Offseason – ein Mysterium

Jeder kennt sie, alle Radfahrer machen sie, aber keiner kann dir so richtig sagen, was sie ist und warum man das eigentlich macht. Die Rede ist von der Offseason. Die Zeit zwischen der einen und der anderen Rennsaison. Je nach Ambition und Trainingszustand gibt es unterschiedliche Arten der Offseason.

Gemeinsam haben sie alle, dass keiner so richtig weiß, worum es sich überhaupt handelt. Für viele deutschsprachige Sportler trifft den Kern der Sache wohl die „Saisonpause“. Dieses Wort beinhaltet ja quasi schon die zwei zentralen Dinge der Offseason. „Saison“ und „Pause“. Man beendet also die Saison und macht danach Pause.

Hauptsache ich habe Spaß und kriege genug Kaffee 😉.

Ben Zwiehoff über die Essenz der Offseason
Ohne Rad? Aber nicht mit Ben Zwiehoff.  

Aber wie lange eigentlich? Ist Pause wirklich Pause? Darf man gar kein Radfahren oder Sport treiben? Warum machen gefuchste Sportler die Offseason überhaupt? Welche Alternativen sollte man in Betracht ziehen und was bedeutet die Offseason für einen Profisportler?

Antworten auf diese Fragen versuche ich euch in meinem neuen Blog hier auf Coffee and Chainrings zu geben. Ich? Wer ist das überhaupt?

Hey, ich bin´s, Ben!

Mein Name ist Ben Zwiehoff und ich bin professioneller Mountainbike-Cross-Country Fahrer im Diensten der Firma BERGAMONT. Ich fahre MTB seitdem ich denken kann und werde auch schon so lange von Bergamont unterstützt.

Gemeinsam sind wir vom Kiddie-Fahrrad in den Weltcup gefahren und auf den Zug in Richtung Olympia 2020 gefahren. Profi bin ich seit 2014 und denke, dass ich nun genug Erfahrungswerte aus dem professionellen Rennzirkus sammeln konnte, um euch in einem spannenden und abwechslungsreichen Blog darüber zu berichten.

Die Jungs von Coffee & Chainrings bieten mit ihrem super-erfolgreichen Channel dafür die perfekte Plattform. Meine Aufgabe ist, euch möglichst authentisch fachliche aber auch spannende und legere Themen aus der Rennsport-Welt zu vermitteln. Solltet ihr beim Lesen dieser Zeilen, irgendwann einmal selbst eine coole Idee haben, welche Themen euch schon immer mal aus dem Leben eines Mountainbikeprofis interessiert haben, dann bin ich dafür auch der richtige Ansprechpartner.

Gerne könnt ihr mir oder den der Coffee and Chainrings-Seite auf Facebook oder Instagram schreiben, so dass wir eure Themenvorschläge schnellstmöglich in unsere Planung miteinbeziehen können.

Offseason – wat is dat denn?

Nun aber zurück zum Thema: Offseason. Ich selbst verbringe sie gerade damit, meine Zwillingskarriere bei Gelsenwasser zu forcieren. Ich arbeite neben dem ganzen MTB-Trubel noch als studentische Aushilfe bei einem der größten Wasser- und Energieversorger des Ruhrgebiets.

In der Unternehmenskommunikation lerne ich viele Facetten des Unternehmens kennen und kann darüber hinaus meine Begeisterung fürs Schreiben ausleben. Jetzt denkt der eine oder andere vielleicht? Offseason und der Zwiehoff geht arbeiten anstatt Urlaub zu machen? Ja genau! Das mach ich. Denn Offseason heißt für mich mental wie körperlich abschalten von dem, was ich den Rest des Jahres mache: nämlich Radfahren. Wo könnte das besser gehen, als bei einem ganz normalen Bürojob?

Ich höre von vielen ambitionierten Hobbysportlern (nicht nur Radsportler), dass sie sich oftmals fragen, wofür sie denn überhaupt eine Pause, einen Cut bräuchten. Diese Frage zu beantworten ist gar nicht so leicht.

Letztendlich erscheint es logisch, wenn man das ganze Jahr trainiert hat und bei diversen Rennen am Start war, die Zeit im Herbst für eine Pause zu nutzen. Körper und Geist müssen sowohl trainieren, als auch regenerieren. Die Offseason ist also eine Zeit, in der man regenerieren kann. In der der Fokus vermehrt auf der Regeneration liegt, um dann gestärkt daraus, im nächsten Jahr wieder angreifen zu können.

Genau da liegt das Problem, was viele Sportler mit der Offseason haben. Pause zu machen, vor allem länger als nur ein paar Tage Pause zu machen, fällt so manchem Trainingsfleißigen enorm schwer. Nach ein paar Tagen überkommt ihn das schlechte Gewissen und spätestens nach einer Woche kann er sich nicht mehr dazu zwingen das heiß-geliebte Bike in der Ecke verrotten zu sehen.

