Torsten und das Projekt Race across Germany 2018

Torsten Weber ist Mountainbiker und Ultracyclist. Im Sommer wird er beim Race across Germany eine neue Herausforderung annehmen und auf der 1100km langen Strecke von Flensburg nach Garmisch Patenkirchen um die Qualifikation für das legendäre Race across America kämpfen. Wir werden ihn auf seinem Weg begleiten.

In meinem zweiten Vorbericht zu Torstens Race across Germany im Sommer 2018 möchte ich dir Torsten und sein Team vorstellen. Ich möchte dir etwas über Torstens Vergangenheit erzählen, damit hier in unserem Blog ein etwas genaueres Bild unseres Protagonisten beim Race across Germany entsteht.

Torsten Weber, der Mann für die Ultralangstrecke

Torsten Weber wird im Sommer 40 Jahre alt, ist verheiratet und zweifacher Familienvater und kommt aus der schönen Eifel. Torsten hat damit ein ideales Trainingsrevier, die steilen Anstiege in der Eifel sind auch im Profi Peloton gefürchtet. Er teilt sich sein Trainingsrevier u.a. mit den Rennradprofis Andre Greipel und Christian Knees. Anders als die beiden genannten Profis verdient Torsten mit dem Radsport kein Geld, weshalb er a) das Race across Germany über eine Kampagne finanziert hat und b) sein Training und die genauso wichtige Regeneration mit Familie und Beruf abgestimmt werden muss.

Torsten feierte seine größten Erfolge im Mountainbike Sport, u.a. bei der inoffiziellen deutschen Meisterschaft beim 24h Mountainbike Rennen am Alfsee. Er ist sowohl Deutscher Meister 24h MTB im 2er-Team als auch in der Solo-Klasse.

Torstens Stärken sind seine Zielstrebigkeit, sein Ehrgeiz und die Bereitschaft zu leiden. Allesamt wichtige Faktoren, um auf der Ultralangstrecke erfolgreich zu bestehen.

Torsten Webers Weg zur Ultralangstrecke

Anders als Ansgar, Tim oder ich hat Torsten schon im Alter von 14 Jahren in der Jugendklasse des RSV Euskirchen mit dem Radsport angefangen. Nach einigen Erfolgen in der Jugendklasse wechselte er in das Radbundesliga Team VFL Rheinbach, ein auf Jugendarbeit fokossierter Verein wo er u.a. mit David Kopp und Christian Knees zusammen fuhr.

Wenn ich meine Jugend mit der von Torsten vergleiche, dann ist der Leistungssport (bei ihm Radsport, bei mir Fußball) ein verbindendes Element und so wundert mich auch nicht, dass Torsten mit 20 Jahren mit dem Radsport aufhörte und so ziemlich alles nachholte, was er bis dahin verpasst hatte. Das ging mir nämlich genauso, ehe ich dann 10 Jahre nach meinem Fußballende mit 107kg aufwachte…

Torstens Sportpause war noch etwas länger: Nach 15 Jahre andauernden Sportpause, in der rca. 25kg zugenommen hatte, fasste ihn das Radfieber aber wieder. Mehr oder weniger zufällig nachdem er an einem Wochenende eine MTB Zeitschrift durchstöbert hatte. Montags darauf fuhr er zu einem lokalen Händler und kaufte sich ein Mountainbike.

So begann nicht nur Torstens zweite Karriere auf dem Rad, sondern so entwickelte sich auch direkt eine enge Kooperation zu hape-bikes.de, mittlerweile einer seiner wichtigsten und besten Unterstützer.

Seit dem Kauf ist kaum ein Tag vergangen, an dem Torsten kein Rad gefahren ist. Und so kam er schon nach kurzer Zeit zu dem Gedanken, wieder einmal einen Wettkampf zu bestreiten. Während andere (wie ich) auf der Kurzstrecke im Sauerland ihr Renndebüt geben, sollte es für Torsten direkt ein 24Stunden Rennen werden. Der Erfolg hielt sich damals in Grenzen, aber es hatte Torsten viel Freude bereitet und er hatte Blut geleckt.

