Interview zum Rocky Mountain BIKE Marathon Wochenende

Für Ansgar, Daniel und Tim geht es am Wochenende ordentlich zur Sache, denn zu Dritt fahren unsere Mountainbike Rennfahrer die Langstrecke beim Rocky Mountain BIKE Marathon im Rahmen des BIKE Festivals Willingen. Coffee & Chainrings also mitten drin in Deutschlands Mountainbike Marathon Kracher.

Während sich in Albstadt die Mountainbike Cross Country (XCO) Weltelite zum MTB XCO Worldcup trifft, reist unser MTB Team nach Willingen zum Bike Festival. Kurz vor der Abreise haben wir für dich noch ein Interview mit Ansgar, Daniel und Tim. Ansgar erklärt sein wochenlanges Fehlen in den sozialen Netzwerken, Daniel schildert seine Erwartungen und Tim spricht über seine Form vor dem größten Mountainbike Marathon Deutschlands mit knapp 2000 Teilnehmern.

Interview mit Ansgar, Daniel und Tim

Die neue Streckenanordnung (die zweite und dritte Runde wurden in der Reihenfolge getauscht) bietet neue auch neue Streckenabschnitte und auf insgesamt 116km kommen weiterhin über 3000hm. Ein Alpenkracher im Mittelgebirge?

Ansgar: Das kann ich nicht beurteilen, da ich zum ersten Mal in Willingen am Start bin.

Daniel: Die Eckdaten passen aber in den Details finden sich dann große Unterschiede. Während die Alpen mit 2-3 konstanten Anstiegen im Marathon sehr gleichmäßig verlaufen, ist das Profil in Willingen eher mit einem Sägeblatt vergleichbar. Konditionell ist das aber nicht unbedingt einfacher zu fahren, mir kommt aufgrund meines Übergewichts das Profil mit den kürzeren Anstiegen entgegen und dadurch, dass der lange Langenberg das Finale einläutet werden die Schmerzen dann erträglicher.

Tim: Für einen Alpenkracher sind die Anstiege dann doch etwas zu kurz aber vom konditionellen Anspruch her steht das Sägezahnprofil rund um Willingen einem Alpenrennen wohl kaum nach. Viel verspreche ich mir von dem ,durch die Umstellung nun würdigem, Finale auf und über den Langenberg. Auch der technische Anspruch ist für eine Massenveranstaltung auf deutschem Boden eher im oberen Sektor anzusiedeln, wenngleich dieser natürlich nur schwer mit belgischen oder italienischen Rennen konkurrieren kann.

Ansgar, während man von Daniels und Tims Vorbereitung in den vergangenen Wochen viel lesen konnte, war es bei dir sehr still. Auch deine Radkilometer haben im Vergleich zur letzten Saison stark nachgelassen, seit dem du wieder voll berufstätig bist. Fasse doch kurz deine Vorbereitung zusammen.

Ansgar: Von Vorbereitung kann man nicht wirklich sprechen. Ich versuche in den Alltag möglichst viele Radeinheiten zu integrieren. Dabei achte ich dann wenig auf das was ich mache, meist fahre ich nach Befindlichkeit. Ich schaue aber schon, dass ich die Eckpfeiler wie Grundage oder Intervalle bediene.

Wie fühlst du dich vor dem Rennen?

Ansgar: Ich fühle mich gut und freue mich auf das Rennen. Das Motto wird sein Erlebnis vor Ergebnis. Die langen Touren, die ich dieses Jahr gefahren bin, mit Daniel die Ostwind-Herausforderung, die 170km Tour zu Marios Beerdingung und die kurze aber harte MTB-Discovery Runde haben mir gezeigt, dass ich körperlich fit bin. Dennoch habe ich bei weitem nicht die Form vom letzten Jahr.

Daniel, Tim für euch geht es nach dem Rocky Mountain BIKE Marathon noch weiter. Daniel, du hast Sonntag ein intensives Training und am folgt die Ardennen Trophy abermals mit knapp 100km um die 3000hm. Wie gestaltest du das Rennen?

Daniel: Anders als 2017, wo ich den Rocky Mountain BIKE Marathon im Z3-Tempo durchgefahren bin, möchte ich dieses Jahr eine bestmögliche Zeit fahren und schauen, wo ich im Marathonfeld stehe. Zuletzt waren meine Rennen in Belgien zufriedenstellend und ich bin gut drauf. Anders als letztes Jahr schaue ich von Rennen zu Rennen, Tag zu Tag.

Und danach?

Daniel: Nach dem Rennen muss ich hart regenerieren. Die Ardennen Trophy am Montag hat einen ganz anderen Charakter und wird mit den 116km in den Knochen sehr hart werden. Aber auch am Sonntag muss ich mich auf das Training fokussieren, dieser Block ist im Hinblick auf die 24h MTB EM in 2 Wochen sehr wichtig.

Tim, du hängst „nur“ einen Tag ran und wirst beim Sauerland Giro teilnehmen. Welches Rennen hat Priorität?

Tim: Ganz klar der Marathon. Auch wenn ich Willingen dieses Jahr nicht als A-Wettkampf , sondern nur als Trainingsrennen unter Wettkampfbedingungen plane, bleibt das Bikefestival ein fester Anker in meiner Saison und das Rennen ein Höhepunkt des Jahres. Dennoch bin ich ganz Dankbar, dass es mit dem Sauerland-Giro die Möglichkeit gibt, mich vielleicht auch über Gebühr zwei Tage hintereinander zu belasten. Ausserdem bin ich noch nie ein wirklich bergiges Straßenrennen gefahren, wenn man von LBL Cyclo mal absieht (was ja kein Rennen ist) und möchte die Chance nun einmal nutzen.