Sich zu zwingen, das Fahrrad in der Ecke stehen zu lassen, ist das falsche Mittel

Zwang ist dafür auf jeden Fall das falsche Mittel. Ich bin bekanntermaßen ein großer Fan des Körpergefühls.

Hier gilt genau das: aus den Körper hören. Wenn du in der Offseason keine Lust hast aufs Bike zu steigen, dann lass es sein. Wenn du dich erschöpft fühlst und lieber zuhause auf der Couch bleiben würdest, dann mach genau das. Wenn du aber Bock hast, gerne mit Freunden eine kleine Runde drehen willst und es ohne Bike nicht mehr aushältst, dann schwing dich aufs Rad, geh zwei bis drei Stunden gemütlich fahren und hab Spaß.

Die Offseason ist nicht die Zeit, in der man sich zwingen muss, gar kein Fahrrad zu fahren oder Sport zu treiben. Vielmehr geht es darum, dass man nicht fahren muss, weil man einen bestimmten Trainingsplan einhalten will.

Ich mache das worauf ich Bock habe

Mir als Profi fällt das häufig genauso schwer wie vielen ambitionierten Hobbybikern. Ich lebe diesen Sport und merke jeden Herbst aufs Neue, dass mir etwas Elementares fehlt, wenn ich nicht täglich meiner Leidenschaft nachgehen darf. Ich sehe häufig Orte, an denen ich sonst nur mit dem Fahrrad vorbei fahre, und plane anhand dieser dann bereits meine ersten Ausfahrten nach der Offseason.

Wenn das Wetter gut ist, dann nutze ich die Offseason häufig für ein paar Enduroausfahrten, gehe Laufen oder fahr eine Runde auf dem E-Bike. Hauptsache ich habe Spaß und kriege genug Kaffee 😉.

Das Schöne an dieser Zeit ist, dass man nicht festgelegt ist, dass man vom Prinzip machen kann, was man möchte, unter der Prämisse, dass man seine Regeneration nicht vernachlässigt.

Offseason – mach sie und versuch sie gesund zu machen!

Ich selbst habe ein paar Mal versucht, die Offseason zu verschieben. Die Idee dahinter war, dass man das gute Wetter im Herbst noch für lange Einheiten und Grundlage nutzen kann. Das geht unter bestimmten Voraussetzungen auch. Dabei kommt es vor allem darauf an, wie viele Rennen man in dem Jahr gefahren ist, wie lange die Rennsaison ging, wann die nächste Rennsaison wieder losgeht, usw.

Wichtig ist nur, dass man die Offseason irgendwann macht! Wichtig ist außerdem, dass man die Pause nach Möglichkeit nicht in Zwangspausen durch Krankheit legt. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, weil ja gerade der Herbst auch sehr viel Krankheitspotential hat, allerdings ist es ja logisch, dass ein gesunder Körper viel besser regeneriert als ein angeschlagener.

Insofern versuch in der Offseason auf all die kleinen Helferlein zurückzugreifen, die dafür sorgen, dass dein Immunsystem in Topform ist. Iss ausreichend Obst, achte darauf, dass du genug trinkst und mein Geheimtipp: ein Ingwer-Zitronen-Shot am Morgen.

Und wenn du doch mal krank wirst, dann nutze die Offseason, um einen etwaigen Infekt, perfekt auszukurieren. Der Rennkalender setzt einen sonst schon genug unter Druck.

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Coffee & Chainrings bei Spreadshirt - Coffee & Chainrings | Dein Blog über Mountainbike, Rennrad und UltracyclingCoffee & Chainrings | Dein Blog über Mountainbike, Rennrad und Ultracycling

  2. Pingback: Offseason aus der Sicht eines Sportwissenschaftlers - Coffee & Chainrings | Dein Blog über Mountainbike, Rennrad und UltracyclingCoffee & Chainrings | Dein Blog über Mountainbike, Rennrad und Ultracycling

  3. Pingback: Daniels Trainingsrückblick Oktober 2018 - Coffee & Chainrings | Dein Blog über Mountainbike, Rennrad und UltracyclingCoffee & Chainrings | Dein Blog über Mountainbike, Rennrad und Ultracycling

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Privacy Policy Settings

Hey du! Stop, warte! Einen Moment bitte.

Es wäre wundervoll, wenn du uns unterstützen könntest. Wenn dir unser Artikel gefallen hat. teile ihn bitte in deinem sozialen Netzwerk. Mit nur einem Klick kannst du Coffee & Chainrings enorm helfen und unterstützen. Danke. Chaka!