Team Sky – Das Ende einer Ära

Der Medienkonzern Sky steigt nach der Saison 2019 aus dem Radsport aus. Das Team soll, wenn ein neuer Geldgeber gefunden wird, auch nach der Saison 2019 weiter bestehen. Sky ist nicht nur Sponsor, sondern auch Eigner des Teams. Wie geht es nach 2019 weiter? Werden sich die Fahrer neue Teams suchen müssen oder führt das bestehende Team ab 2020 mit neuem Namen seine glorreiche Zeit fort?

“Es ist der Beginn eines neuen Kapitels für das Unternehmen, und manchmal ist es unvermeidlich, dass Veränderungen weitere Veränderungen mit sich bringen. Das ist hier passiert” so die offizielle Begründung seitens Sky zum Ausstieg aus dem Radsport.

Wie geht es nach 2019 weiter?

Foto: David Stockman/BELGA

So ganz überraschend kam der Ausstieg nicht für mich. Wenn man sich die Veränderungen des Medienkonzerns Sky in jüngster Vergangenheit angeschaut hat, konnte man eine Vorahnung haben, das sich was großes ändern würde.
Sky wurde im Oktober diesen Jahres von dem US-Kommunikationsunternehmen Comcast übernommen.
So weit so gut.
Etwas später verließ der Vorstandsvorsitzende James Murdoch, der als Initiator des Radsport-Investments von Sky galt, das Unternehmen.
Die Dinge nahmen ihren Lauf.

Eines ist sicher, die Sponsoren Suche wird nicht einfach. Team Sky hat zweifelsohne sehr viele Erfolge vorzuweisen und absolute Top-Stars im Kader, jedoch wird das Team auch immer wieder mit Doping-Gerüchten in Verbindung gebracht. Das Thema Wiggins oder aktuell die Salbutamol-Affäre um den mehrmaligen Toursieger Froome, dass so plötzlich endete wie es begann.

Zum anderen muss ein Sponsor gefunden werden, welcher bereit ist, viel Geld auszugeben. Die Top-Stars verdienen eine Menge Geld, laut Sky hat der Konzern in der gesamten Zeit ca. 150 Millionen britische Pfund ins Team investiert.  Das Teametat betrug im Jahr 2018 rund 35 Millionen Euro. Zum Vergleich:  Das Team Sunweb, um den Tour-Zweiten Dumoulin, kommt auf 21 Millionen Euro.

In das Team muss viel Geld gesteckt werden, aber mit den Tour-Siegern Froome und Thomas, dem Top-Talent Bernal und der Gesamtstärke des Teams sind weitere Prestige- oder Rundfahrtsiege sehr lukrativ für Sponsoren.

Namenswechsel sind gang und gäbe im Radsport

Das der Ausstieg Sky´s aus dem Profi-Radsport nicht das Ende sein muss, hat die Vergangenheit bereits häufiger gezeigt. Es kann nämlich auch genauso erfolgreich weiter gehen. 
Das jahrelang erfolgreiche Team US-Postal um Lance Armstrong wurde 2005 zu Discovery Channel und machte mit neuem Namen genau da weiter, wo US-Postal aufgehört hatte.

Werden die Machtverhältnisse neu definiert?

Im Falle einer Auflösung nach der Saison 2019 wird klar: Die Sky Fahrer werden sich neue Teams suchen müssen, oder werden eher gerne von anderen Teams übernommen. Einige Fahrer werden sich darüber sicherlich keine Gedanken machen müssen, ich denke da an Thomas, Bernal oder Kwiatkowski.

Wird es spannender ohne Sky? 
Das lässt sich nur schwer sagen. Was passiert, wenn sich z. B. 3-5 Top Sky-Fahrer Team Movistar anschließen würden? Quintana, Landa, Valverde, Soler, Kwiatkowski, Bernal, Thomas?  
Liest sich wie eine Traummannschaft!

Sollte es zu keiner Fortführung des Teams nach 2019 kommen, sehe ich es persönlich als Chance, die Spannung bei den Grand Tours wieder ins Gleichgewicht zu bekommen.

Denn Dominanz im Sport nimmt die Attraktivität. Egal ob beim Fußball, Boxen, oder Radsport. Wenn sich die Sky-Fahrer also gleichmäßig auf die übrigen Teams verteilen, könnte es wieder spannender werden, oder?

Sky ist noch lange nicht satt

Da Sky mit einem Jahr Vorlaufzeit aus dem Radsport scheidet, bleibt reichlich Zeit um die Ära nach 2019 weiter zu planen. Man gehe behutsam und mit Offenheit an die Sponsoren Suche und will bis zum Tour Start 2019 Klarheit haben, wie es mit dem Team weiter geht.

Bis dahin dürfen wir sicher sein, dass Team Sky weiterhin ihre brutale Dominanz ausspielen wird und sicherlich viele weitere Siege einfahren werden, nach dem Motto: Das beste kommt zu Schluss!

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