Das Outfit eines Fahrradpendlers – Winteredition

Kennt ihr das, wenn du morgens bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zur Arbeit radelst, aber die Temperatur auf dem Rückweg fast zweistellig ist? Im ersten Moment ja nichts bedenkliches – mein kleiner Pendler Rucksack wird aber so richtig gefordert.

Da mein Rucksack nur ein Fassungsvermögen von 10L hat, ist es sehr schwer ausreichend Klamotten mitzunehmen. Mein Laptop, frische Unterwäsche und Ersatzteile für mein Rad (Schlauch, Pumpe, Beleuchtung, Flicken, Kabel usw.) füllen meinen Rucksack vollständig. Ein größerer Rucksack wäre hier sicherlich die Lösung, nun habe ich aber keinen deshalb muss ich mich mit diesem Problem rumtreiben.

Kälte und Wärme sind subjektive Empfindungen des Menschen und die Dichte und Verteilung der Wärme- und Kälterezeptoren sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Damit möchte ich sagen, dass meine Auswahl und Anzahl an Klamotten, die ich im Winter trage für einen als viel zu warm, dem anderen als noch zu kalt eingestuft werden können.

Funktionale Bekleidung VS „Zwiebelprinzip“

Ich bin der Meinung, dass funktionale Kleidung ihre Funktion nur unter bestimmten Bedingungen entfalten kann. Was bringt dir eine atmungsaktive Jacke, wenn die zwei bis drei Schichten darunter alles andere als Funktional sind? Hier empfehle ich einfach auszuprobieren, womit du dich am besten fühlst und was deiner Meinung nach auch angenehm zu tragen ist. Wichtig ist, es soll an keiner Stelle ziehen oder drücken.

Kopfbekleidung

Im Winter geht ohne Mütze gar nichts. Erst recht, wenn man wie ich ohne Haarpracht auskommen muss. *mimimi
Dabei wähle ich je nach Temperatur was aufs Haupt kommt. Bei fast zwei stelligen Temperaturen greife ich zum leichten Buff Tuch. Allein schon wegen dem Wind der durch den Kragen der Jacke in den Nacken zieht.

Bei einstelligen Temperaturen wähle ich zwischen einer Merinowolle Mütze von Giro oder eine Unterziehmütze von Assos. Beide schützen die Ohren und die Mütze von Giro verläuft sogar bis in den Nacken.

Wenn ich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder darunter zur Arbeit fahre, ziehe ich entweder die Thermo-Unterziehmütze + Buff Tuch an oder greife zur Sturmhaube. Dabei muss es nicht zwingend eine spezielle „Fahrrad-Sturmhaube“ sein. An Ampeln und Kreuzungen, wo ich einen kurzen Stop einlegen muss, ziehe ich mir diese aber unter den Mund, da sonst meine Brillen beschlagen.

Merino Mütze + Buff Tuch für eisige Temperaturen

Bekleidung für den Oberkörper

Ich trage selbst nie mehr als 3 Lagen an meinem Oberkörper. Damit bin ich bisher bis -10 Grad immer gut gefahren, ohne Ansatz von Kälte während des Fahrens.

Meine Klamotten teile ich folgendermaßen ein:

Bei trockenen Temperaturen von ca. +5 bis 10 Grad trage ich im Oberkörperbereich ein Langarm-Unterhemd, am liebsten die SkinFoil ¾ Winter von Assos (hab noch kein besseres Langarm-Unterhemd getragen), sowie ein Langarm-Trikot, dass etwas dicker ist. Wenn starker Wind im Spiel ist, darüber noch die „Blitzfeder“ Weste von Assos. Diese hemmt den Wind und gibt zur Winterzeit in safety-yellow noch zusätzlich Sichtbarkeit.

Bei Temperaturen von -10 bis +5 Grad greife ich zum SkinFoil 4/4 Winter Unterhemd von Assos, darüber ein Langarm-Trikot und dann noch eine Jacke. Bei der Jacke empfehle ich auf winddichte und atmungsaktive Funktionen zu achten. Meine Lieblings-Winterjacke fürs Pendeln ist in der Farbe “safety-yellow” mit ausreichender Anzahl an reflektierenden Elementen.

Zwiebel-Prinzip? 3-schichtig

Bei Regen spare ich mir die Winterjacke und greife zur dünnen Regenjacke. Ich trage die Castelli Idro Jacke, komplett wasserdicht bis das was über den Hals reinregnet. Dazu meine erste Regenjacke, die wirklich atmungsaktiv ist. Ihr kennt das sicherlich auch, wenn man eine „Regenjacke“ auszieht und der Schweiss sich darunter gesammelt hat als gäbe es kein Morgen mehr.

Die Regenjacken von Castelli und Gore nutzen beide die Shake-Dry Technologie und unterscheiden sich eigentlich nur in der Optik und Design.

Natürlich kosten diese Jacken eine Menge (ca. 180-350€) – würde ich nicht bei jedem Wetter mit dem Rad zur Arbeit fahren, würde ich mir diese Jacke nicht kaufen. Wann fährt man denn schon am Wochenende gezielt in den Regen? Wie viele Fahrten im Regen hast du pro Jahr?

Bekleidung für regnerische und nasse Tage

Rad-Hosen – Kurze Hose + Beinlinge oder lange Hose?

Ich fahre beides. Ich besitze nicht eine kurze „Thermo“- Radhose. Deswegen greife ich bei sehr kalten Temperaturen lieber zur langen Hose. Meine langen Hosen haben kein Sitzpolster, so ziehe ich darunter ein Bib-Short an, dazu das sehr dicke Material der langen Hose bis zu den Knöcheln. Da kommen keine Beinlinge gegen an.