Findest du nicht, dass dem BIKE Festival ein weiteres großes MTB Event besser gestanden hätte als auf Rennradfahrer Masse zu setzen? Olympisches Cross Country fehlt weiterhin bei einem der größten MTB Festivals Deutschlands.

Tim: Nicht besser, sondern auch. Zwar glaube ich, dass die MTB Wettkämpfe eine Aufwertung verdient hätten, zum Beispiel durch ein hohes UCI Ranking und das Cross Country sicher eine attraktive Disziplin für Teilnehmer und Zuschauer wäre, dennoch kann man an unserer ganz persönlichen Vita ja auch ablesen, dass eine klare Trennung zwischen den (Rad)Sportarten nicht (mehr) so stark stattfindet. Sowohl was das Interesse, als auch die Ausübung anbelangt.

Daniel: Ich finde diesen Sauerland Giro unsäglich. Es gibt soviele große Rennrad Veranstaltungen, da wäre mir ein 100% Fokus auf den MTB Sport beim BIKE Festival lieber. Auch wenn ich selbst gerne Rennrad fahre.

Ansgar, du warst letztes Jahr als Betreuer mit bei dem Rennen. Dieses Jahr wirst du selbst fahren. Wie kam es zu der Entscheidung?

Ansgar: Durch das Team natürlich! Ein Grund ist dass Daniel und Tim am Start sind. Ursprünglich wollte ich erneut den Schinderhannes MTB Marathon fahren, habe mich aber von Daniel umstimmen lassen. Und es ist schön die Rennsaison mit einem für mich neuen Rennen zu starten.

Welche Bedeutung hat das Rennen für dich? Was erwartest du?

Ansgar: Das Rennen wird eine Standortbestimmung sein. Wie bin ich in Form und bin ich damit zufrieden. Erwartungen an die Platzierung habe ich keine, dafür habe ich zu wenig trainiert und das Feld ist auch riesig. Ich erwarte allerdings sehr viel Spaß!

Mit dem Schinderhannes MTB hast du letztes Jahr im Anschluss an den Rocky Mountain BIKE Marathon deine eigene erste Langstrecke absolviert. Nach dem P-Weg wird das Nummer 3 richtig?

Ansgar: Ja das wird Nummer 3 der Langstrecke sein. Grundsätzlich liegt mir die Langstrecke, da ich meist im 1. Drittel mit Schwierigkeiten zu kämpfen habe, danach mein Körper aber sehr konstant Leistung bringen kann.

Und trotzdem bleibt dieses Jahr das Rennrad der Höhepunkt?

Ansgar: Jein! MTB wird immer meine Leidenschaft bleiben und auf dem MTB wird der MTB am Rursee Marathon der Höhepunkt sein, wie jedes Jahr und dieses Jahr besonders nach dem Mario nicht mehr bei uns ist. Diesen Marathon fahre ich für ihn. Und ja, natürlich wird die Teilnahme bei den 24h Rad am Ring mit unserem 4er Team der Saisonhöhepunkt auf dem Rennrad sein. Das wird ein tolles Event und ich freue mich sehr darauf.

Tim, #moun10bike lautet dein Motto und damit ist das Finish auf der Langstrecke 2o18 – nach wie vielen Versuchen? – ein Muss oder?

Tim: Durch die Verkürzung der Langstrecke von 130 auf 116km nimmt man mir ein bisschen die Chance meinem Endgegner endlich die Stirn zu bieten. Seit 2009 bin ich ohne Unterbrechung in Willingen gestartet und bis auf 2 Mal immer mit der Ambition Lange Runde. Technische Probleme, Sturz oder einfach mangelnde Form machten dem immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Mindestens einen Pfeil habe ich noch im Köcher. In diesem Jahr wird es klappen müssen

Daniel, du schreibst außer Willingen und P-Weg willst du keinen NRW-Marahon mehr fahren, warum?

Daniel: Weil ich mich in die harten und attraktiven Mountainbike Marathons in Belgien verliebt habe. Liebe auf den ersten Blick, denn bereits mein erstes Rennen hat diese Entscheidung vorangetrieben. Es ist eine Mischung aus Attraktivität der Landschaft, technische Herausforderung auf der Strecke und auch Atmosphäre im Fahrerfeld. 100km Schotterpiste wie am Samstag in Willingen haben (leider) ihren Reiz bei mir verloren.

Zum Abschluss: Mit welchen Erwartungen geht ihr ins Rennen?

Ansgar: Wie schon gesagt erwarte ich auf die Platzierung gesehen nichts. Ich erwarte Trails, Spaß und Schmerzen!

Daniel: Eine Zeit unter 7 Stunden wäre prima in Willingen, aber wichtiger sind mir die Leistungsdaten im Hinblick auf die 24h EM. Da wir nicht wissen, wer von den 2000 Fahrern die Langstrecke wählen wird, da man die Entscheidung auf der Strecke trifft, habe ich keine Platzierungserwartung. Erstes Drittel wäre schön. Mindestens genauso wichtig ist eine gute Leistung am Sonntag im Training und am Montag in den Ardennen. Mit 500 verrückten Belgiern auf einer 95km Strecke bedeutet, dass ich dort auch unter 7 Stunden fahren möchte. Bisher kam ich in Belgien nie über einen 15kmh Schnitt hinaus.

Tim: Finish Lange Strecke unter 7h; Sauerland-Giro: Spaß haben und vielleicht rette ich ja etwas von meiner guten Bergform in den Sonntag und kann zwei oder drei Rennradfahrer mit meinem rosa Cross-Panzer hinter mir lassen ;-)

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2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

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