E-Bike, Hetze und ein verqueres Schönheitsideal

Seit mehreren Wochen häufen sich die Schmähungen gegen elektronische (oder elektronisch unterstütze) Fahrräder, sog. E-Bikes, in meiner Timeline und mir steht manchmal das blanke Entsetzen im Gesicht geschrieben mit wieviel Hass, Neid und Missgunst gegen FahrerInnen von E-Bikes argumentiert wird.

Der in einer Facebook Gruppe geteilte Comic von Perscheid (siehe Screenshot) ist dabei weder Höhepunkt noch Einzelfall in der Diskriminierung von E-Bike FahrerInnen. Es werden weder die erzielten Leistungen anerkannt, noch die unterschiedlichsten (und zum teil sehr nachvollziehbaren) Bewegründe zur Nutzung der E-Bikes anerkannt. Zu guterletzt setzt das verquere Schönheitsideal eines – möglichst – schlanken Körpers der ganzen Diskussion am Stammtisch die Krone auf.

Es ist schon eine extreme Doppelmoral notwendig, wenn der übergewichtige Radsportler seiner Leistung (nennen wir sie der Einfachheit mal 100 Watt) mehr Anerkennung zukommen lässt, als der Leistung eines normalgewichtigen E-Bike Fahrers (nennen wir sie der Einfachheit auch mal 100 Watt).

Perscheid Comic, veröffentlicht in der Facebook Gruppe “Rennrad – und trotzdem Spaß” (Quelle: Screenshot Facebook, 23.04.2017)

E-Bike wie Doping? Keine Leistung notwendig?

Die Diskussion rund um das Thema E-Bike ist vergleichbar mit der Doping Diskussion. Beim Thema Doping muss man nichts schön reden, letztendlich wird dabei aber oftmals vergessen zu erwähnen, dass die umgedopte Leistung der Athleten nicht weniger schlecht ausfallen würde und das Maß von Hobbysportlern um ein Vielfaches übersteigt.

Die unterschiedlichsten Gründe führen zum dopen, letztendlich auch weil Radsportler ihren Lebensunterhalt mit Radsport verdienen müssen und nun einmal Leistung alles ist, was zählt. Wenn ich jetzt meine Leistung an der Schwelle um – sagen wir – 5% verbessern kann, dann sprechen wir von 25, 30 vielleicht 40 Watt mehr, die über Sieg oder Niederlage und Doping oder nicht Doping entscheiden. Aber die 450-500 Watt, die der Athlet auch ohne Doping treten kann, die sind Resultat harter Arbeit und Fundament seiner Leistung.

Und genauso ist es beim E-Bike. Die Sportler haben eine Grundkondition und nutzen die anderen Möglichkeiten eines E-Bikes, um weiter/schneller/höher zu fahren. Und nun? Trotzdem bringen sie eine Leistung. Investieren Zeit in unser aller Hobby und genießen höchstwahrscheinlich die Zeit in der Natur genauso wie Ottonormal-Biker.

Letztendlich bleiben 100 Watt, 100 Watt. Die Leistung muss der/die SportlerIn von alleine bringen. Und wenns mit dem E-Bike mehr Spaß macht, weil vielleicht der 24er Schnitt auf dem Rennrad zu langsam erscheint und man mehr möchte, so warum nicht?

Und Argumente wie “die machen den Wald” kaputt (E-MTB) oder “die rasen wie die Irren” lasse ich nicht gelten, denn Menschen die unseren Sport ausüben und sich daneben benehmen gibt es auch unmotorisiert Zuviele.

Außerdem glaube ich auch nicht, dass es dazu bereits repräsentative Ergebnisse gibt, die einen Zusammenhang zwischen E-Bike fahren und erhöhter Risikobereitschaft oder schlechtere Verkehrsteilnahmen sehen.

Warum also nicht einfach mal die Leistung des Kollegen mit E-Bike anerkennen und sagen “Toll gemacht”?