Torstens Ziel stand fest

Irgendwann einmal will er ein 24 Stunden Rennen als Solofahrer gewinnen! Ihm war klar, dass das noch ein weiter weg ist. Aber er war motiviert, zielstrebig und ehrgzeig. Er begann systematisch zu trainieren und seine Ernährung anzupassen. Torsten vertraute von Anfang auf STAPS, von deren Leistungsdiagnostik und langfristig ausgerichtete Trainingsplanung nicht nur er enorm überzeugt ist. Gut drei Jahre voller Training, diverser Wettkämpfe, Höhen und vielen Tiefen vergingen, bis er sein damals gestecktes Ziel bei dem 24h Duisburg 2016 erreichen konnte. Eines der renommiertesten 24h Mountainbike Rennen in Deutschland mit vielen großen Namen in der Siegerliste. Mittlerweile hat Torsten Weber an diversen 24h Mountainbike Solo Veranstaltungen teilgenommen und viele Erfolge erzielt. Schau dir Torsten Erfolge in seinem Blog an.

Vom 24h MTB Rennen zum Race across Germany

Bei einem 24 Stunden Rennen kommt es auf viele Kleinigkeiten an. Neben Aspekten wie Saisonplanung, Familienzeit- und Trainingsplanung, Struktur, Motivation, Ernährung, Material usw. , hat sich in den letzten Jahren für Torsten eines heraus kristallisiert:

Willenstärke als Basis für Ultracycling

Der Kopf bzw. die mentale Verfassung/Willensstärke spielt bei der Vorbereitung und ganz besonders während des Wettkampfes eine der grössten Rollen! Es ist die entscheidende Komponente, die häufig über Sieg oder Platz 2 oder 3 entscheidet.

Torsten ist mental an jedem Wettkampf gewachsen. Es motiviert ihn immer wieder seinen inneren Schweinehund zu überwinden und neue Wege zu finden Tiefpunkte (welche man in jedem 24h Rennen mehrmals erlebt) zu überstehen und den Körper an seine psychische und physische Grenzen zu treiben.

In einem Buch laß Torsten eine neue Definition von Ultracycling. In dem Buch wurde behauptet, Ultracycling beginne erst ab einer Renndauer von 24+ Stunden… Eine Idee war geboren.

Torstens großer Traum vom Ultracycling…

Warum Ultracycling? Ich glaube das war meine erste Frage, nachdem ich mit Torsten telefoniert habe und meine Projektidee der Vorberichterstattung auf Zustimmung gestoßen ist.

So leicht sich die Frage anhört, so schwer ist die Antwort darauf. Wir sind uns aber schnell einig, dass Ultracycling eine Selbsterfahrung ist. Man lernt viel über sich selbst, im Zentrum von Allem steht der innere Monolog. Von außen betrachtet ist es schwer Motivation zu schöpfen.

Ultracycling ein Kampf mit und gegen sich zugleich

Torsten möchte Grenzerfahrung. Er möchte die Angst vor dem “Unmöglichen” verlieren, das “Unmögliche” wagen, den inneren Schweinehund besiegen. Aber es geht um noch mehr, denn Torsten möchte sein wirkliches ICH kennenlernen.

“Ein Kampf mit und gegen sich zugleich
gepaart mit Gefühlen wie Aufgeben wollen, Schaffen wollen, Zusammenreissen, über sich hinauswachsen, Motivation, Freude, Stolz, Vertrauen in sich und das Team…” (Torsten Weber)

Torsten spricht hier schon einen weiteren wichtigen Punkt an. Torsten wird von einem mehrköpfigen Team betreut, dazu kommen wir im nächsten Kapitel.

Ein Traum erfüllen

Torsten möchte den oben skizzierten Kampf beim Race across Germany austragen und einen nächsten Schritt machen, was seine Ambitionen verdeutlicht. Das Race across Germany mit seinen 1150km nonstop ist ein Zwischenschritt zum größten Traum von Torsten und tausenden von Ultracyclisten: Dem Race across America. 5000km von Ost nach West.

Das Race across Germany ist ein 1150km langes non-stop Radrennen von Flensburg bis Garmisch. Die Strecke bestreitet man alleine und wird durch eine Crew in einem Begleitfahrzeug mit Nahrung und Navigationsanweisungen versorgt.

