Torsten Weber über die Präzision beim Race across Germany

Am 29.06 ist es soweit: Torsten Weber startet mit seiner Crew zum Race across Germany von Flensburg nach Garmisch Patenkirchen. Die Nonstopfahrt über 1100km (7500hm) vom Norden Deutschlands in den Süden ist Torstens erster Versuch auf der Ultracycling Distanz.

2018 ist das Jahr der Mountainbiker auf der Straße. Daniels ehemaliger Teamkollege Phillip Mader startete erstmals auf der “kurzen” West nach Ost Variante des Race across Germanys über 780km und beendete das Rennen nach rund 34 Stunden. Chapeau!

Torsten Weber geht noch einen Schritt weiter und lässt die kürzere Variante aus und startet direkt beim Qualifizierungsrennen für das weltgrößte Radrennen: Race across America. Beim Race across Germany wird eine Zeit unter 48h benötigt, um sich für das härteste Rennen der Welt zu qualifizieren.

Neben einem perfekten Trainingszustand ist auch Präzisionsarbeit gefragt.

Die 6-köpfige Crew spielt eine entscheidende Rolle, genauso wie das Material und der Kopf des Fahrers.

Im heutigen Artikel möchten wir dir Einblicke in die Präzisionsarbeit von Torsten Weber und seinem Team geben, sein Material vorstellen und auf unsere neue Podcast Episode mit Torsten hinweisen.

Frag Torsten Weber

Heute Abend trifft sich Daniel mit Torsten Weber für eine weitere Podcast Episode zum Race across Germany. Hast du eine Frage an Torsten? Über den Voice Recorder SpeakPipe kannst du uns ganz einfach und ohne großen Aufwand deine Frage schicken. Bitte beachte, dass dir für die Aufnahme maximal 90 Sekunden zur Verfügung stehen.

Frag Torsten Weber.

Das erste Interview mit Torsten Weber kannst du dir hier noch einmal anhören.

Das Schichtbuch für die Crew

Torstens Training läuft bisher super und in den ersten Mountainbike Rennen der Saison waren seine Ergebnisse vorzeigbar. Im Detail kannst du dir das in der Facebook Gruppe Race across Germany – Torsten & Team oder auf Torsten Webers Internetseite ansehen.

Doch neben der spezifischen Trainings Vorbereitung für das Race across Germany kommen auch andere Faktoren zum tragen, die Torstens Crew übernehmen muss und die nicht in der Verantwortung des Fahrers sind aber mindestens genauso wichtig wie die Leistung des Fahrers selbst. Akribisch plante das Team ein Schichtbuch und Pit-Stop Checkliste, um möglichst auf alles vorbereitet zu sein und während des Rennens Handlungssicherheit zu haben. Denn mit dem Startschuss in Flensburg ist das Team Torstens Gehirn, der sich zu 100% auf sein Support Team verlassen muss.

Präzisionsarbeit für alle

Neben Leistungsdaten sind Schichtbücher in der Regel ein gut gehütetes Geheimnis in der Radsport Szene, Torsten Weber und sein Team stehen seit der Crowdfunding Kampagne für größtmögliche Transparenz, weshalb wir auch Einblicke in Schichtbuch und Pit-Stop Liste für dich nehmen konnten.

Die Crew ist in zwei Teams unterteilt, die sich während des Rennens abwechseln um möglichst ausgeruht an die Arbeit zu gehen. Der Fahrer bekommt dabei eine der wichtigsten Rollen, die langsame Geschwindigkeit über mehrere Stunden ist sehr ermüdend und trotzdem muss die Aufmerksamkeit immer hoch sein.

Während eines Stopps ist er für sie Sicherheit der gesamten Mannschaft verantwortlich und sichert Auto und Team mittels Warndreieck. Um nichts dem Zufall zu überlassen wird mittels Visual control das Lenkrad gesperrt, damit das Warndreieck auch wieder mitgenommen wird. Gerade Notstopps können hektisch und unkontrolliert sein, weswegen der Fahrer während des Stops nur für das Absichern zuständig ist.

Darüberhinaus wird das Team im Auto von einer Person für die Versorgung des Fahrers und einer Person für Medienarbeit vervollständigt. Im Schichtbuch wird das Rennen schriftlich festgehalten, damit nach einem Wechsel die frische Crew sofort im Renngeschehen ist.

Die Ernährung ein weiteres Zahnrädchen

Torsten überlässt dabei nichts dem Zufall und plant das Rennen in 15 Minuten Schritten, festgehalten wird sowohl der Kohlenhydrat- als auch der komplette Kalorienverbrauch sowie die zugeführte Wassermenge. Aus unserer Erfahrung beim 24h Rennen wissen wir, wie schwer diese Arbeit über die Distanz wird und welche Konzentration dafür notwendig ist.

Torstens Ernährung ist abwechlsungsreich. Was sich in dem Rennen durchsetzen wird und wie Torsten mit der Nahrungsaufnahme zurecht kommen wird, bleibt ein spannendes Thema, dass wir nach dem Rennen aufgreifen werden.

Torstens treuster Begleiter

Der treuste Begleiter von Torsten Weber beim Race across Germany 2018 bleibt sein Rad. Torstens Hape Bike ist ein Mix aus Aero- und Zeitfahrrad und auf den Bedarf des Race across Germany abgestimmt.

Der Shimano Ultegra Di2 Antrieb sorgt für möglichst effiziente Gangwechsel, während die American Classics Laufräder mit Vittoria Corsa Bereifung für die nötige Laufruhe und Beschleunigung sorgen. Die Redshift Komponenten bieten eine innovative Dämpfung, die den Komfort am Fahrrad erhöht und damit den Oberkörper über die lange Distanz schont.

Mit einem statt zwei Räder beim RAG 2018

Wer sich etwas mit Ultracycling Rennen auseinandersetzt, der wundert sich bestimmt warum Torsten Weber mit nur einem statt zwei Räder an den Start geht. Pierre Bischoff gewann 2016 das Rae across Germany mit einem bergtauglichen Rennrad und einem Zeitfahrrad.

Torsten ist sich darüber bewusst und erkennt auf der einen Seite den Nachteil, entschied sich aber nicht nur aufgrund des Budgets für eine Hybrid Lösung.

Neben dem Budget sieht Torsten in einem Zeitfahrrad für sich auch eine Gefahr. Um die Vorteile des auf Aerodynamik und Höchstgeschwindigkeit ausgelegten Rads auszunutzen, muss die Zeitfahrposition geübt sein. Aus diesem Grund entschied sich Torsten für dieses Jahr gegen das zweite Rad.

Sein Hape Bike ist deswegen ein perfekter Kompromiss aus Vortrieb, Komfort und klettert immer noch gut genug wie du anhand Torsten Webers Trainings auf Strava nachvollziehen kannst.

Fazit

Alle Rennfahrer wissen, dass je näher der Saisonhöhepunkt naht, desto mehr flackert das Herz. Das Race across Germany wird bei Torsten Weber bereits omnipräsent sein. Im letzten Trainingsblock geht es noch einmal um Selbstvertrauen und Feinschliff, ehe es dann immer schneller Richtung Startlinie nach Flensburg geht.

Daniel freut sich auf das heutige Interview mit Torsten und wie sich Torsten kurz vor dem Race across Germany fühlt. Klar ist, dass Torsten auch im Kopf bereits weiterdenkt und schon die ein oder andere Idee für die kommende Saison hat. Weiter immer weiter, das typische am Ultracycling nicht wahr?

Veröffentlicht von

2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

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