Ameo Powerbreather im Test

Durch meinen Knorpelschaden im Knie bin ich gezwungen meine sportlichen Aktivitäten auf das Wasser zu beschränken, sprich ich gehe schwimmen. Das Schwimmen hat mir schon immer Spaß gemacht, egal ob Brustschwimmen oder Kraulschwimmen.

Da ich mein Knie im aktuellen Fall aber nicht belasten darf, bin ich auf Kraulschwimmen ohne Beinarbeit beschränkt. Da meine Atemtechnik aber nicht ausgereift ist und ich keine Zeit habe diese zu verfeinern, habe ich nach einem Hilfsmittel für meine Trainingseinheiten gesucht. Mit dem Ameo Powerbreather habe ich das perfekte Atemgerät gefunden!

Die Aufgabenstellung

Ich würde mich selber als durchschnittlich guten Schwimmer bezeichnen. Meine Frau bestätigt mir einen ruhigen, sauberen Kraulstil. Ein Profi würde vermutlich etliche Technikbaustellen ausmachen. Aber in der aktuellen Situation geht es mir nicht um eine perfekte Kraultechnik, sondern viel mehr darum, gute und lange Ausdauereinheiten zu absolvieren. Ich muss Kraulschwimmen, da mein Physiotherapeut Beinarbeit auf Grund meiner Knieschädigung verboten hat. Grundsätzlich kein Problem, da ich schon während früherer Schwimmeinheiten, die Beine nur als Stabilierung eingesetzt habe.

Das Problem ist die Atemtechnik. Nach vielen Versuchen ob zwei-, drei- oder vierzügies Atmen, bin ich bei der Atmung nach drei Schwimmzügen gelandet. Allerdings ist es durch meine Änfangertechnik nicht möglich, mehr als vier 50 Meter Bahnen zu schwimmen, ohne komplett ausser Atem zu kommen. Ein weiteres Problem ist, dass ich relativ viel Wasser beim Atmen aufnehme. Das bedeutet lange Ausdauereinheiten sind so nicht möglich.

Der erste Schritt wäre jetzt grundsätzlich die Atemtechnik zu üben und zu verbessern. Dazu habe ich aber keine Zeit, da die Schwimmeinheiten nur zur Überbrückung meiner Radfreien Zeit und Erhaltung meiner Ausdauerleistung und Fitness dienen sollen. Also musste ein Hilfsmittel her. Was ist naheliegender als ein Schnorchel? Ein handelsüblicher Schnorchel ist aber nicht zweckmässig, da er nicht ordentlich seitlich an den Bändern der Schwimmbrille befestigt werden kann, durch seine Bauart einen hohen Wasserwiderstand bietet und durch die Luftführung ein schneller Atemwechsel zwischen ein- und ausatmen nicht möglich ist. Eine Vollschnorchelmaske ist ebnso nicht geeignet, da sie zusätzlich sehr klobig ist.

Bei meiner Suche nach einer geeigneten Lösung bin ich irgendwann auf den Ameo Powerbreather gestoßen. Auf den ersten Blick ein sehr stylisches Produkt, das unter anderem auch von Jan Frodeno benutzt oder zumindest unterstützt wird. Ein Punkt der mich nicht sofort den Kaufen-Button hat betätigen lassen, ist der hohe Preis. Ich habe den Powerbreather letztendlich für 80,10€ bei Amazon gekauft. Ein stolzer Preis, der sich für mich aber verschmerzen lässt, da der Ameo Powerbreather genau das ist, was ich gesucht habe.

Der Lieferumfang

Es gibt den Ameo Powerbreather mit verschiedenen Ventilaufsätzen. Ich habe mich für die Version Sport entschieden, bei dieser Version sind die kurzen Speed Vent easy S Aufsätze dabei. Als weitere Varianten gibt es die Speed Vent easy L als längere Version für Freiwasserschwimmen und die Flip Caps für Rollwenden und Einsatz bei hohen Wellen.

Das System wird in einem Softcase geliefert, dass aber für mich keinen weiteren Nutzen hat, da man die Ventilaufsätze immer abmachen müsste um den Powerbreather darin zu verstauen. Für das große Set mit mehreren Aufsätzen wird es nützlich sein, da für die Aufsätze Halteschlaufen vorhanden sind. Dazu bekommt man noch eine sehr ausführliche und gut verständliche Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen.

