La Hallonienne 2019

Einen schöneren Saisonstart kann man sich gar nicht vorstellen als in den Ardennen bei Sonne und Temperaturen jenseits der 20 Grad mit 75km feinsten belgischen Trails. Entsprechend geflasht kehrte Daniel nach 4:08h zurück ins Ziel.

Verglichen mit der Saison 2018 verlief der Saisonstart für Daniel ausgesprochen konstant. La Hallonienne ist ein typisch belgisches Rennen mit einer Menge Ardennen Trails, Wurzeln und der einen oder anderen Herausforderung. Kein Vergleich zu deutschen Mountainbike Marathons.

Bei feinstem Wetter versammelten sich über 1000 Mountainbiker in Grand-Halleux zum Saisonstart der BAMS (Belgian Ardennes Mountainbike Series), ein von der Spitze weg stark besetztes Feld das auch im Mittelfeld mit hoher Leistungsdichte überzeugte. Einzig Vorjahressieger Matthieu van der Poel wurde vermisst, der sich aber nach dem ruhmreichen Sieg beim Amstelgold Race zu Recht eine Pause gönnte.

Wurzeln und Wasser, die Essenz belgischer Mountainbike Marathons. Quelle: Yojo Fotograf: Christophe Bortels

Während in Deutschland überwiegend die Kurz- und Mittelstrecke hoch frequentiert ist, spiegeln auch die Verteilung der Starterzahlen die hohe Leistungsdichte wider. 735 Fahrer starteten um 9:00 auf der Langstrecke, 277 auf der Mittelstrecke (45km) und nur 57 auf der Kurzstrecke. Was würden sich unsere Freunde vom Kellerwald Bike Marathon bei ihrem Rennen über diese Verteilung freuen.

La Grande Hallonienne

75km, 2000hm waren die Keyfacts zum Mountainbike Rennen in Grand-halleux und wer schon einmal in Belgien war, weiß wie hart diese Rennen sind. Sowohl für die Spitze als auch für das Hauptfeld.

Ungewöhnlich für belgische Rennen ging es nach dem Start direkt zur Sache, ich glaube ich habe noch nie so einen harten Schlag gegen meinen Lenker bekommen wie in dieser Startphase. Zum Glück beherrschen die Belgier allesamt ihre Räder gut und während der Verursacher quer stand und ich den Schlag ausbalancierte, entstand keine weitere Unruhe im Feld.

Nach 500m folgte der erste Anstieg und durch das Nadelöhr 5m breite Asphaltstraße zur ruppigen Wiesensteigung entstand ein Stau, der alle etwas aus dem Konzept brachte. Mindestens 20 Fahrer fielen mir durch Abkürzen (Tragen der Räder durch Buschwerk, Verlassen der Strecke) auf, eine Disqualifikation wäre hier der richtige Weg, um solche Situationen künftig zu vermeiden.

Andererseits habe ich beim Warmfahren gestaunt, wieviele Straßen mit 15% und mehr das Tal von Grand-halleux säumten und eine Einführungsrunde wäre zur Entzerrung vielleicht auch angemessen gewesen.

Nach dem Stau ging es dann aber flüssig weiter und das Rennen bot eine Menge fahrtechnischer Highlights und spätestens wenn Daniel in den Downhills beginnt zu springen, dann ist die Leichtigkeit und der Fahrspaß aus den vergangenen Jahren zurück.

Fotos von BAMS, Vojo. Fotograf: Christophe Bartels

Wer allerdings die Ardennen trocken erwartet hätte, der kennt die Belgier nicht. Die letzten Matschlöcher, feuchte Bachbetten und Flußdurchfahrten sorgten für angenehme Abkühlung.

Saisonstart in Belgien

Für mich war La Hallonienne das erste Rennen in 2019 und die Erwartungen gespalten. Das letzte Jahr hat Selbstvertrauen gekostet und bereits auf der Anfahrt hatte ich alle Mühe die Selbstzweifel im Auto zu lassen.

