Trainingszeit vs. Trainingskilometer

Während ich gestern weiter meine Bkool Rolle in einer zweistündigen Intervallfahrt testete hörte ich die aktuelle Folge des Velohome Podcasts mit der Folge Velosnakk #5. Die 90 Minuten waren wie immer kurzweilig mit verschiedenen Themen, die allesamt interessant waren und einzeln einen Review verdient hätten. Aber gerade der zum Ende der Folge diskutierte Punkt Trainingszeit vs. Trainingskilometer bietet doch ganz viel Raum für das gewünschte Feedback des jungen Podcasts.

Das Thema wurde mit der Frage von Chris eröffnet, wie Markus die Kilometerleistung beim Rollentraining einträgt. Gar nicht, weil für ihm die Zeit zählt, während Christian sich eine pauschal Kilometerleistung einträgt, um den Jahresvergleich an Leistung vergleichen zu können. Die Argumentation könnt ihr euch im Detail gerne ab 1:15h anhören. Die Diskussion umfasste auch Strava und Co., die ja eher Kilometer als Zeit orientiert sind, zumindest in den Ligen und Clubs.

Ich persönlich rechne ja ausschließlich in Trainingszeit, alleine weil die Kilometerleistung auf Mountainbike (Gelände) und Rennrad (flach) sich gar nicht miteinander vergleichen lassen, die Trainingszeit jedoch schon. Nichtsdestotrotz finde ich generell einen Überblick über die geleisteten Kilometer interessant und man kann auch daraus Rückschlüsse auf die eigene Leistung ziehen. Die Kilometer stehen aber eindeutig hinter der Trainingszeit, die ja auch die maßgebliche Einheit in meinen Trainingsplänen ist.

Auf der Rolle sammele ich ebenfalls in erster Linie Zeit, danach aber auch Kilometer. Mit jeder Pedalumdrehung lege ich eben Zeit und Strecke zurück und gerade mit der Bkool Rolle scheint das Ergebnis sehr homogen zu den Outdoor-Leistungen. Insofern habe ich auch keine Bedenken, dass ich jemanden auf Strava betrüge. Für mich ist die Kilometerleistung immer ein kleines Indiz für die Formentwicklung und ein Feedback zum Körperempfinden. Ähnlich also wie bei Christian, der die Kilometerleistung über das Jahr vergleichen will. Wobei ich beim Jahresvergleich wieder die Trainingszeit in Stunden als Maß nehme, weil die Kilometerleistung stark durch Rennrad und MTB Aktivitäten schwankt.

Zurück zu Strava und der Kilometerorientierung der App. Mein Wochenziel auf der Trainingsplattform wird in Zeit gemessen, natürlich ist ein Erreichen von X-Kilometer auch eine Option. Kann temporär auch durchaus eine gangbare Zielsetzung sein in Vorbereitung auf ein entsprechendes Event. Dennoch kann man hier für sich selbst ganz deutlich die Trainingszeit in den Vordergrund rücken. Ganz wichtiges Features wie ich finde.

Im Vergleich mit anderen hängt die geleistete Zeit dann aber hinter den Kilometern und erschwert einen direktes Messen miteinander. So kann ich in einer Woche in 16 Trainingsstunden auf dem Rad mit 250km sehr zufrieden sein, weil ich viel im Gelände unterwegs war, werde dafür dann aber im Coffee & Chainrings Club trotzdem nicht die Tabelle anführen. Hier gewinnt wer länger fährt (und dabei trotzdem weniger Trainingszeit beanspruchte). Die fehlenden Reiter für die Zeitvergleiche machen auch eine individuelle Neuordnung der Tabelle nicht möglich. Und hier stehe ich dann auf Markus Seite, der eben genau diesen Punkt bemängelt. Nicht nur bei Strava, sondern im gesamten Podcast Verlauf auch bei der Qualifikation für das Brevet “Paris-Brest-Paris” im Jahr 2015.

Aus der philosophische Ausgangsfrage von Christian, ob man seine Kilometer beim Rollentraining einträgt oder nicht, haben sich viele weitere Fragen, Diskussionspunkte und Antworten bzw. Forderungen ergeben. Ein Grund, warum ich den Velohome Podcasts so gerne höre.

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2006 bin ich zum Radsport gekommen und seitdem von dieser Sportart fasziniert . Anfangs als Mountainbike Tourenfahrer unterwegs, kam ich schnell zum ersten Mountainbike Rennen, zum Leichtbauwahnsinn und erhöhtem Trainingsaufwand. Wegen der Befindlichkeit, nicht wegen der Ergebnisse. Seit 2012 bin ich auch auf dem Rennrad unterwegs. Und es macht Spaß.

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hi!
    Eigentlich wollte ich nur kommentieren. Aber das wurd dann zu lang, deswegen musste ich dann doch selber bloggen. Aber danke für die Nachdenkanregung, darüber hatte ich mir vorher nie Gedanken gemacht, sondern es einfach… hmmm… gemacht.

  2. Im Prinzip kann man es doch auf einfache Formel runter brechen:
    Jeder halbwegs ambitionierte Radfahrer weiß : Entscheidend ist primär Dauer und Intensität . Der Rest ist Ausgestaltung. Km s sagen beim MTB gar nichts aus ( Topographie, Wegbeschaffenheit etc.).
    Hinzu kommt das es obendrein noch einen Unterschied macht, ob ich einen Berg mit dem Freerider oder dem leichten XC Bike hoch fahre.
    Die Kilometerfixierung kommt halt noch aus den alten Tagen des Rennradbereiches.
    Strava ist für mich auch ohne Frage mehr das Facebook für Radsportler und weniger eine Trainingsverwaltung.

  3. So, also Verursacher des Ganzen melde ich mich auch mal zu Wort :-)

    “Ich persönlich rechne ja ausschließlich in Trainingszeit, alleine weil die Kilometerleistung auf Mountainbike (Gelände) und Rennrad (flach) sich gar nicht miteinander vergleichen lassen, die Trainingszeit jedoch schon”

    Genau so ist es. Und das gleiche Prinzip anders angewandt gilt auch bei Markus, der ja signifikant oft joggt. 

    Da bei mir aber in den letzten Jahren – zumindest seit ich einigermaßen akkurat meine Trainingsdaten archiviere – das joggen immer mehr in den Hintergrund getreten ist, werden bei mir fast ausschließlich Rennradeinheiten miteinander verglichen.

    Klar spricht nichts dagegen auch diese Rennradeinheiten über die Jahre bzgl des Faktors Zeit miteinander zu vegleichen. Aber wenn es ja wirklich nur Rennradstunden sind und die Geschwindigkeit sich über die Jahre nicht so grundlegend verändert, dann spricht ja auch nicht wirklich etwas gegen die km. Abgesehen davon, dass es für uns Hobbyfahrer ja eh mehr ein “symbolischer Wert” ist.

    Ansonsten bin ich bei den anderen Punkten bei euch. Strava ist nett, für einen wirklichen Vergleich meiner Daten nutze ich aber – da ich da schon über Jahre meine Daten ablege –  etwas anderes.

    Und danke fürs Lob welches ich ebenso gerne an eure wirklich liebevoll gemachte Homepage zurück gebe.

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