Bewegung ist immer besser als keine Bewegung

Ich bin mir auch nicht sicher, was ich davon halten soll, wenn ich Fotos von Radsportlern in Rennanzügen sehe, die mit dem Auto über Rennstrecken heizen und die Umwelt verpesten und von ihren Fans gefeiert werden. Die Fans, die dann den E-Bike FahrerInnen im Internet beleidigen.

Dann doch lieber umweltfreundlich bewegen, meinetwegen mit E-Motor aber straight zum Wohle des Umweltschutzes und nicht doppelmoralisch “frei von Hilfsmitteln” den Sport ausüben und dann Zugucken und Abfeiern wie das Benzin einfach so verbannt wird.

Ich freue mich über jeden neuen Menschen, der die Liebe zum Radfahren teilt. Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung und ist gut für die eigene körperliche wie psychische Gesundheit.

Schönheitsideal für die Tonne

Zuletzt aber nicht als Letztes empfinde ich das Schönheitsideal hinter der Diskussion als Spitze des Eisbergs.

Warum man E-Biker direkt als “dick”, “bewegungsfaul” und “übergewichtig” einstuft ist mir völlig fremd. Und wenn? Wo ist das Problem? Warum muss es immer rank und schlank sein? Dürfen Übergewichtige kein Sport machen? Müssen sie sich verstecken?

Bezogen auf den Comic von Perscheid, der Auslöser meines Artikels ist, ist die obligatorische Chipstüte natürlich das negativ Highlight. Während für schlanke Hochleistungssportlern das Konsumieren von flüssigen Zucker (auch bei 30min Training… sic!) normal ist, wird der “dicke, bewegungsfaule, [nichtsnützige]” E-Biker mit einer Chipstüte assoziiert. Und das nicht nur im Comic.

Um ungesund zu leben, bedarf es kein E-Bike. Das bekommen auch andere Radsportler gut hin. Noch besser Menschen, die gar kein Sport machen.

Aber warum jetzt E-Bike Fahrer per Se dicker und ungesünder sein sollen als andere erschließt sich mir nicht.

Fazit

Gönnt doch mal! Gönnt doch mal Menschen ihren Spaß! Ohne Neid auf Sandkasten Niveau wie bei dem Argument “der klaut mir aber meinen *KOM auf Strava – unfair!”, ohne Unterstellungen und Behauptungen, die gar nicht überprüft werde können.

Und vor allem probiert doch selbst erst einmal aus, bevor ihr einfach pauschal und ahnungslos verurteilt. Pauschal und ahnungslos verurteilen ist nämlich in Deutschland grundsätzlich beliebter als jemand anderen etwas zu gönnen. Das prangere ich am Meisten an!

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Meine Meinung
Die in diesem Beitrag geteilten Meinungen und Einstellungen gelten nur für mich persönlich und müssen nicht unbedingt die Meinungen und Einstellungen des Blogs und dessen Mitgliedern widerspiegeln.

Veröffentlicht von

2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

34 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hinzuzufügen ist noch, dass e-Bikes mehr Leute aufs Rad bringen und damit die Präsenz von Rädern in Städten allgemein erhöhen was wiederum zu einer größeren Notwendigkeit von guter Radinfrastruktur in Städten führt und Autofahrer mehr für Räder sensibilisiert werden.

  2. Ich bin da ganz auf deiner Seite. Die Karikatur von Perscheid zielt jedoch auf eine ganz andere Thematik ab: Es geht um die Anerkennung von E-Sport als offizielle Sportart, also die Professionalisierung hinsichtlich Videospielen. Da gibt es mittlerweile schon ganze Ligen, was ich dank meines Übungsaufsatzes, den ich meine Schüler zu diesem Thema verfassen lassen habe, gelernt habe :p Das Ganze hat also mehr das Klischee des übergewichtigen Gamers zum Hintegrund – was zugegebenermaßen auch eine streitbare Sache ist und am grundsätzlichen Tenor nicht viel ändert.

