#Streak Running oder jeden Tag auf die Piste

Im Dezember habe ich auf Twitter das erste Mal über dieses #Streak Running gelesen als zahlreiche #Twitterlauftreff Läufer am Marcothon teilnahmen und selbst erfahrene Läufer dem täglichen Laufen in der (Ultra-)Marathon Vorbereitung etwas Positives abgewinnen konnten. Da ich aufgrund meiner fortdauernden Kniebeschwerden gerade meine Läufe nicht verlängern kann, wollte ich zumindest mal die Anzahl der Läufe steigern. Der Mountainbiker bleibt eben auf Abwegen.

Das erste Ziel waren sieben Läufe während meines Urlaubs, jeden Morgen vor dem Frühstück als Ergänzung zum normalen Training und um dadurch Gewicht zu machen. Das klappte so gut, dass ich die 30 Tage voll machen wollte. Ein Kampf mit mir selbst. Oder kein Kampf?

Laufen, jeden Tag laufen. #Streak RunningDank meiner ON-Running Schuhe sind meine Beschwerden an den Füßen deutlich zurück gegangen.

Ich muss vielleicht vorweg nehmen, dass ich noch kein besonders begabter Läufer bin und sowohl meine Stoffwechselökonomie als auch eine Lauftechnik miserabel sind. Aber ich bin ehrgeizig und daraus ergab sich eine interessante Mischung. Durch das tägliche Laufen konnte ich sowohl meine Ökonomie als auch meine Technik bearbeiten und recht kurzfristig kleine Erfolge verbuchen.

Die ersten drei Wochen Streak Running

In meinen drei Umfangwochen waren die Laufeinheiten um fünf bis sieben Kilometer lang, also 25-40min Lauftraining. Den Großteil dieser Läufe bin ich morgens zwischen sechs und sieben gelaufen, nachdem ich kurz mein Social Network bearbeitet und einen #Kaffee mit Kokosöl getrunken habe. Auf Kokosöl läuft es sich einfach besser. Mit meiner Petzl Tikka RXP hatte ich dabei große Freude und weder tiefe Minusgrade noch Regen und Sturm konnten meiner Motivation Abbruch leisten.

20160204-IMG_2995Morning Run heißt auch die Einsamkeit genießen.

In den ersten Tagen war ich überrascht wie schnell ich mich verbessert habe und wieviel schneller man mit einer höheren Schrittfrequenz laufen kann. Ich verbesserte gleich zwei Mal meinen 5km PR ohne dabei auf die Zeit geachtet zu haben oder Vollgas gelaufen zu sein. Mein PR lautet nun 24:26min, nach elf Läufen habe ich ihn erreicht.

Streak Running in der Regenerationswoche

Bis Lauf 21 konnte ich auch alle Läufe um oder teils deutlich unter 5:30min laufen. Die letzten neun Läufe wurden dann immer schwieriger. Die Grundmüdigkeit in der Regenerationswoche hat das Laufen nicht beeinflusst, aber ich habe schon eine verzögerte Kompensation in der Beinmuskulatur gespürt. Außerdem gab ein kleiner Infekt meiner Müdigkeit den Rest. Nichtsdestotrotz habe ich die letzten Einheiten durchgezogen und meine Leistung wieder nach oben korrigiert. Vergleiche ich zwei Läufe aus der ersten und vierten Woche, dann sind Strecke und Tempo identisch aber die Herzfrequenz sank im Schnitt über 5bpm und schlug wesentlich geringer nach oben aus.

Zahlen, Daten und Fakten
→ 31 Läufe in 30 Tagen
→ 165,9km in ca. 15:15h
→ Längster Lauf: 7,6km in 41:56min
→ Schnellster Lauf: 5km in 24:26min
→ Beste Woche: 42,1km in 3:53h

Strava Screenshot Trainingsjournal Laufen 2016Screenshot Strava Trainingsjournal Laufen

Fazit

Ich bin zufrieden. Zum einen ist das Erledigen einer solchen Aufgabe im Januar/Februar mental eine wichtige Sache, denn ich habe mein erstes Saisonziel damit erreicht. Zum anderen habe ich meine Laufleistung verbessert, ich laufe ökonomischer und auch mit einem etwas schnelleren Schritt. Hier werde ich aber noch eine längere Zeit und ehr Training benötigen, um mein Ziel von durchgängig 165 Schritten pro Minute zu erreichen.

Durch die große Anzahl an Nüchternläufen habe ich natürlich auch viel für meine Tagesenergiebilanz getan und fleißig abgenommen. Alleine das wäre ein guter Grund weiter zu streaken aber je näher die Saison rückt, desto fokussierter wird das Training auf die gewählte Hauptsportart. Aber ich werde definitiv mehr Nüchterntraining in mein Programm aufnehmen.

