Good Bye BDR! Es reicht endgültig

In der Vergangenheit bekleckerte sich der Bund Deutscher Radfahrer selten mit Ruhm. Es war schon immer sehr schwierig mit dem BDR, dem es selten gelang die Interessen aller Radsportler gleich zu repräsentieren. Aber die Art und Weise wie sich der BDR mit den rechtspopulistischen und fremdenfeindlichen Ansichten seitens Vizepräsidenten Peter Streng lässt mir keine andere Wahl als dem Verband endgültig den Rücken zu kehren.

Ein kurzer Rückblick für all diejenigen, die von dem Skanadal beim BDR bisher nicht viel mitbekommen haben. Vor ein paar Wochen wurden verschiedene rechtspopulistische und fremdenfeindliche Äußerungen von Peter Streng öffentlich. In seinem Facebook Profil teilte er u.a. Beiträge des rechten Kopp Verlags. Nach dem u.a. die Radsportabteilung des FC St. Pauli Strengs Rücktritt forderte und berichtete auch Spiegel Online über Peter Strengs fremdenfeindliches Verhalten.

Rechtspopulist Streng weiter Vize Präsident im BDR

Trotz der Rücktrittsforderungen entschied der BDR in einer Präsidiumssitzung für Peter Streng und einer Fortführung seitens Amts als Vizepräseident. Streng hatte im Vorfeld, nach Aufforderung, die rassistischen Inhalte von seinem Facebook Profil entfernt und sich dann von distanziert.

Radsport ist ein Bereich, in dem jeder Mensch unvoreingenommen aufgenommen wird, unabhängig von Religion, Nationalität, Geschlecht oder Herkunft. Die Satzung des Verbands verbiete “rassistische Bestrebungen”.” (BDR-Generalsekretär Martin Wolf auf Anfrage bei Spiegel Online)

Nun finde ich, dass man allein durch Löschen von fremdenfeindlichen Postings sein Denken nicht ändert. Alles andere als ein Amtsenthebung von Streng ist für mich nicht hinnehmbar. Mit einem rechtspopulistschen Streng als Vizepräsident ist der Bund Deutscher Radfahrer für mich nicht tragbar.

Ein entsprechendes Austrittgesuch zum Jahresende beim DIMB Racing Team habe ich bereits verfasst.

Persönliche Integrität Strengs mit dem BDR Wertessystem nicht vereinbar

Neben viel Kritik gegenüber den rechtspopulistischen Aussagen Strengs und dem relativierenden Vorgehen des BDR gibt es auch einige Stellungsnahmen, die Streng mit einem Recht auf Privatsphäre schützen wollen.

Aber zum einen ist Rassismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen und zum anderen ist BDR-Vizepräsident Peter Streng durch sein Amt am Wertesystem des BDR gebunden. Als Rechtspopulist kann er die BDR-Werte nicht teilen und ist dadurch für ein lffentkiches Amt nicht tragbar. Boris von Unterlenker hat in seinem Beitrag “War ja alles nicht so gemeint” genau dieses Thema sehr gut recherchiert und kam zu folgendem Ergebnis:

(…) Eine Unterscheidung zwischen der Privatperson Streng und dem Vizepräsident Streng ist hier nicht zulässig. Persönliche Integrität ist die fortwährend aufrechterhaltene Übereinstimmung des persönlichen Wertesystems mit dem eigenen Handeln. Für einen Amtsträger des BDR bedeutet dies, sich jederzeit dem Wertesystem des BDR entsprechend zu verhalten. Dieses “amtliche” Wertesystem kann aber nicht beim Verlassen des Büros am Empfang gegen ein gegenläufiges, privates Wertesystem getauscht werden. Wenn man sich in das Amt eines stellvertretenden Präsidenten eines nationalen Sportverbandes wählen lässt, muss man bereit sein, sich jederzeit an dieses Wertesystem zu halten. Ist man dazu aus welchem Grund auch immer nicht bereit oder nicht in der Lage, verliert man nicht nur seine persönliche Integrität, sondern auch die Eignung zum Amt. – Boris von Unterlenker.com

BDR benötigt Kurswechsel

Auf Change.org gibt es bereits eine Petition zum Ausschluss Peter Strengs aus dem BDR. Wir unterstützen die Petition und hoffen auf weitere Unterstützer.

Insgesamt ist es notwendig, dass der BDR sich von innen neu aufstellt und sich modernisiert.

Weitere kritische Stimmen zum BDR-Skandal

Ruhrbarone: Jung und naiv? Peter W. Streng, stellv. Präsident des Radsportverbandes „Bund deutscher Radfahrer“ teilt rechte Facebook-Seiten.

Change.org: Ausschluß von Peter W. Streng aus dem BDR.

Winkelsicht: Der Fall Peter W. Streng.

FC St. Pauli Radsport: Peter Streng muss zurücktreten.

Veröffentlicht von

2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

10 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Also Bitte… Lass den Typ doch offensichtlich schlecht recherschierte Artikel teilen.
    Deswegen ist der noch lang kein Ausländerfeind.
    Jetzt den Rücktritt zu fordern wegen solcher Lapalien ist total lächerlich. ist für mich ein gemachter Zwangsshitstorm in dem sich alle veganen Gutmenschen Herdentriebsartig glauben beteiligen zu müssen.
    Seinen Fehler hat er doch eingesehen indem er die geteilen Inhalte gelöscht hat.
    Wer kennt schon die Hintergründe die Ihn ursprünglich dazu motiviert haben.

