Dreifach oder Kompakt?

Coffee & Chainrings Testbericht
Ron Kitching with the largest, a special World Record attempt: 100 tooth TA chain ring, and the smallest , a 26 tooth version.

Ron Kitching with the largest, a special World Record attempt: 100 tooth TA chain ring, and the smallest , a 26 tooth version. (Quelle)

Die Rennräder stehen zwar – im Gegensatz zum Crosser – bis jetzt noch in der trockenen und schneefreien Wohnung, aber nach dem Trainingslager Ende Februar wird es dann auch wieder auf 23mm-Reifen auf die Straße gehen. Ende März steht schließlich die Ronde van Vlaanderen an. Während auf Mallorca ein Leihrad mit Dreifach-Kurbel zum Einsatz kommt – vermutlich keine schlechte Idee zu Saisonbeginn und bei unserem Trainingsrevier am Rand des Tramuntana-„Gebirges“ –, war ich bislang auf meinem Trainingsrad mit einer Kompaktkurbel und 11-25-Kassette unterwegs. Über den Winter habe ich nach einer Radvermessung bei Jens Claussen einige Umstellungen vorgenommen, so dass ich 2013 mein erstes Rennrad – ein Felt F5 – vor allem als Trainingsrad, und die Neuanschaffung des letzten Jahres – ein Canyon Roadlite – vor allem für Rennen und RTFs nutzen werde.

An letzterem ist mittlerweile eine SRAM Force Heldenkurbel (53-39) verbaut, die im Göttinger Umland und bei den meisten für 2013 geplanten Rennen in Kombination mit einer 11-28er-Kassette für mich ideal ist. Am Felt ist gerade noch eine Shimano 105er Dreifach-Kurbel (50-39-30) verbaut, bei der mich sowohl die vielen nicht-schaltbaren Gänge als auch das Gewicht stören (wobei mir das Gewicht letzten Endes recht egal ist – ist ja nur das Trainingsrad). Kurzum: Kompakt fände ich komfortabler, und mit einer SRAM Rival-Kompaktkurbel, der „alten“ Shimano-Kurbel vom Canyon (auch 50-34) und einem entsprechenden Zweifach-Umwerfer hätte ich auch alle Teile zum Umbau da.

Aber: das Jedermann-Rennen der Ronde van Vlaanderen hält mich gerade noch davon ab, vier Zähne an der Kurbel zu opfern. An den Anstiegen mit bis zu 20% könnten die im Zweifelsfall nämlich den Unterschied zwischen Runterfallen und Runterschalten ausmachen – man möchte ja nicht unbedingt wie diese Triathleten enden:

https://www.youtube.com/watch?v=EcqIgCJNjto

Der Ritzelrechner bietet etwas Aufschluss: 50-39-30 vorne und 11-25 hinten bedeuten eine Entfaltung von 1:2.53, mit 11-28er Kassette ist man bei 1:2.26. Zum Vergleich: die Kompaktkurbel bei 50-34 vorne und 11-25 hinten liegt bei 1:2.87, mit 11-28-Kassette bei 1:2.56.

Zur Zeit ist mir allerdings ziemlich unklar, was ein Unterschied von 0.3 (1:2.26 bei Dreifach und 11-28 versus 1:2.56 bei Kompakt und 11-28) am Berg ausmacht… Letztlich ist das – je nach Kassettenabstufung – kaum mehr als ein Ritzel hinten. Das wird also die erste Aufgabe für’s Trainingslager: Anstieg mit 20% finden (gibt es laut Karte auf dem Weg nach Cap Formentor, unsere geplante Strecke vor dem Frühstück), und den fleissig testen, was geht…

Ganz davon ab freue ich mich natürlich über Eure Erfahrungen, Daniel soll – so hört man – das Thema ja auch beschäftigen.

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Schwieriges Thema, sowohl beim Rennrad als auch – besonders für meine Saisonplanung wichtig – für das Mountainbike. Bei letzterem ist seit di4esem Jahr vorne einfach der Hit, aber – und das nehme ich vorweg – wird es bei mir nicht geben.

    Beim Rennrad habe ich sowohl Erfahrungen mit der Kompaktkurbel und 11-28 bei 20% Anstiegen gemacht als auch mit der Heldenkurbel 53/39. Einmal Österreich und einmal Frankreich, also durchaus ernstzunehmendes Terrain.

    Ich möchte meine Kompkatkurbel nicht mehr missen. Denn auch im flachen Niederrhein fühle ich mich damit ganz wohl, denn 50/11 fahre ich – außer bei K3 Intervallen – wirklich selten. In den Alpen war auch bergab nicht die Kompaktkurbel der limitierende Faktor für die 100kmh Grenze, sondern meine Angst :-)

    Beim Mountainbike habe ich mich dazu entschieden 2013 vorerst mit dem Scott Scale (wurd gerade nochmal für rund 200€ Wintergecheckt) zu behalten und auf dreifach zu setzen. Grund ist vor allem, dass ich in flachen Passagen häufiger 44/11 oder 44/13 trete und diese Entfaltung mit 2 fach nicht habe. Aber auch an fiesen Anstiegen mit über 25% bin ich früh über die Möglichkeit 22/34, weil schieben macht meine Beine immer ganz kaputt!

    Sollte ich mir 2013 aber doch noch ein 29 Zoll Bike anschaffen (Canyon SLX, Trek Superfly, Scott Scale), würde ich aber den zweifach Versuch wagen, weil hier die Entfaltung der größeren Gänge anders ist. Aber bis dahin: MTB – dreifach, Rennrad – kompakt.

  2. Also bei mir ists genau anders herum :D
    Ich fahre die Heldenkurbel auf der Straße und zweifach durchn Matsch.

    Beim Rennrad habe ich mich bis zum Aufenthalt im Elsass auch nie gefragt ob ich was anderes brauche :D. Ich hab das halt so gekauft … also nach dem Motto “Ich war das nicht, das war schon so”. Nach wie vor vermisse ich aber keine Kompaktkurbel und sehe die Notwendigkeit umzurüsten auch nicht für mich. Vielleicht irgendwann mal, wenn ich ein neues RR kaufe und es dann wieder heißt “das war schon so”.

    Am MTB möchte ich keine 3 Kettenblätter mehr fahren. Es fetzt einfach mehr mit 2en und die Gänge reichen Berg auf, wie Berg ab auch für die Touren und Rennen die ich so mitfahre. Bei einem Mehrtagesrennen mit vielen HM pro Etappe würde ich vielleicht auf eine kleineer Übersetzung umrüsten oder sogar das 3. Kettenblatt zurück holen. Aber Mehrtagesrennen machen wir ja nicht :D

  3. Aber Jule, 80km und 2000hm sind ja jetzt auch nicht ohne. Und im Kellerwald mit 28/34 oder 36… Respekt von mir! Da hast du die tafferen Beine :-) Aber abgesehen von dem fehlenden kleinen Gang (hier kann man ja bestimmt was über Kraft lösen), fehlt mir in der Theorie 44/11 wirklich sehr, weil ich gerade hier im flachen häufig die dicken Gänge auch mit normaler TF 80-90 ausfahre.

    Im Elsass ging das wirklich mit der Heldenkurbel, ABER das möchte ich nicht noch einmal durchstehen müssen.

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