Die Schlagzeilen zum Corona Virus und der Pandemie überschlagen sich täglich, auch bei uns im Verein ist es das beherrschende Thema. Teamtrainings und Veranstaltungen hatten wir bereits frühzeitig in der letzte Wochen abgesagt, weil unsere gesellschaftliche Verantwortung auch im Kleinen wichtiger ist als der Sport. 

Die Wucht der großen Zahl in der Süddeutschen Zeitung erklärt, warum wir gerade jetzt die Situation ernst nehmen müssen und es auch an unserer Verantwortung liegt die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.  Unser Unverständnis wuchs mit jedem Tag darüber, dass trotzdem an nicht notwendigen Veranstaltungen festgehalten wurde.

Glücklicherweise haben die meisten Radsportvereine ebenso frühzeitig ihre Trainings und Veranstaltung abgesagt. Natürlich ist es für uns scheiße, dass die Saison ins Ungewisse verschoben wurde. Wir haben uns natürlich genauso auf unsere Saison gefreut. Zurzeit gibt es wichtigeres. So zu leben, als wäre man infiziert, habe ich gelesen. Mit dem Ziel andere nicht anzustecken, anstatt so zu leben, als wolle man den Virus nicht bekommen.

Quarantäne Training als einzige Lösung?

Meine Anfrage an den Radsportverband NRW über den Berzirksverband Mönchengladbach brachte keine eindeutige Antwort auf die Frage, da es seitens des Verbands eine Stellungnahme gibt aber keine konkrete Empfehlung. Herr Dauven vom Bezirksverband Mönchengladbach fasst es aber sinnvoll zusammen:

Meine persönliche Empfehlung ist alleine zu trainieren und alle überflüssigen
sozialen Kontakte vermeiden, denn man möchte ja nicht unbedingt angesteckt
werden aber auch nicht selbst jemanden anstecken, wenn man denn infiziert sein.
Genauso sieht es Roman Baltes, der weder panisch noch ängstlich ist aber trotzdem Quarantäne Training betreibt, weil
  1. man unüberlegt irgendwo war, wo man Kontakt zu infizierten Personen oder nur dem Umfeld von infizierten Personen hatte.
  2. man damit auch die Gefahr erhöht im Umfeld größere Quarantänemaßnahmen für die Familie auszulösen.
  3. aufgrund der wenigen Tests und der langen Inkubationszeit niemand sicher sagen kann, dass er das Virus nicht hat.

In der aktuellen Lage der Nation (Folge 180) werden die aktuellen Zahlen als Minimum der Infizierten erklärt. Ein Podcast, der nicht für Panikmache steht, sondern hochwerten Qualitätsjournalismus bietet.

Unter allen Fakten, die uns bisher bekannt sind, ist Quarantäne Training derzeit die einzige Möglichkeit sich selbst und (vor allem) andere zu schützen und sich mit verantwortlich für die Verlangsam der Ausbreitung zu zeigen.

Dem Virus davon radeln

Der Corona Codex ist vielleicht ein guter Weg zu einer verantwortungsvollen Selbstverpflichtung. Quarantäne Training bzw. radfahren hilft im Übrigen die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Corona davon fahren, nicht weil Bewegung hilft, sondern weil radfahren Bewegung unterbindet.

Wer Fahrrad fährt, fährt nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Er oder sie hat – erstens – also ein deutlich geringeres Risiko als dort, sich ein Atemwegsvirus einzufangen.

Zweitens sind Radfahrer, die vielleicht nicht krank, aber doch schon infiziert sind, dann auch kein Infektionsrisiko für jene, die nicht anders können oder wollen und trotzdem mit den Öffentlichen fahren.

Drittens wird es in Bussen und Bahnwagen weniger eng, was für das Virus die Bewegungsfreiheit sehr einschränkt. Denn je weniger eng man mit je weniger Leuten in einem Raum zusammen ist, desto unwahrscheinlicher ist eine Übertragung. Das ist nicht nur des größeren Anstands wegen so, sondern auch, weil dann im Mittel weniger Infizierte in einem Wagen sind.

„Fahrrad für alle, die in der Lage sind“, sei eine einfache Intervention, habe jenen Dreifacheffekt und sei deshalb „wahrscheinlich hocheffektiv“, sagt der Epidemiologe und frühere Chef des Deutschen Cochrane-Zentrums in Freiburg, Gerd Antes. Ihm sei „völlig unverständlich, warum das nicht pausenlos in die Köpfe getrieben“ werde.

(Quelle: Dem Coronavirus – zumindest ein bisschen – davonradeln, https://www.tagesspiegel.de/wissen/was-hilft-gegen-die-ausbreitung-von-covid-19-dem-coronavirus-zumindest-ein-bisschen-davonradeln/25646010.html, Stand 16.03.2020 8:50 Uhr)

Empfehlenswerte Links

Zum Abschluss haben wir empfehlenswerte Links zum Thema für dich zusammengestellt. Gerade auf Twitter gibt es sehr sachliche Informationen. Als Podcast empfehlen wir neben der Lage der Nation das vom NDR publizierte Coronavirus-Update mit Christian Drosten.