, sollte danach eine Stunde Sweet Spot folgen. Eine der Lieblingstrainings von Torsten und im Konzept von PMP Coaching fest verankert und in der Theorie von mir auch völlig akzeptiert. Dazu gleich mehr.

Lieblingsspots bei Sonnenschein

Die ersten zwei Drittel des Trainings haben dafür viel Erzählstoff. Das Hochwasser an der Rur ist so März, dass der Boden wieder so trocken ist, dass man hin und wieder Bremspunkte besser ansteuern sollte. :-)

Im Nationalpark de Meinweg gehören die Fietspads zu meinen Lieblingswegen und auch immG1 Bereich gibt es Trailkombis die Spaß machen. Zu guterletzt etwas seltenes. Ein ICE mitten im Wald. An einem unbeschrankten Bahnübergang. Wahnsinn! Definitiv auch kein Aprilscherz, sondern Siemens Testgelände.

Wo ist der Sweet Spot

So richtig viel Dampf hatte ich heute nicht auf dem Pedal aber im Laktatbildungsratentraining mit 20gr/Kh pro Stunde erklärbar, dass 10-15 Watt fehlten und ich eher im mittleren G1 Bereich gefahren bin.

Trotzdem begann im Kopf das Denken. SST wird nix, alles böse, bla bla… ihr kennt das. Mit einem Gel und Flaschenwechsel auf 70gr KH für die kommende Stunde ging es los. Aufgeben ist keine Option.

Richtig gefunden habe ich den Sweet Spot nicht. Zwar konnte ich alle Teufel vertreiben und die Stunde durchziehen aber der Druck fehlte, obwohl der Akku gar nicht so leer ist.

Ich glaube es ist eine Mischung aus verschiedenen Ursachen. Ich habe immer Probleme hinten raus was zu mobilisieren, ein SST Intervall im letzten Trainingsviertel ist ja quasi eine Simulation dessen.

Es ist nicht so, als hätte ich heute besonders gelitten und wenig Leistung erbracht. Leistung und Puls (242 Watt zu 152 Puls) passen gut zusammen aber zeigen auch, dass mein Leiden gering war. Problematisch war auch der fehlende Zugang auf meine Trittfrequenz, ich musste immer kraftvoll treten, um die Leistung hoch zu halten. Das erfordert viel mehr Fokus als eine hohe Kadenz.

Nicht das wir uns jetzt falsch verstehen. Ich bin nicht enttäuscht oder verzweifelt. Auch kein Mimimi. Ich hab die Stunde ja so gut es ging durchgezogen, früher hätte ich wohl gar nicht angefangen oder aber nach 10-15min abgebrochen. Jetzt hab ich ein Ergebnis. Und ein Ziel. Verbesserung der SST Leistung über eine Stunde.

Frage des Tages

Finde ich einen Zugang zu SST Intervallen am Ende eines längeren G1 VLaMax Trainings?

Erkenntnis des Tages

Viele Mechanismen greifen, um im Krisenfall (wenn das Training nicht planmäßig verläuft) gegenzusteuern und das beste aus der Situation zu machen. Nichtsdestotrotz muss ich eine Bereitschaft entwickeln Leistung abzurufen, wenn diese gefordert ist. Die letzten fünf Minuten des Intervalls haben gezeigt, dass ich die Physis habe. Ich muss lernen diese abzurufen.