    Wiedergewählt wird er nach so einer Verfehlung eh nicht, aber jetzt die ganz große Kugel mit Amtsenthebung etc. ins Rollen zu bringen wirft nur noch mehr schlechtes Licht auf den Verband als eh schon da ist.

    • Ich sehe das hier im Wesentlichen als eine Form der freien Meinungsäußerung, welche in Deutschland möglich sein sollte.

      Leider ist ja selbst das Nürnberg/ Fürther Gerichtswesen frei von nationalsozialistischer/”rassistischer Rassenhetze.

      Und wo sollte man denn abfangen gegen derartiges Gedankengut und Verhalten, als mit der Zerstörung der Wurzel.

      Also ab mit den “Köpfen” von Rassisten und Hetzern. Ob jetzt durch reguläre Abwahl, oder Verweis aus diversen Vereinen ist am Ende 2.-rangig. Wobei die Abwahl sicher auch mit einem zusätzlichem schriftlichem Verweis unterfüttert und damit bekräftigt werden kann.

      Dieses ist sehr bewußt allgemein gehalten, da es bei dem 1 hier speziell erwähntem Fall aus dem Bereich des Radsports sicher nicht um einen Einzelfall handelt. Siehe nur mein angedeutetes, NACHWEISBARES Beispiel in Richtung aktueller Nürnberg/ Fürther Politik.

  2. …ganz im Ernst – von Lappalien zu reden halte ich hier völlig unangemessen!
    Wenn wir alle Äußerungen in dieser Hinsicht als Lappalie bezeichnen, dann sehe ich da eher den Untergang des Abendlandes!!

    Erstaunlich ist bei der ganzen Geschichte, dass erst eine Reaktion stattgefunden hat, nachdem der öffentliche Druck gestiegen ist.
    Gräßlich und erschreckend, wenn alle meinen würden, dass eine fadenscheinige Entschuldigung und ein “ich lösch das dann mal eben” ausreichen, um sich die Seele rein zu waschen.
    Erinnert ein wenig an kleine Kinder, die sich hinter ihren Händen verstecken und meinen, keiner kann sie sehen!

  3. Leute tut das was Ihr am besten könnt und am liebsten macht ! Rad Fahren!!!!!!
    Sich endlos hier auf Grund eines Artikels derart auszulassen halte ich ein wenig für übertrieben. Aber in diesem Land ist man ja schnell Rechtsradikal … Denkt ein wenig nach und dann lasst es mal gut sein. Wenn jeder Politiker wegen einer unbedachten Äußerung zurück treten müsste, haetten wir keine Regierung….

    Enzo

    • Deinen Vorrednern etwas zu erklären ist leider zwecklos, da sie faktenresitent sind und in ihrer eigenen Wahrheit leben, die leider mit der Realität selten einhergeht.

      Es sei diesem noch einmal der Artikel von Winkelsicht ans Herz gelegt (http://winkelsicht.blogspot.de/2016/10/der-fall-peter-w-streng.html), der mit Screnshots belegt, dass es um 1. mehr als einen geteilten Artikel von einer “schlecht recherchierten” Seite handelt und 2. dass ganze einen längeren Zeitraum annimmt.

      Persönlich finde ich es immer so amüsant wie die rechtspopulisten auf die Lügenpresse schimpfen aber gleichzeitig nicht einmal Screnshots, die ja Grundlage von Artikeln darstellen, als Realität anerkennen. Am besten man benutzt nur Quellen, die ihrer eigenen rechten “Logik” entsprechen, denn dann muss man nicht Personen verteidigen, die Menschenfeinde sind auch wenn sie, wie er Streng, soziale Engagements pflegen. Überspitzt gesagt: nur weil Streng sich für Tumorkranke Menschen einsetzt, bleibt er ein Rassist.

  4. @Downhillboy @Enzo
    Ich frage mich, was Ihr einem Amtsträger in DEM Verein, der UNSERE Intressen im Radsport WELTWEIT Vertritt noch alles durchgehen lassen würdet. Steuerbetrug à la Hoeneß? Erschlichene Titel wie bei Gutttenberg? Schlimmeres?

    Hände in den Schoß legen und so tun “als sei das alles gar nicht so schlimm” ist das dümmste was wir als Mitglieder des BDR tun können. WIR möchten unseren Sport in Frieden betreiben können… Die Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass UNSERE wahren Interessen vertreten werden und zu den Grundfesten eines jeden Sports gehört nun mal auch an forderster Front, dass wir Sportler NIEMANDEN diskreminieren oder unterdrücken…

    Wenn Herr Streng sich abfällig über MTB Fahrer geäußert hätte oder womöglich seine verbale Unterstützung oder sein Verständniss für die Verbrecher geäußert hätte, die Stacheldraht auf Kopfhöhe von Radlern über Waldwege spannen…vielleicht würdet IHR dann verstehen, dass sein Verhalten NICHT tolerierbar ist.

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