Schafft man die 1150km innerhalb von 48 Stunden hat man die offizielle Qualifikation für das 5000km lange Race Across America (RAAM), die ultimative Ultracycling Veranstaltung, erlangt.

Für Torsten gibt es nichts größeres als sich diesen Traum zu erfüllen:

“Irgendwann einmal mächte Ich am ultimativen Ultracycling Event dem 5000km langen Race Across America (RAAM) teilnehmen!” (Torsten Weber)

Die Crew hinter Torsten Weber

Neben der technischen Ausrüstung für ein solches Rennen, spielt die Begleitcrew die grösste und wichtigste Rolle während dem ganzen Abenteuer. Der Fahrer selber muss eigentlich “nur” treten. Sämtliche Navigation, Planung, Problemlösung, Taktik, Nahrungsversorgung, Analysen, Fahrer Motivation usw. spielt sich innerhalb der Crew ab.

Das Team ist die wichtigste Komponente, sowohl bei 24h Rennen als auch beim Ultracycling wie dem Race across Germany. Es sind die wichtigsten Personen bei dem ganzen Vorhaben, Torsten muss dem Team zu 100% vertrauen können.

Das Rennen dauert ca. 2 Tage non-stop, deswegen muss die Crew in mehrere Schichten eingeteilt und regelmäßig ausgetauscht werden, während der Fahrer fährt und fährt und fährt.

Die Teamfindung war einfacher als angenommen und Torsten war überglücklich und überrascht, wie viele Personen aus seinem Freundeskreis und dem Team Eifel cycling Team Northwave bereit waren ihre wertvolle Freizeit für ihn zu opfern und ihn unterstützen wollten!

Torstens Begleitcrew

Mario Peters (aka Muschi) , Andrea Kabil, Torstens Vater Rolf Weber, Ingo Manteufel, Helmut Wolf, Frank Reiferscheid, Andreas Ronig und Hanspeter Schumacher von hape-bikes.de.

Ein großes Team, was jedoch auch notwendig ist. Anders als beim 24h Rennen mit einem zentralen Versorgungspunkt, ist beim Race across Germany nonstop ein Autofahrer notwendig. Des Weiteren muss ein weiterer Mitfahrer Torsten verpflegen, während ein weiterer Mitfahrer zum navigieren abgestellt sein muss. Darüberhinaus muss die Crew um die 48 Stunden pausenlos arbeiten, so dass alleine diese drei Positionen doppelt besetzt sein müssen.

Die Crew samt Begleitfahrzeug werden wir in unserem Blog auch noch vorstellen.

Community finanziert Projekt RAG 2018

Das Projekt ist aber nicht nur mit enormen Trainingsaufwand und Menpower verbunden, sondern auch richtig teuer. Torsten startete im Vorjahr eine Crowdfunding Kampagne, um einen Teil der Kosten abzudecken: Mit Erfolg!

Um den Anreiz für das Spenden zu erhöhen konnte er von einigen Firmen und Sponsoren Produkte und Dienstleistungen ergattern. Diese wurden als Prämien für die Spender in das Crowdfunding integriert.

Torsten war überwältigt von der Resonanz und des Erfolges der Aktion. Innerhalb von 7 Tagen wurde eine Spendensumme von 2270€ von insgesamt 46 Unterstützern erreicht! Wahnsinn!

Was kommt als Nächstes?

Für Torsten hoffentlich das Race across America, aber eiogentlich wollte ich dir damit die kommenden Artikel über die Race across Germany Berichterstattung schmackhaft machen.

Ich möchte euch in den nächsten Artikeln Torsten Rad für das Race across Germany vorstellen. Ich gehe der Frage nach, warum Torsten nach seinem Erfolg auf dem Mountainbike wieder zurück auf die Straße wechselt. Außerdem wird das Thema Training sehr konkret bearbeitet werden und natürlich steht auch eine Podcast Episode mit Torsten an.

Hast du Fragen? Möchtest du etwas anderes über Torsten und das Race across Germany wissen? Mach mit und schicke uns deine Vorschläge per Kommentar, auf Twitter oder Facebook. Torsten wird sich freuen und ich mich auch.

Veröffentlicht von

2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

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