    • Immerhin muss man beim E-Bike noch sehr viel selbst leisten… Aber grundsätzlich sehe ich da eine weitere Parallele, denn auch eSportler (so sah ich mal in einer Reportage) haben einen Fitnessplan, neben des eigentlich am PC sitzen und eSport treiben. Andererseits ist es komisch, dass der Schachspieler – anders als der eSportler -drahtig dargestellt wird.

      • Richtig, das war auch mein Beispiel :D Ehrlich gesagt ist es mir aber auch sowas von egal, wer was und wie viel leistet, solange er keinem anderen damit schadet. Die E-Bike-Diskussion habe ich noch nie verstanden.

  3. Ganz abgesehen davon, dass ich dir in den meisten Punkten zustimme: Ich verstehe den Cartoon gar nicht im Bezug auf E-Bikes, sondern E-Sport im Sinne von Computerspielen.

    • Zu lange rumsitzen und mit dem Lesen und Kommentar abschicken warten ist offenbar blöd, dann wurde nämlich genau das schon gesagt ;-)

    • Er wird aber jetzt in Rennrad Gruppen geteilt und damit ein Bezug zum E-Bike hergestellt. Letztendlich war das aber auch nur der Auslöser einer seit Wochen in mir sitzenden Fassungslosigkeit wie E-Biker zu unrecht angegriffen werden und auf welchem Niveau bzw. auf was reduziert.

    • So wie maren ihn interpretiert, ist der Cartoon auch gemeint. Die neue Bundesregierung hat die Förderung des eSports sogar im Koalitionspapier – ganz im Gegensatz zur Förderung des Radverkehrs. Na ja, so kriegen sie uns ja vielleicht besser runter von der Straße, damit wir den Verkehrsfluss nicht weiter stören…. Man muss sich wohl von dem Gedanken verabschieden, dass alle Radfahrer per se clever, entspannt, emanzipiert und freundlich sind. Sind halt auch nur Menschen… ;-)

  4. Mein Arzt hat mir – auf Grund meines Knieleidens – empfohlen mit dem Fahrrad nicht so viele Höhenmeter zu machen. Letzt starteten meine Freunde mal wieder zu einer Rundfahrt, wie ich sie früher ohne Probleme mitgefahren wäre. Ca. 50km / 1200 HM. Mit meinem Knie unmöglich. Also habe ich mir ein E-Bike ausgeliehen, nur um mal wieder mit meinen Freunden fahren zu können. Es hatte keiner ein Problem damit und alle freuten sich, dass ich wieder mal dabei war. (An dieser Stelle einen dicken Gruß an die #GuidelessGuys)
    In diesem Fall öffnete mir das E-Bike die Möglichkeit Spaß mit Freunden zu haben und ich denke auch, dass ich mich dafür nicht schämen muss. Die fehlende Akzeptanz ist wirklich schade… Auf einmal wird man von keinem “Flyby” mehr gegrüßt und das obwohl es durch die Kniebandage eigentlich nicht zu übersehen ist, dass da am Knie was im Argen ist.
    Mir wäre es auch lieber, ich könnte alles ohne Hilfe fahren…

  5. Aaalso: Da Daniel vermutlich schon immer den refresh Button drückt, um zu sehen wann ich denn endlich antworte????:
    Ich stimme zum überwiegenden Teil zu, aber eben mit Abstrichen.
    E-Bikes in der Stadt , als Pendlergerät , für Leute mit wie auch immer gearteten Handicaps: Gerne.

    Vorab zu meinen Abstrichen als Disclaimer: Mindestens aus der Sicht eines trainierten Rennradfahrers bin ich übergewichtig, ich gucke mir ( vermutlich als einer der wenigen hier) tatsächlich E- Sport Turniere an, hab schon auf E Bikes gesessen und im Vergleich mit Daniel ernähre ich mich vermutlich relativ schrecklich.