Bis zum Startschuss konnte ich mir netterweise die Zeit mit Alwin Penners vertreiben, eine “Internet Bekanntschaft” die ich endlich ins Reallife mitnehmen kann. Ohne Alwin keine MTB Discovery Runde oder MTB Windraak Runde, also eine wichtige Person aus dem Netz, der sich in der Realität auch als extrem angenehm erwies. Im Rennen aber eine Nummer zu stark für meine aktuelle Form, Alwin zog bereits beim Start davon und beendete das Rennen in der M3 auf Platz 12 nach 3:48 mit 20min Vorsprung.

Ich begann das Rennen aber auch sehr konservativ und hielt mich, insbesondere auch nach dem ich knapp 150m nach dem Start fast abgeräumt wurde, aus allen Scharmützeln heraus. meine defensive Fahrweise brachte mich dann in den Stau, der 5min Fahrzeit bestimmt gekostet hat, allerdings hatte mich die Situation gar nicht aus dem Konzept gebracht. Ich fuhr weiterhin meinen Stiefel weg.

Nach der ersten Stunde und einen Schnitt von 13,2km/h sorgte ich mich etwas zu spät auf der Arbeit zu erscheinen, da ich “nur” 5,5h Zeit hatte für das Rennen, um pünktlich zu sein. Typische Gedanken eines Hobbyathleten eben.

Die ersten Downhills des Tages liefen gut, ich hatte eine sehr gute Sicherheit und musste immer wieder an die Gespräche mit Schildi denken, der mir sehr geholfen hat. In den folgenden schnellen Downhills konnte ich richtig laufen lassen ohne ein Gefühl der Unsicherheit festzustellen.

Auch in de technischen Abschnitten hatte ich ausreichend Druck auf dem Pedal und konnte stets mein Tempo halten und den Anschluss im Mittelfeld halten. Der starke Gegenwind sorgte für viele Vorteile im Windschatten fahren, so dass ich meine Leistungsspitzen nicht an den steilen Rampen setzte, sondern taktisch clever um schnellere Gruppen zu halten.

Die ersten 3h konnte ich so in NP 250 Watt fahren und machte dann den einzigen Fehler des Tages, statt wie geplant an Verpflegung 3 (km 51) zu halten um meine Flasche zu füllen, fuhr ich vorbei und entschied mich 13km zu warten. Allerdings war meine Flasche nicht wie angenommen halb voll sondern leer, die Temperaturen hoch und mein Durst stark. Folglich litt ich die nächsten 45min extrem, hatte dann auch beim Kennenlernen von Uwe Dombrowski keine Muße für einen Talk dranzubleiben, obwohl ich mit Uwe gerne ein wenig geplaudert hätte.

Nach der letzten Verpflegung und mit voller Flasche konnte ich dann auf den letzten Kilometern nachsetzen, was wiederum sehr stark von mir war und das geübte Weitermachen, immer Weitermachen als verinnerlichte Komponente manifestierte.

Mit 4:08h Fahrzeit (4:13h gewertet) belegte ich in der M1 Platz 151, Gesamt 372 und lande damit ziemlich genau im Mittelfeld. Der Anschluss ist also wiederhergestellt und insbesondere die konstante Leistung bestätigt die positive Entwicklung. Die 30 Watt Leistungsgewinn im Vergleich zu 2018 sind nicht nur über eine deutlich geringer angestiegene FTP zu erklären.

Fazit

Ein Saisonstart aus dem Training heraus kommt auch nicht jede Saison vor. Aber mit dem Schwerpunkt auf die Bikelovetour❤️ und 24h Rennen musste ich den Saisonstart unterordnen, damit das Training vor dem Rennblock möglichst effizient bleibt.

Zieht man 4-5% Prozent von der Leistung ab wäre ich deutlich unter 4h Fahrzeit geblieben, ein Resultat wo ich mich auch einordnen würde. Selten war ich zu Saisonbeginn stärker als heute, jetzt noch die Gewichtsprobleme beheben und einer erfolgreichen Saison 2019 steht nichts mehr im Weg.

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Veröffentlicht von

2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

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