Natürlich haben die Entwicklungen der letzten Wochen einiges durcheinandergebracht. Aber Trübsal zu blasen hat noch nie jemanden weitergebracht und wie es weitergeht, steht ja auch noch in den Sternen. Daher gilt für Tim und Schildi weiterhin: der Fokus liegt auf der MAXXIS BIKE Transalp 2020.

Denn für den Tag X möchten beide weiter top vorbereitet sein und auf das Training – natürlich solo, auf der Rolle und immer ohne Risiko – verzichten beide nicht und wären bereit für die MAXXIS BIKE Transalp 2020. Das bedeutet natürlich, dass das Techniktraining erst einmal auf der Strecke bleiben muss, denn steinige Trails oder schnelle Abfahrten sind derzeit definitiv ein No-Go! Zeit also, um auch einmal über das Equipment und die Ziele zu sprechen.

Sebastian: Wir haben ja schon ausgiebig über Euer Training und Euch selbst gesprochen, doch das ist natürlich nicht alles, was Ihr bei der Transalp braucht – vergessen wir also die Bikes nicht! Daher – womit werdet Ihr fahren, erzählt mal ein wenig über Eure Räder und wie Ihr sie für die Transalp optimiert!

Fully vs Hardtail

Tim: Ich werde mit dem neuesten Hype und somit auch mit dem perfekten Bike in die Transalp starten. Ich setze auf das neue Trek Top Fuel im Customaufbau: ein 120 mm Trailbike mit versenkbarer Sattelstütze und 31 mm Tubeless-Carbonfelgen, aber schnellen Reifen, leichten Anbauteilen und sportlicher Sitzposition. Da stoßen Welten, vielleicht auch Religionen aufeinander, wenn ich Schildis Race-Hardtail dagegen sehe. Ich glaube aber, ich habe die bessere Wahl getroffen. Den Komfort eines Fullys möchte ich gerade 7 Tage hintereinander nicht missen, und bergab kann ich meine vielleicht unzureichende Technik kaschieren, indem dieses Superbike einfach alles glattbügelt.

Schildi: Ich schwöre wie die meisten Profis in den Alpen auch auf ein leichtes Hardtail, ich fahr ein Cannondale FSI von 2015. Damit kam ich auch beim Stoneman in der Schweiz super zurecht, daher habe ich keine Sorge vor den Trails bei der Transalp. Viel habe ich nicht geändert oder vor zu ändern. Ich hab einen neuen, sehr leichten Laufradsatz mit robuster Nabe und habe vor, mich an tubeless ranzutrauen. Bislang habe ich zwar keine Probleme mit Schläuchen, aber bei der Transalp sind Durchschläge doch nicht unmöglich. Daher taste ich mich mal daran. Und seit ein paar Wochen habe ich das Rad noch mit einem Powermeter von power2max gepimpt. Der wird mich hoffentlich davor bewahren, beim Rennen zu überpacen und mein Training noch effektiver machen.

Ohne Ziel, aber nicht ziellos

Sebastian: Geht Ihr eigentlich mit einem klar definierten Ziel in die Transalp oder lasst Ihr alles auf Euch zukommen?

Schildi: Puh, ehrlich gesagt lassen wir es erst einmal auf uns zukommen. Wir wollen natürlich weder bummeln noch überpacen, vielleicht ergeben sich Wettstreits unter leistungsähnlichen Teams, das werden wir sehen. Aber ein Platzierungsziel haben wir uns erst einmal nicht gesetzt.

Tim: Genau, wir werden sehen. Bei solch einem langen und anspruchsvollen Rennen sortiert sich, gerade im Jedermannfeld, früher oder später automatisch alles nach dem individuellen beziehungsweise dem Teamleistungsvermögen. Was du am Ende sparst, hast du hinterher oder umgekehrt. Es führt dich bei jedem Ansatz an die Grenzen. Eine Platzierung ist etwas, das am Ende rauskommt und dann da steht. Ob es gut oder schlecht war, hängt nicht von einer Zahl, sondern von unserem Empfinden ab. In der für mich neuen Kategorie “Masters” habe ich kein Gespür dafür, was möglich sein könnte. Sagt auf jeden Fall Bescheid, falls wir gewinnen, dann können wir vorher eine Flasche Schampus kaufen…

Lieber Tim, das machen wir natürlich!