    Meine Abstriche sind:
    Ich finde es tatsächlich fragwürdig mit dem E-Bike erfahrene Strava Segmente hoch zu laden. Nicht das ich jetzt besonders verdächtig bin, großartig KOM s zu sammeln. Aber egal wie man’s dreht und wendet, ist es nunmal unfair, weil es bedeutet das man als herkömmlicher Sportler mit nem Messer zu ner Schießerei geht.
    Klar kann man sich natürlich hin stellen und sagen: “Ja habt Euch nicht so mit dem Segmentscheiß, ist ja nur Spaß”. Mag sein,aber für manche besteht der Spaß bei Strava eben darin sich da zu messen und die Leute haben auch ein Recht auf ihren Spaß.
    Das diese Einstellung dann gleich Kindergartenniveau ist, sehe ich so nicht. Ist es nicht auch Kindergartenniveau sich durch schummeln den Gewinn des Spiels (respektive KOM) zu erschleichen? Den Aspekt nicht zu berücksichtigen finde ich ähnlich selbstgerecht, wie zu sagen: ” Nee, die Leistung von dem Menschen mit dem blöden E-Bike gilt gar nichts”

    Ich hatte auch mal das Glück in einem MTB Marathon mit E-Bikern zu fahren. Das finde ich noch viel fragwürdiger als die Strava Geschichte, denn innerhalb eines Wettkampfes haben Regeln meistens den Sinn, möglichst gleiche Ausgangsbedingungen zu schaffen um einen fairen und sportlichen Wettkampf zu ermöglichen.
    Da geht’s dann los. Der Kollege hat sich vermutlich nicht beim Veranstalter entsprechend gemeldet und war in den ganz normalen Ergebnislisten. Auch da kann man sagen: “Stell Dich nicht so an. Nen Hobby MTB Rennen im Mittelfeld! Wen juckt’s?”
    MICH juckt’s und zwar nicht wegen der Platzierung, sondern aus Prinzip. Regeln gelten gefälligst für alle oder für keinen.
    Mal ganz abgesehen davon das er mir bei wirklich allen Downhills im Weg war, weil er ein schlechterer Abfahrer war. Damit muss ich im Normalbetrieb leben, aber ohne den Zusatzantrieb wäre er nie vor mir in die Abfahrt gekommen und das ist der Punkt.

    • Dafür gibt es ja mittlerweile immerhin die Option bei Strava die Aktivität als E-Bike-Fahrt zu deklarieren, dann verschwindet man aus den normalen Segmenten und erscheint bei E-Bike-Segmenten, falls es welche gibt (was bei mir nicht der Fall war).
      Klar, der Fahrer muss dies auch tun… Aber es gibt so viele Möglichkeiten seine Zeiten bei Strava zu verbessern, irgendwo ist immer der Menschenverstand gefragt.

        • Ich kann dir nicht sagen seit wann es die Möglichkeit gibt, da ich ende letzten Jahres das erste mal auf einem E-Bike gesessen habe. Da gab es die Möglichkeit auf jeden Fall schon.

          • Ja cool. Das kommt davon wenn man so monothematisch unterwegs ist wie ich. Da ist bei Strava halt “Radfahrt” fix eingestellt und bleibt so.

    • Händerreib :D Ich habe gewartet aber eigentlich sind wir d’accord.

      Strava halte ich als Thema für zu hochgegangen. Ich sehe da in meiner Strava Blase keine E-Bike KOM Jäger. Und wenn ist das Wohl genauso eine Minderheit wie die Betrüger damals im Winterpokal oder die, die dann im Windschatten hinter nem Auto herfahren, um sich den KOM zu holen. Da wo keine Kontrolle besteht, wird es immer Betrugsversuche geben. Brauchen diese Leute eben für ihr Selbstbild.

      ABER was ich bisher von E-Bikern gelesen habe, geht es eben nicht um “mehr Geschwindigkeit und schneller zum Ziel” sondern um weiter, steiler, technischer. Auch da wird es Segmente geben, aber es geht ihnen gar nicht um die Segmente.

