Ardennes Trophy 2018

Das letzte Rennen vor der 24h MTB Europameisterschaft konnte Daniel am Pfingstmontag auf der letzten Rille zu Ende fahren, die Ardennes Trophy 2018 wurde das erwartete Biest. Härter als erwartet, länger als geglaubt und wahnsinnig schön.

Vorbelastung, Rocky Mountain BIKE Marathon, intensives Training, Ardennes Trophy… Ein harter Brocken am Pfingstwochenende, den sich Daniel gemeinsam mit Trainer Benjamin ausgedacht hat. Im Hinblick auf die 24h MTB Europameisterschaft sinnvoll, für das jeweilige Rennen suboptimal. Während Daniel beim Rocky Mountain BIKE Marathon alle Erwartungen übertroffen hat, war in den Ardennen seine Kämpfermentalität gefragt. Mit Erfolg!

24 klassifizierte Steigungen bedeuten auf 95km über 2500hm bei einem Sägezahnprofil, dass seines gleichen sucht. Ab km18 bis zum Ende bewegten wir uns auf einer Höhe zwischen 170m und 370m, davor ging es von 370m einmal auf ca. 530m. Kurz aber knackig und trotzdem waren die Uphills und Downhills gefühlt länger als in den vorherigen belgischen Marathons. Oder Daniel war einfach langsamer.

Ardennes Trophy

Kurz vor dem Start mussten Maxime und ich dann erst einmal an einem fast 2km langen Startblock Kurz-/Mittelstrecke vorbei und hinten anstellen. Die drei Strecken 46/69/95km waren in zwei Startphasen geteilt, zuerst die kürzeren Strecken und dann die Langstrecke. Auch mal schön, wenn man auf der Langstrecke nicht mit einem noch früheren Start bestraft wird.

Im Gegensatz zu Les Cimes de Waimes staute sich auch nichts. Die 500 Fahrer starke Langstrecke fuhr eine 23km Extra-Schleife zu Beginn, um dann mit reichlich zeitlichen Abstand immer wieder auf Teilen der Kurz-/Mittelstrecke zu fahren.

Die Extra-Schleife zu Beginn hatte es bereits in sich, Daniel erwischte ein Schlammloch voll. Es sah so unscheinbar aus, entpuppte sich aber als 50-60cm tiefes Schlammloch. Zum Glück gab es zu Beginn gleich vier Flußdurchfahrten, die dritte davon bis zur Hose tief, so dass Rad und Reiter schnell wieder sauber waren.

Dazwischen die ersten Sahnetrails und Steilstücke, die Daniels volle Aufmerksamkeit benötigten. Im Vergleich zum letzten Jahr sitzt Daniel souveräner und entschlossener auf dem Mountainbike und kann in den Downhills mit dem starken belgischen Peloton mithalten. Allerdings trifft er so manches extra Highlight, wie zwei bis drei weitere Schlammlöcher oder muss im Zweifel eben über ein Abhang springen, weil die Strecke kurzzeitig verloren ging. Läuft. Fahrtechnisch.

Highlights der Strecke

Impressionen von der Strecke reichen wir zahlreich nach, versprochen. Denn was der Streckendesigner sich ausgedacht hat, ist spektakulär und auch für das Auge reizvoll.

Der Laubengang von Haut-Maret kam ziemlich zu Beginn des Rennes, als ich in einer 25 Fahrer starken Gruppe noch kraftvoll mithalten konnte. Eine fast schon surreale Kulisse. Aber auch die Flußdurchfahrten haben ihren Reiz, zumal dabei wohl nur die Wenigsten an den Untergrund denken. Sandboden wäre schön, es handelt sich aber um wüste Anordnungen von Pflastersteinen.

Die Treppen in Marche hat sich Daniel schlimmer vorgestellt, was das Fahrerische angeht. Umso malerisch kam dieses Streckenhighlight aus einem langen und fordernden Trail zum Vorschein. Zuerst alte in den Hang geschlagene Steinstufen, die dann in gepflasterte Stufen übergingen. Grandios.

Das Gewächshaus nach der zweiten Verpflegung zeigte dem Peloton (und auch dem Grupetto, dazu gleich mehr) wie frisch es eigentlich war. Danie kam bei 16,5 Grad sehr ins Schwitzen, allerdings begann er nach der o.g. Durchfahrt direkt an zufrieren. Gewächshäuser sind sehr warm.

Über die Trails, Steilhänge, Wurzeln und Streckenverläufen wurde schon genug geschwärmt. Bis zum Ende konnte die Strecke das Niveau halten und mit einem 1,2km langen Schlussanstieg auftrumpfen.

Heute einmal Gruppetto bitte

Konnte Daniel noch die ersten 18km gut mit einer der beiden ersten Verfolgergruppen mitgehen, die sich nach dem Start in den ersten beiden langen Anstiegen bildeten, musste er nach einem verfehlten Bemühen eine Lücke im Wind zu schließen das Unterfangen Abbrechen.

Der Mann mit dem Hammer kam früher als erwartet und sorgte für einen Leistungseinbruch, der mental schwer zu verdauen war. Dazu dieser wie Feuer brennende Schmerz in der linken Hüfte, den Daniel so nicht kannte. Im Kopf an Aufgabe denkend, pedalierte er einfach weiter und weiter und weiter.

Immerhin ließen die Schmerzen zur Rennmitte nach und die Hüfte gewann an Beweglichkeit. Irgendwie reichte es an den Anstiegen auch immer gerade so für nicht Absteigen, während Daniel dann durchs Gruppetto pflügte, um dann in der nächsten welligeren Passage wieder zurückzufallen.

Es war ein Bein-Kopf Kampf, den die Beine trotz Kraftlosigkeit gewannen. Aber was hätte Daniel auch anderes machen können, wenn Team Manager Ansgar seinen Pfingstsonntag zur Reparatur des Materials nutzen muss?

Am Ende dauerte der Kampf in den Ardennen 6:40h, das Ziel sub7h war erreicht. Doch nach der ersten Stunde wäre eine Zeit um 5:15-5:30h machbar gewesen. Hätte, hätte, Fahrradkette. Immerhin hielt das Rad und der Körper konnte sich während des Rennens erholen. Alles gut.

Fazit

Nach Willingen und dem Fahrtspiel am Sonntag war das Ergebnis vorprogrammiert. Sicherlich wäre einiges mehr drin gewesen, wäre da nicht die 4 Stunden Autofahrt am Freitag gewesen, hätte Daniel am Samstag nicht bei Canyon und Fox im Service Zeit investiert und wäre der Sonntag ohne Rasen mähen, Rad sauber machen und unnötige Fahrten stressfreier verlaufen. Regeneration ist sehr wichtig auf der Langstrecke und gerade bei einem derartigen Vorhaben. Weil das alles nicht war, muss am Ende auch einmal eine Fahrt im Gruppetto ein Erfolg darstellen.

Bei einer Aufgabequote von über 22% bekommt das Ankommen in La Reid eine zusätzliche Bedeutung. Immerhin waren die Wetterverhältnisse mit Sonnenschein und Temperaturen zwischen 16-20 Grad optimal, so dass die Ausfallquote schon der Strecke zuzurechnen ist.

La Reid, die Ardennes Trophy und Veranstalter BAMS bekommen 5 Sterne für diese tolle Strecke, Organisation und Ausrichtung des Rennens. Eine dicke Weiterempfehlung für das nächste Jahr.


Fotonachweis: Alle Fotos von Belgian Ardennes Marathon Series. © Christophe Bortels – Vojomag – BAMS.

Veröffentlicht von

2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

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