Die Konstruktion des Ameo Powerbreather

Zentrales Bauteil ist das Mundstück. Es besteht aus einer Ventileinheit zum ausatmen und einem aufwendigen Silikon-Mundstück. Daran sind rechts und links die Schnorchel angebracht, die auf dem Mundstück drehbar montiert sind. Dadurch wird erstens das Aufsetzen erleichtert und man kann den Winkel des Mundstück individuell an sein Gebiss anpassen.

Die beiden Schnorchel sind mit einem Halteband verbunden, dass den Haltepunkt am Hinterkopf bildet. Das Halteband kann seitlich über eine geklipste Verbindung auf einen feste Größe eingestellt werden und dannach über ein Twist Lock System wie bei einem Fahrradhelm fein eingestellt werden. Der hintere Aufnahmepunkt ist mit einem weichen Silikonkäfig ausgestattet. Auf die Schnorchel werden die Ventilaufsätze aufgesteckt. Hier ist keine Verrastung notwendig, da die Ventilaufsätze passgenau sitzen und nicht abrutschen können.

Der erste Eindruck

Das gesamte System macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Der Kunststoff fühlt sich gut und stabil an. Das Silikonmundstück ist geschmeidig und weisst keine störenden Kanten oder Gußnähte auf. Die Ventilaufsätze lassen sich saugend aufstecken. Die Rastverstellung des Twist Lock Systems ist stabil und einfach zu bedienen.

Um den Ameo Powerbreather aufzusetzen, klappt man die Schnorchel nach vorne und setzt das Mundstück zwischen die Zähne. Danach kann man die Schnorchel nach hinten klappen und mit dem Halteband mit dem Twist Lock so fest ziehen, das es fest auf dem Kopf sitzt. Sehr einfach und handlich. Der aufgesetzte Powerbreather fühlt sich richtig gut an. Nichts drückt und fühlt sich unangenehm an. Die Schnorchel laufen enganliegend an der Schläfe vorbei, dabei wirken sie überhaupt nicht störend.

Das Mundstück fühlt sich im Mund sehr gut an. Die Lippen umschließen es von außen und innen ist es quasi wie ein Beißschutz geformt, so dass das Mundstück durch die Zähne geführt wird.

Das erste Atemgefühl ist ungewohnt, aber nicht unangenehm. Man merkt aber den Wiederstand sowohl der Speed Vent Ventile zum einatmen, als auch den Gegendruck des Ventils zur Ausatmung im Mundstück. Der Gesamteindruck bei der Trockenübung ist hervorragend.

Der Praxistest

Anstatt wie in der Bedienungsanleitung beschrieben, den Powerbreather erst mal langsam im stehen im flachen Wasser zu probieren, habe ich mich direkt ins Nass gestürzt! Das erste was sich zum Test ohne Wasser geändert hat, ist der Wiederstand beim Ausatmen. Das Wasser drückt zusätzlich von aussen auf das Ventil und diesen Druck muss man zusätzlich überwinden. Ich möchte voraus schicken, dass alles eine Gewöhnungssache ist, wie ich später noch berichten werde.

Mich hat positiv überrascht wie einfach der Gebrauch des Ameo Powerbreathers ist, auch wenn sich noch einige Startschwierigkeiten zeigen sollten, die aber nicht mit dem Gerät, sondern mit meiner Ausführung des Atemvorgangs zusammen hängen. Der erste positive Eindruck ist aber, dass genau das funktioniert, was ich erreichen wollte. Eine saubere Atmung ohne dass ich den Kopf drehen muss. Der Atemvorgang selber muss mit der Anstrengung des Kraulschwimmens sehr viel kräftiger ausgeführt werden. Hier summiert sich der Wiederstand der Ventile mit der benötigten Luftmenge.

Ein Punkt der nicht in der Beschreibung aufgeführt ist, dass Ungeübte mit einer Nasenklammer starten sollten. Die Eigenheit des Körpers ist, das er beim Atmen durch den Mund bei hoher Anstrengung irgenwann automatisch die Nasenatmung mit einbezieht. Das bedeutet, man muss, wenn man wie ich ohne Nasenklammer startet, sehr konzentriert atmen und die Atmewege so steuern, dass man nicht durch die Nase atmet. Zum Ende der Schwimmeinheit hatte ich mich soweit umgestellt, dass ich beim Ausatmen zuerst durch Nase und Mund ausgeatmet habe und zum Ende des Ausatmenvorgangs nur noch durch den Mund ausgeatmet habe. Damit verhindert man, dass beim einatmen in die noch nicht ganz geschloßene Nase Wasser eindringt.

