Ben Zwiehoff über seinen Wechsel zu CENTURION VAUDE

2019 endete für Ben Zwiehoff sehr ereignisreich mit seinem für viele überraschenden Wechsel von Bergamont zu CENTURION VAUDE. Im Interview mit uns erklärt Ben seinen Wechsel und spricht offen über seine Mountainbike Saisonziele 2020.

Überraschend kündigte Ben Zwiehoff auf seiner Homepage das Vertragsende mit Bergamont zum Jahresende 2019 an, um einen Tag später für viele noch überraschender seinen Beitritt bei der Equipe CENTURION VAUDE zu erklären.

Im Interview mit uns erklärt Ben seine Motivationen zum Wechsel und zeigt sich nach zwei erfolgreichen Trainingslagern und über 4000km Trainingskilometern im Dezember ambitioniert und selbstbewusst, was seine Ziele 2020 angeht.

Natürlich bleibt das Thema Olmypia 2020 und der Mountainbike XCO Weltcup zentral, wir Fanboys hoffen natürlich auf mehr Sendezeit von Ben Zwiehoff während der Rennen. Aber durch seinen Wechsel zu CENTRUION VAUDE eröffnen sich auch andere Möglichkeiten, was Etappenrennen angeht. Die mag Ben Zwiehoff sowieso sehr gerne. Und die frühe Austragung der MTB Marathon DM spielt dem Essener auch in die Karten.

Ben Zwiehoff im Interview mit Coffee & Chainrings

Das rot-weiße Dress mit Centurion Rad steht Ben Zwiehoff bereits jetzt super. (Foto: Ben Zwiehoff)

Coffee & Chainrings: Dein Wechsel zu CENTURION VAUDE kam überraschend. Greift nun die jetzt erst recht Mentalität, die im Ruhrpott fest verankert ist? 

Ben Zwiehoff: So überraschend war das für mich gar nicht. Ich habe mit Bergamont jahrelang einen sehr zuverlässigen Partner an meiner Seite gehabt. Die Hamburger haben mir den Schritt ins Profibusiness ermöglicht und den Grundstein für meinen bisherigen Werdegang gelegt. Nun hat sich in den letzten beiden Jahren die Ausrichtung so massiv geändert, dass unsere Ziele nicht mehr miteinander vereinbar waren. Für mich war es somit logisch, dass ein Teamwechsel kommen würde. Jetzt halt ein Jahr früher als ursprünglich gedacht. Mit Centurion-Vaude habe ich ein Team gefunden, dass einen ähnlichen Werdegang wie ich selbst hingelegt hat. Richard Dämpfle, Heiko und Harald Mathis haben Anfang der 2000er auch klein angefangen. Dass wir nun fast 20 Jahre später zusammen gefunden haben, finde ich schon stark. Im Team herrscht eine Malocher-Mentalität, die mir als Ruhrpott-Junge natürlich extrem gut gefällt. Ich habe das jetzt im Trainingslager hautnah mitbekommen. Jeder arbeitet sehr fokussiert und hart daran, seine Ziele zu erreichen. Kein Wunder also, dass wir uns alle direkt super verstehen. Darüber hinaus boten mir Richard Dämpfle und Bernd Reutemann mit ihrem Know-How, ihrer Erfahrung, ihren wissenschaftlichen Ansätzen und letztendlich auch mit ihrem super Material sowie Support genau das Umfeld, das ich mir für meine Zukunft gewünscht habe. Ich freue mich, dass es jetzt schon im olympischen Jahr soweit ist und dass ich gemeinsam mit dem Team meine Ziele erreichen kann. 

Coffee & Chainrings: Mit Centurion hast du ein neuen Radhersteller. Zum ersten Mal kein Bergamont, dafür eine richtige Waffe. Im Marathon hat das Team mit dem Rad viele große Erfolge gefeiert. 

Ben Zwiehoff: Auf jeden Fall. Leider konnte ich mein neues Centurion Numinis Carbon XC Team bisher nur zwei Mal testen, aber es fühlt sich schon brutal gut an. Alleine das Gewicht und das Tuning unseres Mechanikers Roli machen schon einen herben Unterschied. Mit dem richtigen Set-Up der SR-Suntour-Komponenten geht sowohl auf den Etappen-Rennen, als auch im Weltcup richtig was. Dazu noch Ceramic-Speed – ich sag´s euch: Ein Träumchen! 

Coffee & Chainrings: Im Trainingslager hast du das Team zeitnah nach deinem Wechsel getroffen und nach einer weihnachtlichen Ruhewoche direkt wieder Malle?  