      Was dein Bsp. im Rennen angeht, handelte es sich wohl um astreinen Betrug. Startnummer dem Veranstalter melden und Disqualifikation abwarten. In der Ausschreibung von MTB Marathons sind E-Bikes wie diverse andere Räder verboten oder aber wie zum Beispiel am Gardasee in einem separaten Rennen oder einer eigenen Wertung erlaubt.

      Letztendlich sind aber auch betrügerische E-Biker im Rennen in der Gesamtheit eine Minderheit im Vergleich zu den vollgepumpten, gedopten Athleten. Die Dunkelziffer, auch im Hobbysport, soll ja extrem hoch sein. Und auch da kannste dann Pech haben, dass der andere, der die Abfahrt blockiert hat, eben kein E-Bike hat aber Doper ist und aus eigener Kraft auch nicht vor dir in die Abfahrt käme…

      Ich verstehe die Einwände, sehe die Problematik auch, letztendlich ist es aber renntechnisch gelöst und Strava bleibt grundsätzlich immer für Betrug offen. Kannst du im Prinzip nur hoffen, dass sich diverse E-Bike KOM Jagden durch den neuen Strava Algorithmus nicht in deiner Timeline wiederfinden :D

      • Ich glaube nicht nicht mal das der Typ im Rennen unbedingt betrügen wollte. Ums heimlich zu machen, war der Accu einfach viel zu groß. Mich ärgert da eher sein Selbstverständnis.

        Ein anderes Problem ist mir noch eingefallen.
        In manchen Alpenregionen nehmen die Seilbahnen keine Bikes mehr mit oder nur zu bestimmten Zeiten.
        So hat zum Beispiel unser Guide in Südtirol erzählt, das es einfach zu viele waren die sich daneben benommen haben und die Trails mit nem Bikepark verwechselt haben. Diese Biker schaffen es aber aus eigener Kraft bestimmt nicht mit nem 15-16kg Bike mit Protektoren und Fullface 10 mal am Tag die Downhills zu fahren bzw vorher hoch zu fahren.
        So kam es halt durch die vergrößerte Menge zu Problemen und man hat quasi eine gewisse Steuerung durch die Seilbahn vorgenommen. Dieses Steuerungsmöglichkeiten sind mit potenten E Bike natürlich obsolet.
        Mögliche Konsequenzen sind dann Wegsperrungen für alle Mountainbiker.
        Damit will ich nicht sagen das sich E Biker generell schlechter benehmen, aber durch den vergrößerten Aktionsradius haben sich öfter die Gelegenheit dazu. Davon abgesehen macht eben auch einfach die schlichte Menge von Bikern die die Trails nutzen manchmal Probleme.

        Hier bei uns am Niederrhein seh ich oft die 60+ Fraktion auf E Bike, bei denen es das offensichtliche Problem gibt, das sie scheinbar vorher nie richtig Rad gefahren sind und das Gerät sie im Handling bzw Geschwindigkeit komplett überfordert.
        Das ist aber nur für Rennradfahrer nervig, weil die 60+ Menschen gar nicht auf die Idee kommen das von hinten jemand schnelleres kommt. Damit kann ich aber ganz gut leben. Hier ist genug Platz und schlimmsten Fall gefährden sie sich meist nur selber und keine anderen.

        • Wobei natürlich der typische E-Biker nicht mit dem Lift Fahrer einhergeht ne? Letztendlich ist ja die E-Bike Anschaffung auch deswegen, um bergauf zu fahren. Bestimmt gibts ne Schnittmenge aber bisher habe ich noch keine Schlagzeilen gelesen, dass durch die gesteigerte Zahl an E-Biker mehr Konflikte mit Wanderer bestehen. Nicht auszuschließen, dass es aber passieren kann. Ja.

          Hier in der Ecke gibts die Heinsberger MTB Community, die sowohl E-Bike als auch MTB Touren fahren und die sind was Fahrtechnik angeht richtig fit und haben halt mit dem E-Bike anders Spaß, wobei man natürlich hier in der Ecke die meisten Uphills auch ohne E-Bike schaffen kann ????

