Rest in pink – Ein Nachruf an Mario ‘Muschi’ Peters

Mein lieber Mario,

wir kennen uns noch nicht lange und doch erscheint es mir ewig, wir sind keine engen Freunde und doch fühle ich eine enge Bindung zwischen uns, wir haben uns nicht oft perönlich gesehen und doch bist Du immer präsent. Die Nachricht Deines Unfalls und Deines Todes traf mich wie ein Schlag. Über Tag war es eingermaßen erträglich, durch die täglichen Ablenkungen des Lebens, aber ich habe die halbe Nacht wach gelegen. In solchen Fällen ist die Nacht die schwerste Zeit des Tages. Man ist alleine mit sich und seinen Gedanken.

Und es ist wie immer, wenn der Tod plötzlich und unerwartet kommt: es bleibt vieles ungesagt! Ich glaube, es gibt nicht viele Menschen, die wissen, wie viel Du mir bedeutest. Vermutlich wußtest Du es selber nicht, denn wir haben nie darüber gesprochen.

Dank Dir, lieber Mario, bin ich der sportliche Mensch, der ich heute bin. Du warst die Initialzündung zu dem Weg, den ich bis heute beschritten habe. Du warst es, der mich in die Reihen der Vennbiker aufgenommen hat. Ich erinnere mich, als wenn es gestern gewesen wäre, wie Du mich herzlich beim MTB-Marathon am Rursee 2015 empfangen hast. Das war die Grundlage für eine Menge Schritte und Veränderungen in meinem Leben. Durch Dich habe ich die tollen Menschen in der Vennbike-Truppe kennengelernt. Du und “unsere” Jungs haben mir erst gezeigt, was Mountainbiken bedeutet. Und Du und die Truppe haben mir gezeigt, was Zusammenhalt und Rücksichtnahme bedeutet. Von Dir und den Vennbikern habe ich so viel gelernt, von der Fahrtechnik bis hin zur Radtechnik.

Und Du hast mir die Möglickeit gegeben, mit dem Schreiben anzufangen, heute würde man bloggen sagen, aber da wagte ich damals nicht dran zu denken, das so zu nennen. Durch Dich und die Vennbiker, habe ich gelernt, meine Worte zu digitalem Papier zu bringen. Vor allem Deine Berichte haben mich immer wieder inspiriert.

Aber ich bin auch überzeugt davon, dass ich diese Worte nicht auf dieser Plattform hier schreiben könnte und nicht die tollen Menschen von Coffee&Chainrings kennengelernt hätte, wenn Du nicht gewesen wärst. Deine Leidenschaft für das Fahrradfahren und darüber zu sprechen und zu schreiben, haben mich inspiriert tiefer in diese Welt einzutauchen und dadurch habe ich Daniel kennen gelernt. Also ist es auch Dein Verdienst, dass ich heute diese tolle und intensive Freundschaft zu Daniel pflegen darf.

Es ist die gesamte MTB-Szene, die ich durch Dich kennen gelernt habe. Viele der tollen Menschen nur flüchtig, andere sehr viel intensiver, wie z.B. die Truppe von Wutz on Wheels und befreundete Mountainbiker. Dafür danke ich Dir von Herzen.

Es tut mir im Herzen weh, dass ich Dir diese Worte nie persönlich gesagt habe. Dein plötzlicher Verlust zeigt mir, wie wertvoll das Leben ist und wie wertvoll es ist sich gegenseitig Wert zu schätzen. Und wie wichtig es ist sich gegenseitig Danke zu sagen.

In meinem Kopf haben sich zwei Bilder festgesetzt, die den Schmerz visualisieren: zum einen ist es ein Loch in meinem Herzen, dass auch der größte Braunkohlebagger nicht hätte reißen können. Leider hat er das in gewissem Sinne aber doch, nur nicht mit seinen Schaufeln. Das zweite ist unser Vennbike-Muschi-Trikot. Da steht geschrieben: “Pain is temporary, Pride is forever”. Und es ist richtig, der Muskelschmerz ist vorrübergehend, aber der Herzensschmerz über Deinen Tod wird ewig währen. Genau wie der Stolz Dich zu kennen und ein kleiner Teil Deines Lebens gewesen sein zu dürfen.

 

Das alles ist meine persönliche Meinung. Mario war ein polarisierender Mensch, Mario war ein lauter Mensch und Mario war ein Mensch an dem man sich reiben konnte, da er seine Meinung stark und selbstbewußt vertreten hat. Das gefällt nicht jedem und das muss es auch nicht. Für mich gab es nur sehr wenige Momente, in denen ich ihn wirklich privat kennengelernt habe und in diesen Momenten war er ein ruhiger, lieber Mensch. Wir alle haben negative Seiten, aber am Ende des Tages sollten wir uns mit den negativen Seiten unserer Mitmenschen arrangieren können, denn wir müssen uns immer vor Augen halten, dass das Leben kostbar und wertvoll ist und in tragischen Fällen plötzlich enden kann.

Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden von Mario, ganz besonders seinen beiden Kindern und Dir, liebe Andrea.

Wir alle werden unzählige Anekdoten mit Mario erzählen können. Eine habe ich glücklicher Weise auf Video aufgezeichnet.

Leb wohl, Mario!

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Ich bin schon immer Radfahrer gewesen. In meiner Jugend bin ich immer lieber mit dem Rad anstatt mit dem Bus zur Schule gefahren und war auch mit Freunden immer auf dem Rad unterwegs. In der Zeit des Arbeitslebens und der Familienbildung war ich sportlich relativ inaktiv. Nach einer Knieoperation 2014 war das Rad die beste Reha und es hat sich stetig bis zur Sucht entwickelt. Heute geht es nicht mehr ohne Rad und der Wille immer besser zu werden ist mein Antrieb.

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