Der Fahrkomfort ist meines Erachtens jedoch besser bei der Kombi kurze Radhose + Beinlinge. Bei langen Hosen spüre ich ein „ziehen“ in Kniebereich, was etwas unangenehm ist.

Beim Pendeln wähle ich meist Hosen die bereits ihre besten Tage hinter sich haben. Mir ist es zu schade, die optisch „schöneren“ oder „wertigeren“ Hosen bei Kurzstrecken zu tragen.

Schuhe und Socken – Überschuhe oder Winterschuhe?

Eine Glaubens- und Funktionsfrage. Ab November wandern meine Rennradschuhe frisch rausgeputzt in den Schrank. Jetzt ist die Zeit für Winterschuhe. Ich trage die Fizik Artica R5 Winter Rennradschuhe. Ich trage die Schuhe allerdings nicht weil sie schön warm sind – das würde ich ja mit normalen Rennradschuhen + Überschuhe auch hinbekommen – sondern vor allem weil sie komplett Wasserdicht sind.

Wasserdichte Schuhe? Ja. Nie wieder nasse Füße? Nein, leider.

Der Fizik Schuh an sich ist komplett wasserdicht, aber das Problem ist, die Nässe gelangt oben durch das Bein oder Beinlinge in den Schuh und füllt sich langsam. Trotzdem fahre ich mit dem Schuh deutlich länger trocken bei Regen, als bei einem „normalen“ Rennradschuh. Ich kann den Winterschuh von Fizik wärmstens empfehlen.

Überschuhe trage ich meist nur im Sommer als Schutz vor Regen oder wenn es morgens dann doch nochmal frostig ist gen Feierabend aber wieder warme Temperaturen herrschen.

Handschuhe – warum Handschuhe im Winter Lebensretter sind!

Handschuhe sind ein Thema für sich. Im Sommer schwören viele Radfahrer auf den besonderen Grip und Schutz der Handschuhe. Ich gehöre zu denjenigen, die im Sommer ohne Handschuhe fahren. Im Winter undenkbar! Ich glaube, das geht aber jedem so, oder?

Wenn ich Kinder oder Erwachsene auf ihren Rädern durch die Stadt fahren sehe, erkenne ich sofort die nackten Fingerspitzen. Meist wird der Pullover maximal rausgezogen, damit die Hände so gut wie möglich geschützt werden – ich weiss aber ganz genau wie eisig die Fingerkuppen sind.

Im Winter wähle ich zwischen zwei Handschuhen je nach Temperaturbereich:

Langfinger Handschuhe ohne Fütterung für einen Temperaturbereich von ca. 5 bis 10 Grad im Plusbereich. Bei Temperaturen unter diesem Bereich greife ich auf die gefütterten Handschuhe zurück. Mir ist dabei wichtig, dass die Handschuhe für Smartphone Displays geeignet sind, damit ich im Fall eines dringenden Anrufs, Navigation etc. nicht noch die Handschuhe ausziehen muss.

Mehr Sichtbarkeit auf dem Fahrrad in den Wintermonaten

In den Wintermonaten fahre ich größtenteils im dunklen zur Arbeit und im dunklen wieder Heim. Im Kölner Straßenverkehr fühle ich mich mit meiner Front- und Rückbeleuchtung nicht wirklich sicher.

Mein Tipp Nr.1 für mehr Sichtbarkeit:

Regenschutz für den Rucksack! Der Regenschutz an Deuter Rucksäcken und Co. ist meist in knalligen Neon Farben mit reflektierenden Elementen. Ich ziehe den Regenschutz immer über den Rucksack – ob es regnet oder nicht.

Regencover für Rucksäcke verleihen extra Sichtbarkeit

Tipp Nr.2

Reflektierende Sticker für dein Fahrrad. Shiok bietet coole Sticker für dein Fahrrad an. Platziere die Sticker an sichtbaren Flächen an deinem Fahrrad, z. B unter deiner Leuchte am Sitzrohr oder vorne am Steuerrohr.

reflektierende Sticker von SHIOK!

Tipp Nr.3

Das fällt wirklich auf! Ein neon farbiger Helmüberzug. Nach meinem empfinden ist der Helmüberzug das meist genutzte „high-visibility“ Produkt beim Pendeln. In der Kölner Innenstadt treffe ich an jeder zweiten Kreuzung jemanden mit solch einem Helm-Cover. Fällt von weitem auf, trägt zur Sicherheit bei und schützt zusätzlich vor Nässe und Regen.

Helm-Cover für Fahrradhelme – fällt auf und verleiht Schutz & Sichtbarkeit

Worauf schwört ihr bei der Kleiderwahl? Was sind Eure Geheim-Tipps? Wie transportiert ihr eure Wechsel-Klamotten zur Arbeit? Lasst es mich wissen.

Keep Cycling!

2 Gedanken zu „Das Outfit eines Fahrradpendlers – Winteredition

  • 07.02.19 um 16:33
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    Ich trage auch höchstens 3 Lagen. Obenrum ein VAUDE skishirt mit hohem Kragen, drüber eine Gore Power Trail Jacke. Wenn es ganz kalt ist noch ein Funktionsshirt ganz drunter oder lein Merinoshirt.
    Untenrum eine Merinounterhose und darüber eine Gore C3 active Pant. Da ich mit Plattformpedalen unterwegs bin habe ich Wasserdichte Wanderschuhe von Decathlon an. Ganz oben dann eine Unterziehmütze von Alpina und eine art Buff über Mund und Nase. Bei den Handschuhen bin ich noch am Suchen und werde wohl mal die Wasserdichten von Gripgrab ausprobieren…

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  • 07.02.19 um 23:26
    Permalink

    heute war es 0 grad warm und regnerisch und mein rucksack echt dreckig, die haube auf der website finde ich top und so hab ich wieder was dazu gelernt, danke dafuer !

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