          • Ich meinte mit den 60+ ja auch keine MTB ler sondern normale Radfahrer.
            Da ist meine Beobachtung das die eben gar keine Routine als Radfahrer haben und mit dem E Bike komplett überfordert sind.
            Sieht man immer schön an den offenen Schafgattern auf dem Deichradweg, die ca. 1,50 m breit sind. 90% schaffen es da nicht souverän durch oder steigen sogar ab.
            Ist ja auch nicht schlimm, zeigt aber das Radbeherrschung ein eher zartes Pflänzchen ist.
            Unser Seniorwirt in unserem Stammhotel, fährt mittlerweile nur noch die ganz langsamen Pedelecs. Er hatte nen schweren Unfall, weil er laut eigener Aussage für höhere Geschwindigkeiten die Entfernung nicht mehr schnell genug einschätzen kann.
            Solche Fehleinschätzungen lassen sich mit höherem Alter dann auch nicht mehr motorisch kurz vor dem Einschlag kompensieren

  6. Der Cartoon bezieht sich nicht auf E-Bikes, sondern darauf, dass letzte Woche bekannt gegeben wurde, dass eSports (Computerspiele) offizielle Disziplin bei den Asia Games 2022 werden.

    • Der Screenshot bezieht sich auf eine Radsport Gruppe auf Facebook, wo der Cartoon gegen E-Bikes benutzt wird. Deswegen war das der Aufhänger, und nicht mehr oder weniger, zu diesem Artikel. Meine Kritik an dem Verhalten gegen E-Biker war bereits vor dem Cartoon vorhanden und wurde dadurch weder verstärkt noch entkräftet. Aber o.g. Posting in der Facebook Gruppe war der Auslöser, um meine Kritik in einem Artikel Zusammenzufassen.

  7. Witzig, wie ein Cartoon-Bild anders interpretiert werden kann, als es vom Autor gewollt war. Aber das zeigt, dass wir sensibel mit dem Thema E-Bike umgehen.

    Meine Meinung zu der ursprünglichen Aussage des Bildes: es zeigt meiner Meinung nach ein falsches Bild von e-Sportlern. Profis dieser Gattung machen sehr viel körperlichen Sport um für die langen Online-Aktivitäten fit zu sein. Auch hier mag es übergewichtige Ausnahmen geben. Und ich e-Sport selber ist auch körperlich fordernd. Ich spreche da aus Erfahrung, ich habe lange Jahre virtuellen Rennsport betrieben und mit dem richtigen Equipment kommt es von der körperlichen Leistung dem realen Rennsport schon sehr nahe, auch wenn die Fliehkräfte fehlen. Auch Counter-Strike oder Online-Rollenspiele sind körperlich und besonders geistig anstrengend. Das Bild ist halt aus Klischees entstanden, die heute für professionelle e-Sportler nicht mehr gelten.

    Und nun zu dem von uns interpretiertem Hintergrund: man könnte ein Buch damit füllen! Dazu ein paar Sätze: dicke Menschen sitzen auf EBikes weil sie dünner werden wollen, das ist ein guter Anfang und nach einem Jahr fahren Sie uns ohne Motor um die Ohren! Menschen mit Defiziten, zB kaputte Kniee sitzen auf ebikes weil Bewegung wichtig ist, Bewegung mit wenig Belastung. Menschen die zur Arbeit mit dem Rad fahren wollen sitzen auf ebikes, weil sie nicht die Möglichkeit haben zu duschen und nicht verschwitzt am Arbeitsplatz sitzen möchten. Frauen sitzen auf e-mtbs weil sie dann mit ihren Männern auf Freizeit Touren mithalten können und so kann man herrlich zusammen Fahrrad fahren.

    In Rennen gehören ebikes in eine eigene Wertung besser noch in ein eigenes Rennen, Markus hat geschrieben warum. Jeder der bei Strava einen KOM oder eine gute Platzierung mit einem ebike holt, betrügt sich sowas von selber. Diese Leute tun mir leid! Ärgern tu ich mich darüber nicht, meine Zeiten oder die meiner Freunde sind Maßstab für mich. Ich fahre kein ebike und esse trotzdem ungesund, gerne auch Chips und Schokolade und und und…..