Ben Zwiehoff: Na aber sicher. Das Wetter hier in Deutschland ist ja auch nicht gerade einladend für lange Grundlageneinheiten. Außerdem habe ich mich total auf die Zeit mit dem Team gefreut und war echt glücklich, dass ich gleich mit einem Team-Camp ins Abenteuer Centurion-Vaude starten konnte. Mir macht es unheimlich Spaß mit allen zusammenzuarbeiten. Torsten Walter ist seit langem ein guter Kumpel und gleichzeitig mein Physio, Steffi (Dohrn) wird genauso wie ich von meinem Papa trainiert, Vinz (Vincent Dorn) kenne ich auch schon von den XCO-Rennen, unseren „Young-Gun“ Julian  habe ich jetzt auf Malle richtig kennengelernt und Jochen (Käss) ist mir natürlich als Institution in der deutschen MTB-Szene schon seit Jahren ein Begriff. Ich liebe auch unsere Ösi-Fraktion. Philip (Handl) und Geisi (Daniel Geismayer) sind zwei super Typen.  Ich freue mich schon auf das erste Etappenrennen mit der Bande! Mit allen anderen Teammitgliedern sowie dem gesamten Staff verstehe ich mich seit dem ersten Treffen ebenfalls super gut. Es passt einfach wie „Arsch auf Eimer“.  Insofern hatte ich seit Anfang Dezember wirklich eine super Zeit. Im ersten Camp konnte ich eine breite Basis mit vielen Grundlagenkilometern legen. Das zweite Trainingslager diente jetzt dazu, für die anstehenden Etappenrennen schonmal etwas Feinschliff und Form zu bekommen. Die Einheiten wurden deutlich intensiver und ich habe gleich gemerkt wie stark ich von der Basisarbeit profitiert habe. Wir befinden uns also auf einem guten Weg.  

Coffee & Chainrings: Was wird sich für dich mit dem neuen Team ändern? Dein Ziel um den Olympia Platz zu kämpfen bleibt bestehen. Gibts eine Änderung in der Vorbereitung? Wie sieht´s in Sachen Cape Epic aus? 

Ben Zwiehoff: Die größte Änderung werden sicherlich der umfangreiche Support und die neuen wissenschaftlichen Methoden, die u.a. Clemens Hesse als Team-Trainer mitbringt, sein. Letztendlich sind das aber gewollte Veränderungen, von denen im Idealfall nicht nur ich, sondern das gesamte Team sowie mein gesamtes Umfeld profitieren. Unser gemeinsames Ziel ist die Nominierung für die olympischen Spiele. Wenn ich schon so nah dran bin, dann will ich mir meinen Olympiatraum auch erfüllen. Für mich war von Beginn des Olympiazyklus an klar, dass ich nach Tokio will und dafür arbeite ich aktuell so hart wie noch nie. Ansonsten ändert sich an der Vorbereitung gar nicht so viel. Ich starte wie immer auf Lanzarote in die Saison. Das Team wird in diesem Frühjahr den Fokus statt auf das Cape Epic auf das Andalusia-Bike-Race setzen und rennt damit bei mir offene Türen ein. Ein spanisches SHC-Rennen ist für mich ein absolutes Highlight und ich wäre wohl in jedem Fall dort gefahren. Das Cape-Epic wäre natürlich auch super, ist aber sowohl mit hohem Aufwand, als auch mit einem großen sportlichen Risiko verbunden. Deswegen liegt bei mir der Fokus im Olympiajahr auf anderen Rennen wie z.B. der DM Marathon, die bereits Ende April stattfinden wird. Für mich ist  das Andalusia-Bike-Race dazu die perfekte Plattform und ein guter Kompromiss, um einerseits die Weltcupsaison vorzubereiten bzw. ausreichend Punkte zu sammeln und andererseits mal meine Fähigkeiten über mehr als vier Etappen zu testen. Darüber hinaus werde ich in diesem Jahr bei beiden deutschen Meisterschaften (XCO & XCM) auf die Jagd nach dem Trikot gehen. Nach den Plätzen drei in 2018 und zwei in 2019 ist die logische Konsequenz natürlich zumindest ein Titel, oder? ;-)  

Coffee & Chainrings: Ben, für das kommende Jahr das Beste! Pommes rot weiß ist sowieso oldschool Ruhrpott und damit hast du schon mal den Pöbel hinter dir ;-) Glück auf.

Daniel

2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

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