Zum Schluß noch eine wichtige Bemerkung: Auch nach 30 Tagen Laufen am Stück wäre ich motiviert und hätte Lust morgen ein Ründchen zu laufen. Und das ist doch das Wichtigste! Und morgen kann ich das “frei” entscheiden :D

*Aktualisiert* Ich habe den Artikel am 05.02.2016 aktualisiert und im Einleitungstext um den Marcothon ergänzt, denn der Lauf Streak im Dezember war Hintergrund meines eigenen Vorhabens.

Veröffentlicht von

2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

15 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Echt spannend, da laufe ich jetzt seit über 3,5 Jahren, aber der längste Streak war nur eine Woche. Mich hat es an das Thema nie herangezogen. Selbst der längste Sport-Streak war nur 10 Tage, irgendwann war die Luft raus (hab auch nicht wirklich locker trainiert) und hab den Pausentag genossen.

    Allerdings hat mir der Marcothon den ich ja nur indirekt verfolgt habe, sehr gefallen. Vielleicht probiere ich das auch mal aus, wenn ich wieder laufen kann. Bekanntlich ist die Erhöhung der Trainingsfrequenz gerade beim laufen der leichteste Hebel mehr Leistung zu erreichen.

    Dir wünsche ich noch viele ungezwungene Lauftage!

    • Marcothon! Genau das war mein Anstoß für das Streak-Running. Danke für die Erinnerung an den Begriff.

      Vorher war mir das auch nie wichtig. Zwar habe ich im Zuge der Transalp Vorbereitung Blocks von 7-12 Einheiten in Folge gehabt, aber das hätte ich nie mit einem Streak in Verbindung gebracht. Für mich waren das eben längere Trainingsblöcke für das Etappenrennen.

  2. Tolle Sache, ich bin bisher auch immer nur bis Tag 10 gekommen irgendwie. Leider (eigentlich auch nicht weil ich laufe nicht gerne morgens…) fällt mein Trainings morgens meist aus da ich schon um 6:30 ins Auto muss um meine 80 km bis zum Kunden zu fahren. Da ist mir dann meist mein Schlaf wichtiger als die 30 Minuten Laufen die ich dann morgens noch einbauen könnte, blöd ist daran dann nur dass diese 30 Minuten mir dann so vom reinen Training her nicht viel bringen würden und ich trotzdem noch 4 oder 5 Mal die Woche abends ran müsste.
    Reizen würde mich das aber auch mal.

    • Hi Sascha,

      ein paar Läufe habe ich um 5:00 Uhr begonnen, damit ich um sechs Uhr arbeiten konnte. Ich habe mich um sechs Uhr wesentlich fitter gefühlt als ohne Lauf. Außerdem fiel mir das Aufstehen um 4:30 Uhr leichter als um 5:30 Uhr.

      Schlafen und Ernährung korrelieren ziemlich stark miteinander, je gesünder ich mich ernähre und desto disziplinierter ich bin, umso weniger Schlaf reicht mir aus.

      Viele Grüße
      Daniel

      • Meine Tage sind immer total im Eimer gewesen wenn ich vor der Arbeit laufen gegangen bin. Ich bin dann meist aber auch bis 18:30 außer Haus, sprich knapp 12 Stunden mit Fahrt und Arbeit. Ist einfach nix für mich, wenn ich erst gegen 09:00 anfangen müsste sähe das wohl anders aus.
        Meinen Respekt hast du auf jeden Fall, bin absolut kein Frühaufsteher.

        • Dafür kann ich nach der Arbeit nur in begrenzten Umfängen Sport machen, obwohl ich manchmal ja bereits um 12 Uhr zu Hause bin. Aber nach einer Nachtbereitschaft bin ich viel mehr k.o., obwohl ich in der Regel gute sieben Stunden schlafen kann. Dafür kann ich selbst gut Sport machen, wenn ich schon um 11 Uhr anfangen muss.

          Denn das Laufen war für mich keine vollwertige TE, sondern vor der Arbeit gabs dann zusätzlich das normale Rad oder Krafttraining. Eine Frage der Organisation und auch eine Mentalitätsfrage, da gebe ich dir Recht. Wobei man auch Frühaufsteher werden kann, habe ich selbst lernen müssen.

  3. ich glaube eine Woche täglich laufen habe ich noch nie geschafft, wobei es dann meist nicht an der Motivation oder der körperlichen Erschöpfung scheitert, sondern das Training einfach den alltäglichen Verpflichtungen zum Opfer fällt. VG Patrick

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