    So wenn mir noch wat einfällt melde ich mich wieder!

    • Ich gebe dir in allen Punkten Recht außer “übergewichtige Ausnahmen”. Man muss soll sich für Übergwicht nicht schönen müssen. Wo dieses Körperbild hinführt, hat uns nicht nur die Rennschnecke in ihrem Artikel “Der etwas andere Rennbericht” (https://dierennschnecke.com/2016/08/09/der-etwas-andere-rennbericht) gezeigt.

      Und wenn ich E-Bike fahren möchte, weil ich Freude an der Natur habe ist der Grund genauso legitim, auch wenn ich nicht dünner werden will.

      Mir fällt zunehmend auch auf, dass man im Sport immer von schlanken, gesunden Körperbildern ausgeht. Das stört mich und ist zugleich auch direkt diskriminierend. Wer “übergewichtig” ist, ist kein schlechterer Mensch und hat andere Qualitäten. Und treibt vielleicht trotzdem Sport. Oder genauso wenig, wie der Drahtige, der durch einen günstigen Fettstoffwechsel grundsätzlich nicht zunimmt.

      Außerdem sind Sportler eine Minderheit und gesamtgesellschaftlich ist die durchschnittliche Gewichtszunahme kaum noch aufzuhalten. Aber auch, weil Sportler in ihrer Vorbildfunktion der Zucker- und Fettindustrie in die Kartenspielen. Allen voran der Fußball mit seinen Kooperationen mit Coca Cola, Mc Donalds und Co.

      Und bitte: E-Bikes sind in jeder Ausschreibung genauso wie Rennräder und Co. Bei MTB Marathons verboten. Darüber muss man dann doch nicht weiter diskutieren oder?

    • Jo, kann man machen wenn man bedenkt das Schach, Billard und Dart auch als Sport gelten.
      Da ist es halt eher ne geistige und kognitive Leistung. Die ist auch nicht zu unterschätzen. Nach nem langem und schwierigen Raid in nem MMO fühle ich mich ähnlich erledigt wie nach nem MTB Rennen. Nur eben auf ne andere Art

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  9. So ein Bild habe ich von E-Bikern nicht, aber ein ganz anderes… was mir grundsätzlich egal sein könnte, es aber nicht ist.
    Mit dem eBike-Trend gibt und gab es die Dinger an jeder Ecke.

    Da sind sie nämlich wieder die Baumarkt-Räder mit der Fragwürdigen Qualität, nur diesmal mit Akku und Motor. Und dann sehe ich sie, die älteren Menschen, die auf ihren falsch eingestellten eBikes sitzen, mit viel zu niedriger Kadenz treten, die Fußspitzen nach außen gedreht.

    Sorry, das kann ich als Sportler einfach nicht gut finden, hat aber nichts mit den Leuten zu tun die sich so ein Rad kaufen (ausser vielleicht, dass sie zu geizig sind), sondern mit der Branche. Die Gesundheitsvorteile sind weg, wenn ich mir meine ggf. schon kaputten Knie noch weiter ruiniere … und mit so einer Sitzeinstellung geht das, auch wenn dort sicher keiner 100Watt tritt, diese Leute die ich sehe haben bestimmt schon Knieprobleme.

    Grundsätzlich passiert aber auch das, was immer im Trend passiert. Leute die schon vorher etwas gemacht haben müssen teilen. Ihre Radwege, ihre Trails … das nervt im ersten Schritt erstmal und da muss jeder für sich ankommen.
    Ich nehme die Leute zur Kenntnis und die allermeisten (!!!) rollen dahin und überhole ich ebenso wie die Leute die treten. Blockierer und Nebeneinanderfahrer gibt es mit Akku genauso wie ohne und die Einsicht ist dann genau so niedrig wie beim Walker. Also alles wie immer.

