Brennende Beine im Keller #ZwiftNationals

Das Renndebut 2018 von Daniel und Tim bei den Zwift National Championship verlief durchwachsen, war aber eine interessante Erfahrung für die beiden Kaffeeracer. Leider musste Tim das Rennen vorzeitig beenden, während Daniel sich trotz defekt ins Ziel rettete.

Ein bißchen Racefeeling im heimischen Arbeitszimmer oder Keller kam bei Daniel und Tim schon auf. Auch wenn das E-Sports Event #ZwiftNationals, also die Zwift National Championships für 14 Länder, am Ende wenig mit einem echten Rennen zutun hat. Das Erlebnis zählte für unsere Jungs und am Ende waren die Emotionen vor, während und nach dem Rennen mit einer echten Rennsituation vergleichbar.

Während Tim richtig stark ins Rennen startete und vor dem ersten von drei Vulcano Climbs die Top50 vor sich hertrieb, verpasste Daniel den Start und kam nicht in Schwung. Während Tim ziemlich genau an seiner functional threeshold power agierte, konnte Daniel nur 85-95% abrufen und fuhr den beiden großen Führungsgruppen hinterher und sortierte sich im Hauptfeld ein.

Virtueller Platten entscheidet das Rennen bei Tim

Auch in der zweiten Runde kämpfte Tim sehr und hatte mittlerweile überraschend eine Top70 Platzierung gefestigt. Doch kurz vor dem zweiten Anstieg Vulcano Climb flog Tim aus dem Spiel und sein Fortschritt war dahin. DNF – Dank eines virtuellen Plattens. Irgendwie fühlte ich mich an die Anfangszeiten von klassischen E-Sports E-Spoirts Titeln zurückerinnert.

Ich ärgere mich genauso wie bei einem richtigen Rennen. Das wäre wirklich schön geworden. Ich war voll im Racemodus beim ersten Berg. (Tim Gasseling)

Bei allem Ärger zeigte das Rennen für Tim aber, dass der im Jubiläums Jahr #moun10bike auf dem richtigen Weg ist und seine Leistung im Vergleich zur letzten Saison ein deutlichen Zuwachs genommen hat.

Daniel kommt vor dem Gruppetto ins Ziel

Zeitlich gesehen kam das Rennen für Daniel viel zu früh. Daniel kämpft nach wie vor mit einer zu niedrigen Vo2Max, die auch Stoffwechsel bedingt im Keller ist. Zu allem Überfluss übertrieb er es im letzten Trainingsblock und konnte so im Rennen nur 85% seiner Leistung abrufen.

Mut macht, dass der dritte Anstieg am besten funktionierte, obwohl im kurz vor der Bergwertung die Kette vom Rad sprang und er einen “Stop” (hahaha) einlegen musste. Das kostete ihn am Ende eine Top 150 Platzierung.

Ungereimtheiten über die Titelvergabe

In einem packenden Finale der Deutschen Meisterschaft bei Zwift gewann J. Hermann im Zielsprint gegen Thomas Jendrusch. Allerdings scheinen die Leistungen von Hermann auf dem ersten Blick unrealistisch, wie bereits der Kommentator auf Zwift mitteilte. Hermann ist seit Wochen im Rahmen der ZADA bei Rennen disqualifiziert worden und die Wahrscheinlichkeit auch in diesem Rennen disqualifiziert zu werden ist hoch.

Das Finale um die Deutsche Meisterschaft bei 2:37:27h im Zwift Livestream.

[learn_more caption=”Statement Thomas Jendrusch”]
Was ein geiles Event! Erst einmal Glückwunsch an alle , die sich heute fast 70km im Rennmodus gequält haben und es bis zum Ende durchgezogen haben. Egal ob nun 1. oder letzter. Ihr wart bei der 1. Zwift Meisterschaft dabei!!!!

Ich persönlich bin hin und weg. Habe während des Rennens so viele motivierende Nachrichten bekommen. Das war der Schlüssel zum Erfolg.

Das Rennen war heute für Allrounder perfekt. Ich wusste, wenn die Gruppe die Anstiege zusammen bleiben kann, ist im Sprint alles drin. Ziel – nur nicht überpacen!
Die ersten Minuten bis zum Vulkan waren aber unglaublich schnell und hart. Selten so einen starken Beginn erlebt. Da war ich schon kurz davor grau zu werden. Zum Glück entspannte sich die Lage etwas und ich konnte genug Kraft für die Anstiege tanken.

Als im 3. Anstieg Herrmann loszog, wusste ich und offensichtlich auch die Gruppe, dass er automatisch disqualifiziert wird. Wie bei allen seiner Rennen in der Vergangenheit. Konnten ihn also fahren lassen. Ein anderer Ausreißer war lediglich mit Zpower unterwegs, so dass der Sieger aus unserer Gruppe kommen musste.

Vor dem Sprint konnte ich noch ein paar Körner sparen und der Rest ist einfach nur genial. Danke für eure Unterstützung. Ohne die geile Gruppe hier und die super Community wäre das heute nur halb so gut. (Thomas Jendrusch) [/learn_more]

Die offizielle Siegerlisten folgen nächste Woche bis dahin bleibt es spannend wer sich 2018 deutscher Meister nennen darf.

Fazit

Die Beine haben ordentlich gebrannt. Fast 300 deutsche Radfahrer haben sich bei den #ZwiftNationals gemnessen, insgesamt fanden mehrere Tausend Fahrer am 24.02 zu den #ZwiftNationals den Weg nach Watopia. Das Event war prima organisiert.

Mit unseren defekten hatten wir Glück im Unglück, anderen Zwift-Usern sind vor dem Start vor Schreck sogar Pedale bzw. Kurbel abgefallen. Sachen gibts.

Und trotzdem ist ein Zwift Rennen etwas anderes als ein Mountainbike Marathon oder ein Kriterium. Die Belastung ist pausenlos, man setzt keinen Tritt aus und ist nonstop am Anschlag. Durch die Gimmicks bekommt der Zufall seinen Platz, schließlich ist ein “federleicht” Icon im richtigen Moment eine tolle Waffe, genauso wie der Aeroboost im Zielsprint.

Die Diskussion über den Sieger steht dafür stellvertretend, denn es gibt sowohl gute Gründe für Jendrusch als auch für Hermann als Sieger. Letzterer ist wohl ein erfolgreicher u23 Athlet, der u.a. mit Markus Kaufmann gemeinsam am Bodensee trainiert.

Zwift, die ZADA und die Community müssen schnellstmöglich eine Lösung dieses Problems finden. Ansonsten verliert Radsport als E-Sports genauso schnell an Attraktivität wie er es Dank Zwift gewonnen hatte.

Spätestens dann, wenn man schon in einer laufenden Übertragung dem Führenden ein Recht auf den Sieg abspricht, ist irgendwas falsch.

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2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

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