Raid des Hautes Fagnes 2018

Lange Zeit haben wir Belgien als Mountainbiker gemieden und damit viele Perlen des MTB Sports verpasst, nach dem Roc d’ Ardenne, Les Cimes des Waimes und der Ardennes Trophy standen wir in diesem Jahr auch beim 20. Raid des Hautes Fagnes an der Startlinie und sind einmal mehr begeistert, welche außergewöhnlichen Mountainbike Strecken Belgien bietet.

Unsere Ardennen Liebe ist eigentlich schon vor einigen Jahren entfacht, allerdings mehr auf dem Rennrad als auf dem Mountainbike. Völlig zu Unrecht wie insbesondere Daniel in diesem Jahr mehrfach erfahren hat. Beim 20. Raid des Hautes Fagnes stand er gemeinsam mit Tim an der Startlinie in Malmedy. Es waren belgische Meisterschaften und trotzdem war es vor dem Rennen so entspannt wie nie, verglichen mit einem Mountainbike Marathon in Deutschland.

Während in Deutschland bereits eine Stunde vor Rennbeginn sich die Blöcke füllen, reicht es in Belgien auch 10min vor dem Start in seinem Block zu fahren. Die Gelassenheit ist spürbar größer. Letztendlich wird am Start auch nichts gewonnen, was wir dir gleich auch anhand der Zwischenzeiten deutlich machen können. Aber zuerst ein paar Worte zur Strecke im Allgemeinen.

Raid es Hautes Fagnes Strecke

Drei Strecken werden in Malmedy angeboten; 67km, 90 und 115km. Die beiden längsten Strecken starten zusammen, so dass man im Rennen über die Länge entscheiden kann. Es sei denn, du willst belgischer Meister werden, dann führte kein Weg an der 115km Runde vorbei.

Typisch belgisch war kein Anstieg richtig lang, dafür aber extrem steil, technisch und hart. Selbst der längste Anstieg des Tages über knapp 400hm war durch diverse kurze Downhills nicht als ein Berg wahrzunehmen.

Besonderen Reiz haben die vielen Bachdurchfahrten, die wurzeligen Trailpassagen und das Landschaftsbild mit vielen Burgen. Nach meinem vierten Rennen in Belgien habe ich defintiv muit dem Kapitel unangenehme Wurzeln abgeschlossen und konnte selbst auf dem Hardtail gewohnt die gewählte Linie halten, getreu dem Motto ich bestimme, wohin die Reise geht.

Etwas lästig empfand ich die verhältnismäßig lange Tragerei. In Belgien gehört das zum Sport dazu und bisher störte dies nicht. Aber in Malmedy wanderten wir ein Flussbett hoch und kletterten über Klippen und Felsen, schön ist anders. Mir nicht vorstellbar, dass dieser Weg für die Pros Wietse Bosmans oder Roel Paulissen fahrbar war.

Nach etwas über 5 Stunden gewann Wietse Bosmans das Trikot des belgischen Meisters von Roel Paulissen zurück, in einem fulminanten Schlusssprint. Wahnsinn, dass es auf der harten Strecke keine Vorentscheidung gegeben hat.

Coffee & Chainrings in Malmedy

In zwei verschiedenen Startblöcken gestartet, trennten unsere beiden Fahrer am Ende keine zwei Minuten voneinander.

Während Daniel aus dem Startblock der Pros das Feld von hinten kennenlernte, konnte es Tim im Startblock 3 gemütlicher angehen lassen. Für Daniel eine einmalige Erfahrung von Vorne das Feld komplett wegfahren zu sehen und als letzter in den Startanstieg zu fahren.

Mit dem richtigen Pacing konnte er dann aber nach dem 1km langen Startanstieg auf der Straße im Gelände die ersten Plätze gut machen. Tim lag der Startanstieg wesentlich besser, schlank und rank drückte er die zweistelligen Prozente zu Beginn satt weg und konnte bereits 2min auf Daniel aufholen.

Im weiteren Verlauf entfaltete Daniel seine Stärke und konnte bis zur zweiten Messung bei km35 den Rückstand egalisieren. Danach war das Leiden groß, die Strecke forderte alles ab.

Tim konnte etwas besser kämpfen und erreichte das Ziel nach 6:28h als 184. Gesamt, Daniel folgte nach 6:30 als 193. Gesamt, von 450 Fahrern. Das nur 336 das Ziel erreicht haben, untermauert die Härte des Rennens.

Tim wird Ghostrider

Fazit

Drei Wochen vor der Salzkammergut Trophy bzw. der BIKE Transalp stimmte sowohl bei Daniel als auch bei Tim die grundsätzliche Form. Daniel hadert nach wie vor mit den überflüssigen Kilos, die sich Tim im Frühjahr wegtrainierte. Insofern sind die Erwartungen an die Alpen auch durchweg unterschiedlich.

Für Tim ist die Teilnahme an der Salzkammergut Trophy in seinem #moun10bike Jubiläumsjahr das absolute Highlight der Saison, ein Finish auf der 211km langen und mit über 7000hm sehr anspruchsvollen A-Strecke ist realistisch aber die Herausforderung ist sehr hoch.

Für Daniel wird die BIKE Transalp ein großer Spaß mit einer Menge Bergtraining. Im Hinblick auf die Night on Bike im August erhofft er sich eine Gewichtsreduktion und einen Leistungspunch durch 7 Tage Racing am Limit.

Veröffentlicht von

2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

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