    • Ich finde keine Bewegung ist schlimmer als eine falsche. Weil da wo eine Bewegung erst einmal da ist, kann sich auch die Bewegung verbessern.

      Allemal besser als mit dem Auto zum Sight-Seeing zu fahren.

  10. Aus meiner Sicht sind E-Bikes eine prima Sache. Sie bringen Leute auf’s Rad, die sonst vielleicht eher nicht darüber nachgedacht hätten. Die positiven Effekte auf das Individuum und die Umwelt muss man da wohl nicht erneut erwähnen. Wer Angst hat, dass man ihm/ihr bei Strava ein Segment klaut, hat ernsthafte Probleme. Vielleicht kann Strava da aber Abhilfe schaffen und einen kleinen Auswahlpunkt für Leistungen programmieren, die per E-Bike erreicht wurden. Das sollte dann auch Menschen helfen, die sich mit Kudo’s und KOM’s profilieren müssen.

  11. Eigentlich“ ist mir das E-Bike-Gedöns egal, aber… (Ich weiß, in welchen Zusammenhang so ein Satzgebilde meist benutzt wird).

    Für mich sind die E-Dinger keine Fahrräder, sondern Motorräder und damit im Zusammenhang mit Radfahren höchstens noch ein Thema, wenn man sie politisch zur Verbesserung der Radfahrerei im Straßenverkehr benutzt. Wobei ich mir da noch nicht sicher bin, ob sich dieser Zusammenhang für den (Renn-)Radverkehr wirklich positiv darstellen wird. Man wird sehen; immerhin sind die meisten der Dinger auf 25km/h gedrosselt und wir haben faktisch schon ein für Rennradfahrer unschönes Tempolimit auf Radwegen.
    Was mich an den Dingern aber wirklich ärgert, ist die MTB-Nutzung: Mit den E-MTBs wird die Nutzung der Wälder und der Gebirge noch weiter zunehmen und die ohnehin schon angespannte Situation in vielen Gegenden noch schlimmer werden. Ich bin da relativ intolerant: Wer einen Berg runter fahren will, soll ihn auch (vollständig) aus eigener Kraft hoch fahren. Das sehe ich beim Schifahren genau so. Die Welt ist aber nicht so; es gibt Lifte oder Shuttle-Dienste, aber bisher hat das die Sache noch kanalisiert. Das wird sich ändern.
    Nehmen wir das Beispiel Gardasee mit Tremalzo und Mt. Baldo. Die Downhiller sind an diesen Hügeln zu finden, weil sie mit Unterstützung hoch kommen. Damit sind die dortigen Abfahren zwar fest in der Hand der Downhiller, aber eben auch nur diese Abfahrten. Das ändert sich gerade mit der Verbreitung der E-MTBs. Und es wird nicht lange dauern, bis entweder (hoffentlich) die Nutzung von Strom-Rädern offroad verboten wird oder aber die allgemeinen Einschränkungen für MTBler massiv zunehmen werden. Und dabei ist das nur eine Betrachtung der durch Strom-Räder zunehmenden Masse an solchen Naturnutzern; noch nicht berücksichtigt ist dabei, dass mit der Masse auch die Anzahl der Leute zunehmen wird, die sich nicht benehmen können. Und wir wissen alle, dass es bei schon bestehenden Spannungen reicht, wenn sich 1% daneben benimmt.
    Das Argument, dass man auch bei E-Bikes treten muss, ist ein Scheinargument. Es macht einen sehr deutlichen Unterschied, ob ich 1h lang 200 Watt oder nur 100 Watt treten muss, um auf einen Buckel zur folgenden Abfahrt zu kommen. Es sind halt deutlich weniger Leute in der Lage oder Willens diese 200 Watt zu treten.

  12. Und wie schauts mit der ökologischen Komponente? Wir diskutieren über die Ökologie von E-Autos aber setzen uns bedenkenlos auf E-Bikes und schippern mit Atomstrom den Alpengipfeln entgegen – genau mein Humor.

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