Beim zweiten Einsatz des Powerbreathers habe ich dann eine Naseklammer verwendet, dadurch wird der ganze Atemvorgang sehr viel einfacher. Benötigt man am Anfang noch Konzentration um einen ruhigen, gleichmäßigen Atemrhytmus zu finden, egalisiert sich das mit längerer Benutzung des Ameo Powerbreathers. Es ist total entspanntes Kraulschwimmen möglich. Man liegt gerade im Wasser mit dem Gesicht nach unten geneigt und kann mit sauberer Technik Bahnen ziehen. Dabei stehen die Schnorchel senkrecht aus dem Wasser und sind optimal zur Luftaufnahme ausgerichtet.

Das Fazit

Für meine Zwecke perfekt! Schon nach zwei Schwimmeinheiten a eine Stunde ist mir die Benutzung des Ameo Powerbreathers in Fleisch und Blut übergegangen. Ich erreiche genau das was ich wollte, ich kann lange ohne Pause Bahnen schwimmen. Bei der letzten Schwimmeinheit waren es 25x 50 Meter-Bahnen ohne Pause. Dabei muss ich mich allerdings darauf konzentrieren die Atemzüge kräftig und mit Nachdruck durchzuführen. Durch den erhöhten Wiederstand soll übrigens auch eine Stärkung der Atemmuskulatur erfolgen. Selbst bei einer Tempoverschärfung erfolgt der Luftaustausch problemlos und schnell. Gefühlt erfolgte der Atemvorgang mit höherer Atemfrequenz einfacher, das mag aber damit zusammenhängen, dass man durch die höhere Atemfrequenz auch stärker atmet.

Da man im Becken nicht alleine ist, muss man sich zwischen durch nach vorne und hinten orientieren und das auch das gelingt ohne dass Wassser in die Schnorchel eintritt. Sowohl der Blick nach vorne unter Wasser, als auch der Blick nach hinten ist problemlos möglich. Sollte Wasser in die Schnorchel eindringen, kann man es einfach durch einen kräftigen Ausatmen-Stoß durch das Ventil entfernen.

Das Mundstück sitzt ganz locker im Mund, man muss nicht auf das Silikon beissen , um es zu fixieren. Auch die Lippen kann man ganz locker lassen. Das Mundstück hält wie von selbst. Das gilt für das ganze System. Obwohl es nah am Kopf anliegt, wirkt es zu keiner Zeit störend, im Gegenteil nach wenigen Minuten wird es ein Teil des Gesamtbildes, wie z.B. Radschuhe oder Radhelm. Ein kleiner Nachteil, der erwähnt werden sollte, ist dass der Rachenraum dazu neigt trocken zu werden, da man ja nicht mehr schluckt und die ganze Zeit Luft durchströmmt. Mich stört es grundsätzlich nicht.

Nach mehreren Schwimm-Einheiten ist der Ameo Powerbreather zu einem nicht mehr weg zu denkenden Trainingsgerät für mich geworden. Ich setze ihn auf und schwimme los. Mittlerweile muss ich mich beim atmen auch nicht mehr konzentrieren, es geht wie von alleine. In der Kombination mit einer Pull-Buoy kann ich mich ganz auf die saubere Ausführung der Kraulbewegung konzentrieren.

Solltet Ihr Fragen oder Anregungen haben oder eigene Erfahrungen teilen wollen, könnt Ihr das gerne in den Kommentaren oder schickt mir eine persönliche Nachricht.


Ich habe den Ameo Powerbreather selber gekauft und diesen Testbericht aus eigenem Interesse erstellt. Es gab keine Vorgaben oder Beeinflussung seitens des Herstellers. Die Beurteilung entspricht meinen persönlichen Erfahrungen.


Veröffentlicht von

Ich bin schon immer Radfahrer gewesen. In meiner Jugend bin ich immer lieber mit dem Rad anstatt mit dem Bus zur Schule gefahren und war auch mit Freunden immer auf dem Rad unterwegs. In der Zeit des Arbeitslebens und der Familienbildung war ich sportlich relativ inaktiv. Nach einer Knieoperation 2014 war das Rad die beste Reha und es hat sich stetig bis zur Sucht entwickelt. Heute geht es nicht mehr ohne Rad und der Wille immer besser zu werden ist mein Antrieb.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Ansgar,

    interessantes Teil. Ist mir so in der Art schon ein paar Mal aufgefallen. Damit würde sogar ich mal ins Wasser gehen :)

    Gruß
    Sascha

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