Letzter Tag vor der Ruhewoche. Eine weitere längere Einheit. Wichtig für das Trainingslager nächste Woche. Fürs Gefühl und alles.

Mit einer kurzen Nacht auf der Arbeit (7h) war mir klar, dass die Erholung nicht wie gewünscht ausfällt und mir die Einheit von gestern in den Knochen steckt. Letztendlich wird es jetzt im Trainingslager darum gehen, wiederholt längere und lange Einheiten zu fahren und zu verkraften lernen.

Die Performance war heute schwach. Schnell war mir klar, dass ich mit einer Strassenrunde noch mehr zu kämpfen bekomme. Der Wind war extrem fies. Also bin ich im Grenzgebiet zwischen DE-NL auf meinen Lieblings Trails gefahren.

Es war keine Glanzvorstellung aber ich konnte das Training überwiegend trotzdem genießen. Weil Teile davon gut waren oder weil es eben auf den Trails Spaß gemacht. Auch, weil ich mir vor Augen gehalten habe, dass es unter Umständen bald nicht mehr möglich sein könnte… Mit knapp 185 Watt NP über 3h war ich im unteren Grundlagen Bereich unterwegs. So fühlte es sich an aber die Beine waren auch leer.

Was ich dabei während der Fahrt immer vergesse, dass Nüchterntrainings über diese Distanz auch immer Kräfte zehrender sind und meine VLaMax derzeit wahrscheinlich auch etwas zu hoch ist.

Also alles gut. Weniger gut bzw  kurz vor Rant bin ich dagegen mit Blick auf Kollegen der Bloggerszene (die zu gemeinsamen Fotoaktionen aufrufen) oder Fahrtechnikschulen, die meinen die Expertise zu haben und eigene Bewertungen der aktuellen Situation vornehmen zu müssen. Warum muss in Deutschland, so wie in NRW soeben geschehen, erst alles verboten werden, anstatt auf den seit Wochen gleich lautenden Rat soziale Kontakte, wo nicht notwendig, abzusagen? Warum muss man heute zu einem Fotoshooting aufrufen? Wieso überlegt man noch ins Trainingslager zu fahren? Haben wir Hobbysportler das nötig? Können wir nicht einen Gang runterschrauben, zu Hause bleiben und alleine fahren?

Wir gefährden uns nicht nur selbst, sondern auch andere. Der Fremdschutz ist bei der Verlangsamung der Pandemie das A und O. Mir steht es nicht zu, die Maßnahmen zu bewerten. Mir steht es auch nicht zu an Treffen festzuhalten, weil die Einschätzung der Gefahr gering ist. Sie ist gegeben. Wenn nicht für mich, dann für andere. Und wer weiß denn bitte, ob er infiziert ist oder nicht? So lang der Großteil nicht getestet wird, bilden die aktuellen Zahlen das Minimum an Infizierten ab  und wie schnell aus 4000 mehrere hunderttausend werden kann, kann jeder mit einem Taschenrechner nachrechnen, in dem die Zahl alle 6 Tage verdoppelt wird.

Egal wieviele Besucher wir haben, als Sportverein aber auch als Sportblog haben wir eine gesellschaftliche Verantwortung und die müssen wir wahrnehmen und dürfen aus egoistischen Motiven nicht andere gefährden.

Zum Glück denken die meisten Radsportvereine wie wir und haben frühzeitig ebenfalls eigene Teamtrainings abgesagt. Auch viele Sportblogger, allen voran Roman Baltes